kleine wohlgemeinte Bemerkung , mit Dank für das Eingesendete , die Du demjenigen , den es angeht , gelegentlich mitteilen mögest : ob ich gleich den Nifelheimischen Himmel nicht liebe , unter welchem sich der ..... gefällt , so weiß ich doch recht gut , daß gewisse Klimaten und Atmosphären nötig sind , damit diese und jene Pflanze , die wir doch auch nicht entbehren mögen , zum Vorschein komme . So heilen wir uns durch Renntiermoos , das an Orten wächst , wo wir nicht wohnen möchten , und , um ein ehrsameres Gleichnis zu brauchen , so sind die Nebel von England nötig , um den schönen grünen Rasen hervorzubringen . So haben auch mir gewisse Aufschößlinge dieser Flora recht wohl behagt . Wäre es dem Redakteur jederzeit möglich , dergestalt auszuwählen , daß die Tiefe niemals hohl und die Fläche niemals platt würde , so ließe sich gegen ein Unternehmen nichts sagen , dem man in mehr als einem Sinne Glück zu wünschen hat . Grüße mir den Freund zum schönsten und entschuldige mich , daß ich nicht selbst schreibe . Wie lang wirst Du noch im Rheinlande verweilen ? - Was wirst Du zu der Zeit der Weinlese vornehmen ? Mich finden Deine Blätter wohl noch einige Monate hier , zwischen den alten Felsen , neben den heißen Quellen , die mir auch diesmal sehr wohltätig sind : ich hoffe , Du wirst mich nicht vergeblich warten lassen , denn meine Ungeduld zu beschwichtigen , alles zu erfahren , was in Deinem Köpfchen vorgeht , dafür sind diese Quellen nicht geeignet . Meinem August geht es bis jetzt in Heidelberg ganz wohl . Meine Frau besucht in Lauchstädt Theater und Tanzsaal . Schon haben mich manche entfernte Freunde hier brieflich besucht ; mit andern bin ich ganz unvermutet persönlich zusammengekommen . Ich habe so lange gezaudert , daher will ich dies Blatt gleich fortschicken und schlage es an meine Mutter ein . Sage Dir alles selbst , wozu mir der Platz hier nicht gegönnt ist , und lasse mich gleich von Dir hören . G. Am 8. August Überall wo es gut ist , das muß man zu früh verlassen ; - so war es mir wahrlich gut bei Dir , drum mußt ich Dich zu früh verlassen . Ein guter lieber Aufenthalt ist für mich , was das fruchtbare Land einem Schiffer ist , der eine unsichre Reise vorhat , er wird Vorrat einsammeln , soviel ihm Zeit und Mittel erlauben . Ach , wenn er auf der einsamen weiten See ist , wenn die frischen Früchte schwinden , das süße Wasser ! - er sieht kein Ziel vor sich ; - wie sehnsuchtsvoll wird die Erinnerung ans Land . - Jetzt geht mir ' s auch so ; in zwei Tagen muß ich den Rhein verlassen , um mit dem ganzen Familientroß in Schlangenbad zusammenzutreffen . Ich war indessen nicht immerwährend hier , sonst hätte Dich schon lange wieder eine Epistel von mir erreicht ; viele Streifereien haben mich abgehalten : die Reise in die Wetterau , von welcher ich Dir hier ein Bruchstück beilege . Den Primas hab ich in Aschaffenburg besucht , er meint immer , ich habe die Kinderschuhe noch nicht ausgetreten , und begrüßt mich , indem er mir die Wangen streichelt und mich herzlich küßt . Diesmal sagte er : » Mein gutes , liebes Schätzchen , wie Sie frisch aussehen , und wie Sie gewachsen sind ! « - Ein solches Betragen hat nun eine zauberische Wirkung auf mich ; ich fühlt mich ganz und gar , wie er mich ansah , und betrug mich auch , als ob ich nur zwölf Jahre alt sei , ich erlaubte mir allen Scherz und gänzlichen Mangel an Hochachtung , unter solchen zweifelhaften Umständen trug ich ihm Deine Aufträge vor . Sei nur nicht bestürzt , ich kenne Dein würdevolles Benehmen mit großen Herren und habe Dir als Botschafter nichts vergeben , ich hatte mir einen schriftlichen Auszug aus dem Brief an Deine Mutter gemacht und legte ihm denselben vor und die Zeile , wo Du geschrieben hast : die Bettine soll sich doch alle Mühe geben , dies auf eine artige Weise vom Primas herauszulocken , die hielt ich mit der Hand zu ; nun wollte er grade sehen , was da unten verborgen sei ; ich machte vorher meine Bedingungen , er versprach mir das kleine Indische Herbarium , es ist in Paris , und er wollte noch denselben Tag drum schreiben . Was die Papiere des Propst D ' umée anbelangt , so hat er sehr interessante wissenschaftliche Sachen , die er Dir alle verspricht , die Korrespondenz mit ... gibt er nicht heraus , ich soll nur sagen , Du habest es nicht verdient , und er werde diese Briefe als einen wichtigen Familienschatz aufbewahren und als ein Muster von feurigen Ausdrücken bei der höchsten Ehrerbietung . Ich weiß nicht , was mich befiel bei dieser Rede , ich fühlte , daß ich rot ward , da hob er mir das Kinn in die Höhe und sagte : » Was fehlt Ihnen denn , mein Kind , Sie schreiben wohl auch an Goethe ? « ! - » Ja « , sagte ich , » unter der Obhut seiner Mutter . « » So , so , das ist ganz schön , kann denn die Mutter lesen ? « - Da mußt ich ungeheuer lachen , ich sagte : » Wahrhaftig , Euer Hoheit haben ' s erraten ; ich muß der Mutter alles vorlesen , und was sie nicht wissen soll , das übergeh ich . « - Er brachte noch allerlei Scherzhaftes vor und frug , ob ich Dich Du nenne , und was ich Dir alles schreibe ? - Ich sagte , des Rhythmus halber nenne ich Dich Du , und eben habe ich seine Dispensation einholen wollen , um schriftlich beichten zu dürfen , denn ich wolle Dir gern beichten ; er lachte