ziemt . « » Und glaubst du wirklich , daß dir als erstes geziemt , einen Rosenkranz , wenn auch verschämt , an deinen Gürtel zu stecken ? « » Ja , Hannah . Ich will nun Pflichten leben . Es soll dies nicht bloß mein Wittum , es soll auch mein Wirkungskreis sein , und ich kann hier nicht wirken als eine Fremde . Was dieser Leute Sinnen und Trachten ausmacht , muß auch mein Sinnen und Trachten ausmachen ; wir müssen eins sein in diesen Dingen , sonst geht es nicht . « Hannah antwortete nicht . » Sprich . Was denkst du ? « » Was ich denke ? Nun , Franziska , Gräfin , da du ' s durchaus wissen willst , was ich denke , so will ich dir ' s auch sagen . Ich denk an meinen Vater selig , den ich eines Abends , als er dachte , ich schliefe schon , in seinem Halbplatt zu meiner Mutter sagen hörte : Hür , Olling , mit uns oll Paster Franzen is dat nich veel . Hüt is he so , un morjen is he so . Und als meine Mutter nun widersprach und zum Guten reden wollte , da wurd er ärgerlich und sagte : Nei , nei , Mutter , bis still ; dat versteihst du nich ; ick awer , ick kenn en . Un wenn morjen de Franzos or de Ruß kümmt un uns vörpriestern deiht , » mit uns Herrn Christus wihr dat man nix , und de heil ' ge Niklas , de wihr ollens « , denn priestert oll Franzen övermorjen : » Un de heil ' ge Niklas is ollens . « Und sieh , Franziska , das hast du von deinem Vater selig geerbt . Aber ich will nicht , daß sich meiner im Grabe rumdreht . I , da ging ' ich ja lieber bis an der Welt Ende . Weiß wohl , manchem is es bloß wenig . Aber manchem is es auch viel . « » Und so willst du fort ? « » Nein . Ich hab dich nun mal in mein Herz geschlossen , und weil ich dich liebe , bleib ich . Aber bei meinem lutherischen Katechismus bleib ich auch . « Am andern Morgen trafen sich die beiden Gräfinnen , und Gräfin Judith erzählte , sie habe Feßler um seinen Besuch auf Schloß Arpa gebeten , in der Voraussetzung , daß Franziska diesen Schritt billigen werde . Franziska küßte die Hand der alten Gräfin und sagte : » Nie werd ich Schritte mißbilligen , die Gräfin Judith getan hat oder zu tun für gut findet . « Beide Damen sprachen dann noch über vieles , was zu regeln und anzuordnen sei , zuletzt aber sagte Judith : » Ich stimme dem zu , meine liebe Franziska , daß du dich zurückziehen und der Betrachtung und den guten Werken leben willst . Aber du bist noch jung , und der Zug in die Welt hinein ist mächtig . Und so denk ich denn , wir rechnen vorläufig noch mit der Welt , die so vielen Zauber hat . Ich habe dein Vertrauen gewonnen , fast deine Beichte ; jede Scheidewand zwischen uns ist gefallen , und unser Fühlen und Denken gehört einander . Ist es nicht so ? Nun denn , so gestatte mir schon heute die Frage : Wirst du Egon deine Hand reichen ? « » Ich wünsche , daß er sie nicht fordert , aber wenn er sie fordert : nein . « » Es klingt etwas Herbes in deiner Antwort . Verdient er es ? « » Nein . Aber wir sind allemal hart gegen die , die schuld sind an unserer Schuld . Und um so härter , je schuldiger wir uns selber fühlen . « » Und wer soll dich schützen ? « » Ich denke , sie , die schon so viele Gräfinnen Petöfy beschützt hat . « Und sie wies auf die Nische , daraus das Bild der Maria niederblickte .