so gütig , mir seine Bekanntschaft zu vermitteln . Spricht man von seinen Geldverlegenheiten ? « » Mehr von seinen Liebschaften . « » Das weiß ich . Eine sentimentale , aber verschlagene Natur . Keine üble Disposition für unsere Zwecke . « » So lang er noch an dem Raßler ' schen Weib hängt , ist er schwer für anderes zu haben . Da muß er losgesprengt und mürbe gemacht werden . Ich werde Ihnen den Mann präparieren . Aber umsonst ist der Tod - verstanden , Herr Paillard ? Für meine neuen Dienste müssen Sie schon etwas tiefer in den Sack greifen , als seither . « » Ich sehe Ihren Vorschlägen entgegen . « » Die sollen Sie ehestens haben , gleichzeitig mit dem Bericht über Drillinger . Das Bewußte liegt bereit . Wollen Sie sich zu meiner Frau bemühen ? Sie werden von ihr erwartet . « » Ich eile zu ihr . Auf später also . « Der Preßbandit machte sich wieder an seine Korrespondenzen . » Ein Schmähbrief . Dreckseele und Nachttopf tituliert mich ein Gekränkter . Ist mir schnuppe , wie der Berliner sagt . Geschäft ist Geschäft . Wenn ich aber den Namen des empfindlichen Schmähbriefschreibers erfahren könnte , würde ich ihm die Dreckseele und den Nachttopf doch eintränken . Weiter : ein Bittsteller aus Nürnberg ; um Honorar für gelieferten Beitrag zu erbetteln , schmiert der Kerl drei Seiten voll . Lächerlicher Mensch . In den Papierkorb damit . - Weiter : noch ein Nürnberger , Göring heißt der Edle ; erbietet sich , den Ungespundeten Erwin Hammer und seine Kumpanei zu vivisezieren , legt eine Probe seiner Schneidekunst aus dem Fränkischen Kurier bei . Das besorgen wir vielleicht besser selbst , sobald sich ' s rentiert . Einstweilen in die Materialienmappe damit . Als gelegentlichen Handlanger wollen wir den Braven für die Kloake notieren . - Weiter : Sehr geschätzter Herr , einige Freunde wünschen sich den Baron Drillinger zu kaufen , um ihn in seiner ganzen Schönheit in Ihrem Blatte auszustellen . Was kostet der Mann ? Zeichnung und Text wird geliefert . Gefällige Antwort erbeten unter Chiffre X Y Z , Café Paul . Diskretion Ehrensache . Das trifft sich gut . Den Mann sollt ihr haben , aber billig wird er nicht abgegeben . Er gehört dem Meistbietenden . Was ist nur das wieder für ein hungriger Tintenkleckser , der auf diesen abgerissenen schmutzigen Wisch schreibt ? Jessas , unser berühmter Meistersinger : Dumm darf man schon sein , wenn man nur schon ist . Langt ' s wirklich keinen anständigen Briefbogen mehr , armer Millionär ? Und gelobt möchtest mal wieder sein - um einen Gotteslohn ? Nein , mein süßer Dummian , jetzt werden andere Saiten aufgezogen . Da wirst du kurios spitzen , du eitler Falschsinger mit drei Brillanten an jedem Finger . Andere Leute möchten auch einen Brillanten - verstehst Du ? - Weiter : die Brauerei zum fidelen Klosterbruder meldet ergebenst , daß ihr Bier vorzüglich sei - und schickt zugleich eine Anweisung auf dreihundert Mark für eine entsprechende Notiz . Dem Klosterbruder soll geholfen werden . Durch sechs Nummern meines Organs ist konstatiert , daß der Klosterbruder ein Saugesöff fabriziert , mit dem Dreihundert-Markschein hat er das gute alte Rezept wiedergefunden : die nächste Nummer soll konstatieren , daß er einen unfehlbaren Göttertrank braut . Ich brauch ' ihn ja nicht zu trinken und für die Bauchschmerzen der anderen bin ich nicht verantwortlicher Redakteur . Da fällt nur ein , daß mich die Gambrinusbrauerei nicht zur Bockprobe geladen , auch schon lange kein Inserat mehr hergegeben hat . Diese Vernachlässigung soll ihr teuer zu stehen kommen . München wird immer mehr Industrie- und Handelsstadt , und die großen Firmen beeilen sich nicht , der Presse ihren Tribut in klingender Münze zu zahlen ? Ich muß einmal strenge Musterung halten . Eine Reihe von Banken und Aktiengesellschaften sind gegründet worden , ganze Straßen haben sich mit neuen großartigen Geschäften bedeckt , ohne daß für mein Blatt eine Reklame oder ein Inserat abgefallen wäre . Ich muß diesen Lausern und Filzern Mores lehren , daß sie heulen und zähneklappern . Von allem , was da fleucht und kreucht , fordere ich meinen Teil . Merkt ' s. Na , wenn ich drei oder vier von diesen Geldsäcken gehörig zusammenkarwatscht habe , dann lassen die andern schon die Schwänze hängen und kommen herangewinselt . - Weiter : die neue Beamtenkreditbank weigert sich , ihre Rechenschaftsberichte in der Kloake zu veröffentlichen und ergeht sich in patzigen Redensarten . Warte , Kanaille , meine Feder wird bei nächster Gelegenheit ein furchtbares Blutbad unter deinem Aufsichtsrat anrichten . Notiert . - Weiter : der Konzertsänger Felix Vollnhals , Mitglied der k. Hofkapelle , verbittet sich jede fernere Kritik seiner Liedervorträge ; meine Kritiken seien nur Erpressungsversuche ; schon die bloße Nennung seines Namens in einem Schund- und Schandblatte wie die Kloake komme einer Beleidigung gleich . Infamer Brüllaffe ! Ich werde eine Stimmbandoperation mit dir vornehmen , daß dir die Freude am Singen und noch einiges andere vergehen soll . Was bildet sich denn der unverschämte Kehlenkunstreiter ein ? Wer macht denn das Renommee dieser Leute , wer treibt ihnen denn die zahlende und beifallblökende Herde mit den großen Ohren in ihre Konzertställe ? Wir Journalisten ! Und diese Eintagsberühmtheiten , die wir gemacht haben , wollen sich gegen uns aufprotzen ? Sich gegen mich aufprotzen ? Kanonendonnerwetter , ich will an diesem Pack einmal ein Exempel statuieren ... Wenn dieser Vollnhals auch nur ein einziges Mal sich als nobler Mensch gezeigt hätte ... Nicht einmal ein lumpiges Zehnmarkstück hab ' ich von ihm gesehen . Komm ' Bürschchen , laß dich ausbürsten ... Laß dir deine Tonleitern und Triller gründlich um die Ohren hauen ... Zur Exekution vorgemerkt . - Weiter : Was ? Der Bildhauer Achthuber , dieser Gipskopf , wagt es , mir den Ignoranten und Schandkerl an den Kopf zu werfen und mir