, Sir , halt , sag ' ich - ist das bei Euch Sitte , einen Menschen zu mißhandeln , wenn er verwundet am Boden liegt ? « » Die Pest über den Schuft ! « schrie mit heiserer Stimme Sander und versuchte sich von dem jungen Mann loszumachen- - » laßt mich dem Buben den Schädel einschlagen , Mann , oder wollt Ihr Einen von der Bande entkommen lassen , während Euer eigener Freund unten in der Schlucht durch ' s Herz geschossen liegt ? « » Was ? - Cook ? « rief James entsetzt und ließ den Arm des jungen Bösewichts frei , der rasch die schwere Waffe zum dritten Mal hob und schon mit zornblitzenden Augen die Stelle ersah , wo er sie am tödtlichsten einsenken könne . Indessen war aber auch der alte Lively , nicht so flink mehr auf den Füßen als sein Sohn , herangekommen , ritz ohne Weiteres die Schrotflinte aus des Wüthenden Hand und warf sie weit von sich , trat dann zwischen ihn und den bewußtlosen Mulatten und rief ärgerlich : » Gottes Tod , Sir , wenn Ihr mit Gentlemen auf die Jagd reitet , so betragt Euch auch wie ein Gentleman . Der Gefangene hier ist unser , und wir wollen ihn schon deshalb lebendig behalten , um über Manches , was uns hier weggekommen ist , Aufschluß zu hören . « » Er hat aber Euern Kameraden ermordet , « rief Sander dagegen . » Der kommt da eben über den Berg herüber . « erwiderte der Alte ruhig , und in der That kam auch Cook , der den Schuß gehört hatte , zu Fuß und mit blutender Stirn , seine eigene Büchse aber in der Hand , über den niedern Hügelkamm , der sich hier wellenförmig nach Nordwesten hinaufzog . Cook wollte jetzt aber vor allen Dingen wissen , weshalb Sander ihm nicht besser beigestanden und den Flüchtigen mit seiner Schrotflinte wenigstens in die Beine geschossen habe . Sander behauptete dagegen , viel zu weit entfernt gewesen zu sein , und sagte , er hätte ihn selbst von der Kugel tödtlich verwundet geglaubt . » Dann war ' s allerdings recht freundlich , mich so allein zwischen den Steinen liegen zu lassen , « brummte Cook . - » Doch wahrhaftig - dort liegt der Mulatte - ist er todt ? « Mit wenigen Worten erzählte er nun den Hergang seiner Verfolgung , und wie ihm unglücklicher Weise im entscheidenden Moment das Pferd gestürzt sei . Weiter nachzusetzen blieb nutzlos , da Bohs wohl der Spur eines Mulatten , keineswegs aber der eines Weißen gefolgt wäre , wenn er noch überhaupt hätte laufen können . Der Schlag nämlich , den der Flüchtling gegen ihn geführt , als er an ihn anspringen wollte , hatte seine Schulter und sein Rückgrat getroffen , so daß er , wenn ihm auch vielleicht kein Knochen beschädigt war , doch kaum mehr von der Stelle konnte und mit augenscheinlicher Anstrengung und Pein hinter seinem Herrn herhinkte . Sie beschlossen also , den Neger vor allen Dingen mit nach Hause zu nehmen , das ihnen auf jeden Fall näher als Helena lag , und dort das Weitere zu bereden . James ' Kugel war dem armen Teufel oben durch den rechten Schenkel gegangen und er blutete stark . Der Kolbenschlag schien aber viel gefährlicher für ihn geworden zu sein , denn sein rechter Arm , den er der niederschmetternden Waffe entgegengehalten , war dicht über dem Handgelenk abgebrochen , und das Blut quoll auch in dunkeln , langsamen Massen aus dem schwarzen Wollhaar an der rechten Seite seines Kopfes hervor . Der alte Lively verband ihn nun zwar so gut es gehen wollte , der Mulatte gab aber kein Lebenszeichen von sich ; nur das schwache Schlagen seines Herzens verrieth noch , daß er athme , und sie konnten ihn nicht anders transportiren , als vermittelst zweier Satteldecken , die sie zwischen die Pferde Cook ' s und des alten Lively ausspannten und so eine Art Trage bildeten , mit der sie freilich nur entsetzlich langsam über den rauhen Boden vorzurücken vermochten . James jedoch erklärte , den entflohenen Weißen diesmal nicht so leichten Kaufs davon zu lassen , sondern auf seiner Fährte bleiben zu wollen , so lange ihm das irgend möglich sei . Er bat also nur noch seinen Vater , ihn bei den Damen zu entschuldigen , da eine Sache von Wichtigkeit ihn abhalte , die nicht aufgeschoben werden könne , schulterte dann seine Büchse , warf sich auf sein Pferd und folgte , so rasch es ihm sein Scharfblick , ja und selbst der Instinct des Jägers gestattete , den Spuren des Weißen . Dieser mußte übrigens verwundet sein , da er an mehreren Orten Blutstecken fand . An einem Stein aber , wo er sich , wahrscheinlich keine Verfolger mehr fürchtend , verbunden hatte , hörten diese auf , und dem jungen Mann blieb es jetzt überlassen , da eine Fährte zu erkennen , wo das Auge des Laien nur noch eine Wildniß gesehen haben würde , die nie ein menschlicher Fuß berührte . 14. Bolivar - Marie ' s Flucht . In derselben Zeit etwa , wo Tom Barnell von Helena abstieß , um in Montgomerys Point Vorerkundigungen einzuziehen und das Flatboot am nächsten Morgen wieder zu treffen , schoß auch aus den tief überhängenden Weiden der Insel ein kleiner schmaler Kahn in die Strömung des Mississippi hinaus und hielt dem arkansischen Ufer zu . Zwei Personen saßen darin , der Neger Bolivar und der Mestizenknabe Olyo - und der Erstere handhabte die beiden Ruder , in die er sich aus allen Kräften hineinlegte , während der Andere in nachlässig vornehmer Stellung hinten im Stern des kleinen Bootes lag und das leichte Steuer regierte . Er trug eine einfache graue Livré , und zwar nur in Jacke und Beinkleid bestehend , deren Nähte mit karmoisinen Schnüren besetzt waren , eine eben solche Mütze lag neben