' s meist schon durch das französische Costüm vordrängt , wo aber die nationale Tracht beibehalten ist , da erscheint sie reizend und höchst kleidsam . Die Frauen Smyrna ' s , - meist klein von Gestalt , von einem blaßgelben Teint mit unheimlich funkelnden , beweglichen , schwarzen Augen , die für große Schönheit gelten , auf den Europäer aber den Eindruck des Rattenauges machen , sind bei ihrer Verheirathung mit letzterm gewöhnlich das Verderben des Mannes . Von jener Putz- und Gefallsucht , die eine Smyrniotin beherrscht , giebt selbst die Löwin der pariser Salons kaum eine Idee . Alles was sie an andern Frauen von Schmuck und Kleidern sieht , erregt ihren Neid , und sie peinigt den Mann um noch Schöneres , das - einmal getragen - allen Reiz für sie verliert . Dazu ist sie als Frau eigensinnig , launisch , träge und in Müßiggang den Tag hinbringend , bis zur Abendzeit , wo sie in voller Toilette sich an die Thür des Hauses setzt und Besuche annimmt oder macht ; und so tugendhaft sie als Mädchen ist , so selten bleibt sie es nach ihrer Verheirathung . Bei dem geringsten Widerstand gegen die oft unerträglichen Launen der eingeborenen Frau hat der europäische Gatte den ganzen Schwarm ihrer werthen Verwandtschaft bis in ' s zehnte Glied auf dem Hals , und er kann , braucht er sein Hausrecht , von Glück sagen , wenn er zuletzt ohne einige Messerstiche oder Pistolenkugeln davonkommt . - Unter den Verhältnissen und bei den Sitten des Orients sind die moslemitischen Frauen , bei allen sonstigen üblen Eigenschaften dem Manne eine weit bessere und geeignetere Genossin , als die christlichen . Diona trug über dem langen seidenen Gewand von gelber Farbe die reich mit Gold gestickte offene Aermelweste , welche einen so schönen Schmuck und Theil des griechischen Costüms bildet , während das , gewöhnlich von einem jener herrlichen smyrniotischen Fez ' s oder der längern griechischen Troddelmütze bedeckte Haupthaar frei um das schöne Gesicht wallte . Die Männer waren in einem ernsten Gespräche begriffen . Welland hatte die Vorgänge des Tages in Smyrna mitgetheilt und die Rede sich nun auf die politischen Verhältnisse und Ereignisse überhaupt gerichtet , die den Orient und Occident zu erschüttern drohten , und auf beiden Seiten mächtige Rüstungen und Vorbereitungen aller Art hervorriefen . Constantinopel ward in diesem Augenblick noch der Centralpunkt der diplomatischen Agitationen , und von hier aus spannen sich die Fäden der Intrigue und Gegenintrigue , deren Auslaufen und Entscheidung nur Wenige noch berechnen konnten . Caraiskakis , durch sein abenteuerndes umherziehendes Leben und die Vorgänge der letzten Zeit nur wenig und unvollständig über den Stand der Angelegenheiten unterrichtet , hatte den Freund um einen kurzen Umriß gebeten , und dieser gab ihm denselben . Wir sind genöthigt , ihn zu wiederholen , um den Leser vom Beginn unserer Darstellung und jener Recapitulation im Dom der Invaliden zu Paris auf die Zeit weiter zu führen , in welcher die gegenwärtigen Scenen spielen , - also bis zu Ende des Juni 1853 . Wir geben hier im Allgemeinen die Historie der Angelegenheiten und ihre Entwickelung , wie sie sich aus den öffentlichen Vorgängen und den diplomatischen Aktenstücken dem Auge Europa ' s dargestellt hat und darstellen mußte , den tieferen Einblick in die Veranlassungen , in die Zwecke und den Gang für die weitere Ausführung unserer Scenen in Constantinopel selbst vorbehaltend . Man hatte in Wien frohlockt , daß der Czar die Forderungen Oesterreichs in der montenegrinischen Frage so kräftig unterstützte , sah aber jetzt , daß das petersburger Kabinet damit einen viel wichtigeren Schlag in Constantinopel vorbereitet hatte . Rußland , das seit Katharina II. mit mehr oder weniger kurzen Unterbrechungen einen überwiegenden Einfluß in Constantinopel ausgeübt hatte , sah seit einiger Zeit denselben bedeutend geschmälert und bedroht , indem in dem Divan immer mehr französische und englische Sympathieen - offenbar auch in Folge des erweiterten socialen Verkehrs und der Erziehung junger Orientalen in Paris und London so wie des Eindringens der liberalen und demokratischen Ideen des Westens - sich geltend machten . Auch materiell hatten England und Frankreich durch die Vermehrung von Consulaten , neue Handelsverbindungen etc. in der Türkei einen festern Fuß gefaßt , und bedrohten von hier aus die russische Macht . Die Frage wegen der politischen Flüchlinge nach dem ungarischen Kriege war durch Englands Einfluß gegen Rußland entschieden worden . Die türkischen Verhältnisse selbst waren kaum länger haltbar ohne eine durchgreifende Reorganisation und Aenderung , das fühlten und sahen mehr noch als die europäischen Höfe die einsichtsvolleren Orientalen selbst , und an solchen fehlte es keineswegs . Denn der Einfluß , welchen alle Staaten Europa ' s nach und nach sich in der Türkei erworben , theils durch die Tractate , theils durch ihre Machtstellung und Handlungen eigener Machtvollkommenheit , war der Art , daß von einer Souverainetät der Pforte fast gar nicht mehr die Rede blieb , und deren Schatten einzig durch die Rivalität der occidentalischen Staaten bewahrt wurde . Die immer stärker hervortretende Entmannung des Islams in Europa hatte die frühere bedeutende und gefährliche aggressive Macht der Türkei nach Außen längst aufgehoben , und jene oben erwähnten internen Verhältnisse lassen das , dem Kaiser Nicolaus zugeschriebene , eigentlich aber schon vom Hofe Katharina ' s stammende und auch von Napoleon I. gebrauchte Bild von » kranken Mann « sehr der Wahrheit entsprechend erscheinen . Die von Frankreich genommene Aggressive durch den Streit um die heiligen Stätten3 drohte eine eben solche Wendung zu nehmen , wie die Flüchtlingsfrage . Rußland durfte die Interessen der griechischen Christen unter keinen Umständen im Stiche lassen , wenn es nicht die für seine traditionellen und historischen Pläne so nothwendigen Sympathieen derselben aufgeben wollte , und so war es zu einem herausfordernden Auftreten und einem Beginn des Streites gezwungen , den es offenbar erst für ein Jahrzehend später bestimmt hatte und zu dem es noch keineswegs durch seine inneren Einrichtungen , Eisenbahnen , Marine etc. vorbereitet war . Dennoch hatte man