das Gemeine freiwillig von einer Höhe herabbegeben oder das Ungemeine zu einer hinauf , indes du doch milder von Tieren und Feuerländern sprichst ! « » Warum ? - Mich erbittert die Zeit , das Leben , der Satan . Überhaupt - aber was hilfts ? - Grüße den Grafen von mir herzlich morgen . Von den ehrlichen sieben Erben haben dir doch ein paar an nahe 32 Beete gestohlen , ganz gegen meine Meinung weniger als gegen deine . Inzwischen Addio ! « sagte Vult , schied hastig , über den geringen Erfolg verdrüßlich , womit er mit seiner Welt und Kraft den unerfahrnen Meinungen des sanften Bruders gebot . Walt sagte mit zärtlichster Stimme gute Nacht , aber ohne Umarmung , und er sah ihn nur mit Lieb ' und Trauer an . Er warf sich vor , daß er durch seine Urteile den künstlerischen Bruder so wenig belohnet , und daß er diesem die - Beete verloren habe . » Wenigstens aber hab ' ich ihm doch « , sagt ' er , » die Tafelschmähungen gegen ihn22verschwiegen . « Er hielt es nur für erlaubt , ein Lob hinter dem Rücken , nicht einen Tadel hinter dem Rücken dem Gegenstande mitzuteilen . Nr. 28. Seehase Neue Verhältnisse Am Morgen eilte der Notar mit Winas Brief zum Grafen , übergab aber nichts , weil vergoldete Wagen und Bediente an der Türe und deren Herren im Besuchszimmer standen ; was hätte ich davon ? fragt ' er sich . » Ich komme wieder , wenn niemand darin ist « , sagt ' er zum Bedienten , dem das wie eine Diebs-Erklärung klang . Im Speisehause fand er auf dem Tischtuche das Wochenblatt und Klothars gedruckte Bitte darin , ein redlicher Finder soll ' ihm seinen Brief wieder zustellen . Am Tische hört ' er , daß der General Zablocki seinen Koch ein Dienstjubiläum feiern lasse . Der Komödiant leitete die Feier aus dem Herzen des Generals , ein Offizier aus dessen Gaumen und Magen her ; » der Jubelkoch « , fügt ' er bei , » ist ihm so nahe wie eine Kompanie oder sein Schwiegersohn . « Walt lief wieder in die Villa des Grafen hinaus - Dieser aß eben bei dem General . Zu erklären ist allerdings einer der keckesten Gedanken - die je Walten Sporen und Flügel angesetzt - , welcher ihm unter Klothars Gartentüre anflog , sobald man erwägt , daß er das Sonntags-Konzert noch im Kopfe haben mußte und im Herzen ohnehin . Daher ist es wohl nur ein Nebenumstand dabei - aber er trug mit bei - , daß der General der halbe Besitzer von Elterlein war und Gottwalt ein Linker . Gleichwohl wollt ' er anfangs sich erst mit seinem Bruder beraten , ob er angehe , der Gang ; ließ es aber unterwegs , um ihn , hofft ' er , abends mehr mit der Nachricht zu fassen und aufzurütteln , daß er ganz kühn beim polnischen General gewesen , um Winas Brief an dessen Schwiegersohn auszuliefern . Sehr spät brach er dahin damit auf , um nicht ins Essen zu fallen . Auch sollte jeder Mensch gegen Abend - nämlich nie gegen Morgen , wo der Geist noch den Körper und das Gestern verdauet - mit Gesuchen und sich zu Großen kommen , welche er vielleicht alsdann halb betrunken und halb-menschlich , es sei vom Mittags-Essen oder Mittags-Trinken , zu finden hoffen darf . Auf dem Wege dahin wallete Gottwalts Herz wie ein angewehtes Blumenbeet bei dem Gedanken auf , daß er dem Hause zugehe , worin Wina so lange als Kind und Jungfrau gelebt . Auf der letzten Gasse mußt ' er mit dem Plane der Übergabe ins Reine kommen . » Anders « , sagt ' er sich , » kanns doch nicht gehörig delikat ausfallen , als wenn ichs so mache , daß ich mich beim General - denn der Graf ist doch nur Gast - ordentlich melden lasse , mich dann entschuldige und sage , daß ich dem Hrn . Grafen etwas in einem Seitenzimmer zu übergeben habe , dieser und seine Braut mögen nun dabeistehen oder nicht ; und dabei seh ' ich doch auch einmal einen General , ja einen polnischen . « Sehr sucht ' er sich unterwegs keine andere Freude vorzuhalten als die , einen General zu hören . Drei Viertel-Stunden hatt ' er einmal in Leipzig am Hotel de Baviére gelauert , um einen Ambassadeur einsteigen zu sehen . Denselben Durst hatte sein Herz nach dem Anblick eines preußischen Ministers . Dieses Triumvirat war ihm der Dreizack der Gewalt , der Feinheit und des Verstandes ; feinere Turnüren , als die sind , womit dieser Staats-Trident guten Morgen , guten Abend und alles sagen werde ( indes ohne Blumen ) , konnt ' er nicht wohl für möglich halten , weil er glaubte , sie denen gleichsetzen zu können , womit Louis XIV. und Versailles auf die Nachwelt kamen . Nur drei Personen , gleichsam Kuriatier , stellt ' er diesen drei Horatiern entgegen und sogar voraus - deren Gemahlinnen ; oft ließ er besonders eine Ambassadrice durch seinen Kopf gehen , welche es war , eine russische , dänische , französische , englische etc. - » Bei Gott « , sagt ' er , » sie ist ganz Göttin sowohl in betreff der zartesten Ausbildung und Tugend als des feinsten Teints , Gesichts und Anzugs ; - aber warum hab ' ich armer Teufel noch keine Ambassadrice zu Gesicht bekommen ? « Endlich stand er vor dem Zablockischen Palast . - Die Auffahrt und das Ketten-Gehenke an Pfeilern waren neue Siebenmeilenstiefel für seine Phantasie ; er freute sich auf die Nacht , wo er diese gespannte bange Stunde auf dem Kopfkissen frei und ruhig beschauen und behandeln werde . Er trat in den Palast , er sah rechts und links breite Treppen mit Eisengeländern - große Flügeltüren - sogar einen rennenden Mohr mit weißem Turban - geputzte Menschen