auf den Poetenberg . Immer noch hebt sichs da drin und klingt und will . Verse überfallen mich und tönen mir gut . Oh , sie sind gut ! Höre ! Und hinter mir , dem schwarzen Adler gleich , Dem seine Schwingen feucht sind , weil er in Wolken war , Schwebt schwer die Nacht ... Fühlst Du , fühlst Du , daß das Poesie ist ? Von mir ! Von mir ! Bin ich ein Hund ? ! Nein : Diese Verse sind von mir ! Ah ! Höre ! Lau , ein Bad von Rosenblättern , Legt sich Sehnsucht um mich , Sehnsucht ; Sinke , Haupt , ertrinke , Seele , Stirb in diesen lauen Düften Und genieße die Erfüllung ... Wie ? Hat das nicht was ? Der Teufel auch . Das ist ausgezeichnet , sag ich Dir , mi fili ! Dann : Um mein Haus herum Schwirren die Fledermäuse des Grams . Zwei , sieh , hängen am Drachenbalken , Grau am Grau , Und blinzeln in den roten Lichtdunst meiner Lampe . Öde heißt die eine , Gier heißt die andre ; Die Schwirrenden pfeifen ... Ich lese mir das vor , mit leiser Stimme sprech ichs den Buchstaben nach ; mir ist es , als hörte ichs von tief unten wo her aus Glockenmunde mit meiner Stimme , und ich fühle : Das ist gut . Nein , ich bin keiner von den Schweren , Klebenden , in mir sind Stimmen aus der Tiefe , es ist ein Reichtum in mir . Ich habe mehr als ihr Almosenempfänger . Ich bin einer von den grands aumôniers des Herrgotts . Ich kann mich aufthun , und es fließt Leben in die Welt . In meiner Seele umschließen sich Zeugung und Empfängnis . Wie jene Blume bin ich , die Phallus und Vulva ist ; so steh ich da im Garten des HErrn und begatte mich : Liebe dich und löse Dich , Löse dich auf und gebier dich der Welt Aus der bebenden Lotosblume deiner Fülle ! - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Ich höre Dich lachen , Staatsanwalt ! Lache ! Lache ! Spei mir Dein Lachen ins Gesicht ! Ich will mich nicht einmal abwischen . Ich weiß es ja , jede Zelle meines Wesens fühlt es ja : Das Alles ist krüppelhaft . Ich , die erstaunliche Lilie im Garten des Herrn , stoße nichts als Halbgeburten aus , ich wälze mich in Zeugungswollust und kann nichts austragen . Und die fragmentarischen Bankerte verrecken unter dem Hohngelächter meiner Erkenntnis , daß ich fürs Ganze impotent bin . » Es fehlt dem Schüler an der rechten Ausdauer , seiner Begabung alles das abzugewinnen , was sie zu leisten vermöchte , wenn sie von Fleiß , Beharrlichkeit , Mäßigung unterstützt würde « ... Diese Worte , nebst einigen andern , habe ich einmal von einem Schulzeugnis weggewischt , aber als wenn ich sie auswendig gelernt hätte , stehen sie in mir fest und knarren sich heute mir vor . Sehr gut , Herr Doktor ! Sie sind ein guter Psychologe gewesen . Aber , weiß Gott , ein schlechter Pädagoge . Warum haben Sie mir alle die guten Dinge nicht beigebracht , Magister Sie ? Warum haben Sie mich schon auf der Schule verlumpen lassen ? War ich ein Talent , oh , Sie Halunke , warum haben Sie mich nicht gehütet ? Warum haben Sie mich verhöhnt , von sich weggetrieben , meinem Zorn und Trotz in die Arme , daß ich nun erst recht auf mir bestand ? Warum habt ihr mich überhaupt gequält mit eurer Rohheit , eurem Dünkel , eurer Gleichgültigkeit ? Warum habt ihr meine Seele , da sie jung war , wundgescheuert , daß sie ewig schmerzende Narben davontrug und immer zuckender , unstäter wurde ? Freilich , die meisten unter euch waren nicht einmal Psychologen , höchstens , daß sie instinktmäßig ahnten , daß in mir mehr war , als in ihnen , und dafür mußte ich geduckt werden . Geduckt , ich ! In mich hinein fraß ich einen Haß gegen Alles , das nicht ich war , meine ganze Jugend wurde ein Eitergeschwür , all mein Blut verdarb , weil ihr mich drücktet ! Wie das Alles auf einmal vor mir steht . Wie ein schwefelgelber , brunstrot geäderter Sonnenuntergang . Nie , seit Jahren nicht , sah ich so klar . Nie , seit Jahren nicht , war ich so bewegt . Nie , seit Jahren nicht , fühlte ich mich so frei wie in diesem jetzigen Augenblicke . Wird man hellseherisch durch einen großen Entschluß ? Oder - - - bin ich endlich , endlich wieder einmal betrunken ? Dann - - könnte ich ja den großen Entschluß wieder aufgeben ? Denn , - Ruhe ! Ruhe ! nur noch einen Augenblick Ruhe ! - warum hat sichs in mir eingenistet , eingegraben wie mit tausend feuchten Klauen , daß ich ein Ende machen muß ? Lauf mir nicht fort , Bewußtsein ! Bleib , daß ich mirs sage , klar , glatt , hell , daß ich es wenigstens einen Augenblick lang weiß . So ! So ! Ich habs ! Nur deshalb ... Nein ! Nebel ! Kopfschütteln . Müde . Trinken ! - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Ich laufe den ganzen Tag im Zimmer herum wie ein Tier im Käfig . Und ich merke , daß mich das hypnotisiert , wie einen Fakir das Kopfdrehen . Jetzt bin ich wunderbar ruhig . Das ist sehr schön . Nun weiß ich auch , warum ... Siehst Du , Robert ( hab ich Dich je Robert genannt , Du Schäker ? ) , so ists : Ich fühle , daß