grausamen Krankheit unterworfen sei , Magenkrämpfe sage man ihr . Es sei akkurat die gleiche , an welcher der Bonaparte gestorben . Er hätte gemeint , er müsse sich totkrümmen , kein Doktor habe ihm helfen können . Da sei einmal einer zu ihm gekommen , ganz ungefähr , und habe gesehen , wie er tun müsse , wenn die Krämpfe ihn ankämen . Der habe gesagt , er wolle ihm schon helfen , das seien eben akkurat die gleichen Krämpfe , welche der Bonaparte gehabt , Magenkrebs sage man ihnen . Hätte er es zu rechter Zeit vernommen , so hätte er Roß und Wägeli genommen und wäre zu ihm gefahren ; dem hätte er helfen wollen , da wäre er ein reicher Mann geworden . Als er es vernommen , sei er schon tot gewesen , da hätte er begreiflich nichts mehr machen können . » Aber wenn er jemanden helfen könne , so helfe er , und wenn ich wolle , so wolle er mir auch helfen . Was habe ich anders wollen ? Wenn ein Mann wie der Bonaparte dran hat sterben müssen , was hatte ich zu er , warten ? Ihr , Meister , Wißt nicht , was solche Krämpfe bedeuten , wo es einem ist , als hätten zwei Wäschweiber den Magen in den Händen und drehten ihn und drehten ihn , und wenn sie mit den Händen nicht mehr mögen , mit Stöcken , daß man meint , die Seele fahre zum Hirn aus . Ich nahm also das Mittel , es ist starkes Zeug , es gleicht dem Wacholderbranntwein ; wenn ich davon nehmen muß , weiß ich oft lange nicht , stehe ich auf dem Kopfe oder auf den Füßen . Aber was sein muß , muß sein , und Ihr werdet es mir nicht verbieten wollen , so unvernünftig war noch kein Meister , bei welchem ich gewesen . « Was sollte Uli machen ? Sollte er so unvernünftig sein , wie der Karrer noch Keinen getroffen Er konnte unter Angst und Bangen Tag und Nacht nachsehen , damit kein Unglück geschehe und er eine Gelegenheit finde , den Kerl fortzujagen , ohne ihm den ganzen Jahrlohn bezahlen zu müssen . Während Uli mit dem Karrer seine Nöten hatte und sie seiner Frau nicht merken lassen durfte in zusammenhängen , der Rede , höchstens in einzelnen Ausrufungen , stund Vreneli andere Qualen aus und mochte sie Uli auch nicht klagen ; es fürchtete , nicht Glauben zu finden , weil es nicht Beweise hatte . Es suchte welche . Vreneli merkte nämlich , daß etwas geschehen müsse im Stalle mit der Milch . Es schien ihm , es werde nicht gemolken wie sonst . Es wollten ferner im angehenden Frühjahr die Hühner nicht legen , wie man es sonst gewohnt war . Es konnte nicht recht glauben , daß sie ihre Natur geändert und zu dem Korps sich geschlagen , welches nur fressen will und nichts dafür tun . Vreneli war eine von den Hausfrauen , welche nicht miß , trauisch sind , aber es im Gefühl haben , wenn etwas nebenausgeht . Sie haben die zweite Art von Instinkt , welcher nicht sowohl angeboren als von Jugend auf angewöhnt wird , eben wenn man von Jugend auf bei einer Sache ist . Es warf natürlich sein Auge auf den Melker , Mädi , seine Adjutantin , unterstützte es getreulich , aber sie konnten nichts erkunden . Der Melker war eine bequeme Natur , machte nicht mehr , als er müßte , und tat so liederlich er durfte , ohne ausgescholten zu werden . Aber er war nicht undienstfertig , brauchte gute Worte , kurz er hatte etwas , welches namentlich dem Weibervolk gar nicht unangenehm ist . Er war oft nachts nicht da , heim , doch am Morgen zumeist zu rechter Zeit da , so daß weiter nicht viel gesagt werden konnte . Man mußte es als eine Unart betrachten , welche leider noch Viele haben . Da der Melker unschuldig schien , die Hühner aber wie verhexet , begann Vreneli Verdacht auf Marder oder auf Katzen , welche zuweilen auch Eierliebhaber sind , zu werfen , obschon man keine Schalen fand . Es war stark die Rede von Beizen , Fallenstellen usw. Da solche Maßregeln zumeist lange in Rede stehen , ehe sie zur Ausführung kommen , werden sie oft durch etwas Unvorhergesehenes ganz überflüssig gemacht . Wie gewohnt , kam einmal die Eierfrau und hätte gerne eine mächtige Ladung Eier gekauft für einen Bäcker , welche ; das Backwerk zu einer großen Hochzeit zu liefern hatte . Vreneli konnte wenige geben und klagte seine Not . Wenn es an Hexen glaubte und eine in der Nähe wüßte , so müßte es jetzt glauben , daß man es den Hühnern antun und das Legen verhalten könnte . Da meinte die Eierfrau : Vielleicht daß sie ihm über den Marder , welcher seine Eier fresse , kommen könne , oder über die Hexe , welche das Legen verhalte . Sie hätte einen Ton gehört , wenn was dran sei , so würde der Marder sich bald finden . Vielleicht daß sie ihm schon das nächste Mal Bericht geben könne . Mehreres wollte sie durchaus nicht sagen . Gar lange ging es nicht , so kam sie wider und zwar mit einem Gesicht , welchem man es von ferne ansah , hinter dem stecke eine wichtige Botschaft . » Hör « sagte sie zu Vreneli , » ich kann dir drauf helfen , aber bei Leib und Leben verrat mich nicht . « Nachdem das Versprechen in bestmöglicher Form abgelegt war , rückte sie aus : Drüben im Mühlengraben stehe ein Häuschen am Walde , man könne dazu und davon , es sehe es kaum ein Mensch . Dort sei nach dem Neujahr ein Mensch eingezogen , angeblich eine Wollenspinnerin , aber sie sei die meiste Zeit daheim , mit Arbeit viel verdienen werde sie nicht . Doch