. Ich meine nämlich Ahriman Mirza . « » Hat er diesen belogen ? « » Nein , sondern dich - - - uns ! « » Wieso ? « » Du frugst ihn vorgestern vor dem Mordüberfalle , woher der Henker wohl wisse , wo deine Lagerstätte in der Halle sei . Er antwortete dir , er sei den Persern vorangeritten und habe gar nicht mit ihnen gesprochen . Aber Ahriman Mirza habe sich an die begleitenden Dschamikun gemacht und alles , was er wissen wollte , aus ihnen herausgelockt . Tifl behauptete sogar , daß er über diese unvorsichtige Schwätzerei sehr zornig gewesen sei . Besinnst du dich , Effendi ? « » Ja . Ich erinnere mich noch jedes Wortes . Bezieht sich deine Behauptung etwa auf diese seine Angabe ? « » Ja . Er hat gelogen , dir mit vollem Bewußtsein in das Gesicht gelogen ! Ahriman Mirza hat während des ganzen Rittes nach der Grenze mit keinem andern Dschamiki auch nur ein einziges Wort gesprochen . Bedenke seinen Stolz ! Aber er ist mit Tifl und dem Henker vorangeritten , Tifl zwischen ihnen , und diese drei haben sich sehr lebhaft , fast wie gute Freunde , unterhalten . Beim Scheiden haben der Mirza und Ghulam ihm sogar die Hand gereicht , um Abschied von ihm zu nehmen . Was sie erfuhren , konnte also nur aus seinem , aus keinem andern Munde stammen . « » Woher weißt du das , Kara ? « » Von Einem , der es am besten wissen muß , nämlich von Tifl selbst . Das war gestern abend , als ich den Pferden zum letzten Male Wasser gegeben hatte . Ich wollte noch nicht schlafen und ging ganz hinter , wo das Weideland aufhört und die Ruinen beginnen . Dort ragt ein großer Mauerstein aufrecht empor , und nur einige Schritte davon steht ein dichter Kyßylbusch29 , an welchem ich mich niedersetzte . Du wirst wohl noch nicht dort gewesen sein und die Stelle also nicht kennen . « » Ich kenne sie . Ich saß am Vormittage bei dem Steine und pflückte Veilchen bei dem Kyßylstrauch . « » So weißt du also , daß beide so nahe bei einander liegen , daß man am Kyßyl hören muß , was an dem Steine gesprochen wird . Ich war noch nicht lange dort , so kamen Pekala und Tifl . Sie setzten sich nieder , ohne zu ahnen , daß ich mich so nahe bei ihnen befand . Ich gab mir gar keine Mühe , mich zu verbergen , hatte aber auch keinen Grund , sie besonders auf mich aufmerksam zu machen . Sie brauchten nur einigermaßen aufmerksam zu sein , so mußten sie mich sehen ; aber es gibt Menschen , denen die Unvorsichtigkeit so zur zweiten Natur geworden ist , daß sie gar nicht mehr wissen , was man unter Vorsicht zu verstehen hat . Diese sonderbare Mutter sprach mit ihrem noch sonderbareren Kinde zunächst über allerlei , was mir vollständig gleichgültig war . Darum stand ich schon im Begriffe , mich leise zu entfernen ; da wurde dein Name genannt , und darum blieb ich sitzen . Was sie sagten , war keineswegs besonders klug zu nennen ; sie wissen nicht so recht , was sie aus dir machen sollen ; aber Pekala versicherte , daß sie dich in ihr Herz geschlossen habe , und Tifl meinte , man habe mit dir sehr freundlich und sehr höflich zu sein , weil man nicht wissen könne , was aus deiner Freundschaft mit dem Ustad entstehen werde . Bei ihm komme es vor allen Dingen darauf an , was du für ein Reiter seist , und da getraue er sich unbedingt , dich und deinen Assil auf der Stute des Ustad zu überholen . Was sagst du dazu , Effendi ? « » Kinderei ! « » Dieser Mensch ist ein Pferdejunge , aber doch kein Reiter ! Rohes Anklammern , Jagen und Hetzen , aber keine Spur von wahrer Reiterkunst ! Für solche Leute ist Pferd eben nichts als Pferd ! Dann sprachen sie vom Ustad . Ich muß dir sagen , Effendi , was ich da hörte , hat mir fast wehe getan . Sie gaben vor , ihn zu lieben ; sie lieben ihn wohl auch , jedoch in ihrer Weise . Beiden steht die Küche oder das Pferd des Ustad höher als er selbst . Sein Geist und seine Gedanken imponieren ihnen ; von seiner Person aber sprachen sie in einer Weise , die mir nicht gefallen konnte . Das war Klatsch ! Hierauf kam die Rede auf eine Person , welche Aschyk genannt wurde . Wer gemeint war , weiß ich nicht . Dieser Aschyk kommt regelmäßig nach vier Wochen , um Pekala hier bei dem Steine abzuholen . Nächsten Sonntag kommt er wieder , eine Stunde vor Mitternacht . Nun erwähnten sie eine große Empörung . Es soll Jemand abgesetzt werden ; aber wer , das konnte ich nicht verstehen . Dann reitet Pekala auf dem herrlichsten Kamele in einer großen Stadt ein , und Tifl wird ein sehr berühmter Mann . Auch aus dem Ustad wird etwas Bedeutendes , doch was , das blieb mir verborgen . Den Mirza und den Bluträcher hassen beide , doch müsse man sich gegen sie verstellen , denn der Aschyk habe es gewünscht . Und hiermit bin ich bei der Hauptsache angelangt : Als Tifl die Perser bis über die Grenze zu bringen hatte , wurde er von Ahriman und Ghulam in die Mitte genommen und ausgefragt . Er fürchtete sich , sie mit ihren Fragen abzuweisen , und sagte ihnen darum alles , was sie wissen wollten . Als du ihn dann in das Verhör nahmst , getraute er sich nicht , es zu verschweigen , und belog dich , um die Schuld auf seine Begleiter zu schieben . « » War Pekala damit einverstanden ? « » Ja . Sie lügen