später der Pest erlag , sandte die Leiche nach Stade , wo sie beigesetzt wurde . 1686 . 5. Tableau . Philipp Christoph , Graf von Königsmarck ( jüngster Sohn Kurt Christophs und Bruder Hans Karls von Königsmarck ) nimmt Abschied von der Erbprinzessin von Braunschweig-Lüneburg und wird kurz darauf in den Gängen des Schlosses von Hannover ermordet . Philipp Christoph von Königsmarck , geboren 1662 , war seit seinen Kindertagen mit Sophie Dorothea , Erbprinzessin von Braunschweig-Lüneburg , befreundet . Sechzehn Jahre alt , vermählte sich diese mit ihrem Vetter , dem Kurprinzen Georg Ludwig von Hannover , dem späteren Könige Georg I. von England . Die Ehe war nicht glücklich . Philipp Christoph von Königsmarck ging in die Welt und beteiligte sich an verschiedenen Kriegszügen . Von 1688 an aber erkor er , wenigstens zeitweise , Hannover als Aufenthaltsort und lebte daselbst mit fürstlichem Aufwande , was ihm sein Reichtum gestattete . Denn er war Erbe von Oheim und Bruder , die , wie schon erzählt , 1686 und 1688 vor Argos und Negroponte den Tod fanden . Zu seinem ( Philipp Christophs ) Hausstande gehörten neunundzwanzig Diener und zweiundfünfzig Pferde . Seine früheren Beziehungen zur Erbprinzessin wurden wieder aufgenommen und weckten nicht nur die Eifersucht des Kurprinzen , sondern auch den Neid der Gräfin Platen , einer Mätresse des Kurprinzen . Ein Herr von Podewils , kurhannoverscher Feldmarschall , unterließ es nicht , dem Grafen Philipp Christoph die Gefahren seines Verhältnisses zur Prinzessin Sophie Dorothea vorzustellen . Umsonst . Endlich gab Philipp Christoph der immer wieder laut werdenden Warnerstimme nach und traf Vorbereitungen , um in kursächsische Dienste zu treten . Am 1. Juli 1694 begab er sich in das Schloß zu Hannover , um hier von seiner Freundin , der Kurprinzessin , Abschied zu nehmen . Er verließ das Schloß nicht mehr . In einem Korridore traten ihm vier Hellebardiere entgegen , die sich bis dahin hinter einem Schornstein verborgen gehalten hatten , und im Kampf gegen diese gedungenen Leute fiel er . Seine Leiche versenkte man in einen senkrecht durch die ganze Höhe des Schlosses laufenden Kanal und mauerte diesen zu . Zwei der Hellebardiere , Buschmann und Lüders , haben die Tat auf ihrem Sterbebette gebeichtet . Die Gräfin Platen war Anstifterin des Ganzen – der Kurprinz ( zur Zeit des Mordes auf Besuch in Berlin ) hatte nur schweigend zugestimmt . Das Aufsehen , das die Tat hervorrief , war groß und die Gräfin Platen wurde Gegenstand allgemeinen Hasses . Ein Volkslied , dem ich einige Strophen entnehme , gab dieser Stimmung Ausdruck . Wer geht so spät zu Hofe , Da alles längst im Schlaf ? Im Vorsaal wacht die Zofe – Schon naht der schöne Graf . Er sprach : » Eh ' ich nach Frankreich geh ' , Muß ich sie noch umarmen , Prinzessin Dorothee . « Gräflein , du bist verraten , Verraten ist dein Glück , Die böse Gräfin Platen Ersann ein Bubenstück . Du schalt ' st sie eine Wetterfahn ' , Sie tät dir gern viel Liebes , Nun ist ' s um dich getan . Er ging zur ew ' gen Ruhe Mit vielen Schmerzen ein , Doch ward in keine Truhe Gebettet sein Gebein . Ich weiß nicht , wo er modern mag , Doch wird er einst erscheinen Am Auferstehungstag . * So ( mit Umgehung der drei minder wichtigen ) die fünf großen Tableaus im Ahnensaale zu Schloß Plaue . Zwischen ihnen und dem Plafond befinden sich , friesartig , wie in einem der bekannten Staatssäle zu Venedig , acht Kniestücke minder interessanter alter Königsmarcks , die jedoch , was ihre historische Beglaubigung angeht , weniger an die Dogenmedaillonporträts in Venedig , als an die lediglich aus der Phantasie geschöpften Königsbilder im Schlosse zu Holyrood erinnern . Wir treten hiernach aus dem Ritter- und Ruhmessaale der Königsmarcks in den Vorflur zurück und fragen : wie wirkt dieser Ruhmessaal ? Der Unbefangene wird von diesen bildlichen Verherrlichungen der Familie keinen besonders befriedigenden Eindruck empfangen , nicht weil es an der Berechtigung zu solcher Verherrlichung fehlte ( diese ist vielmehr außer allem Zweifel ) , sondern lediglich weil es dem hier Gebotenen an dem Kunstmaße gebricht , das man , glaub ' ich , heutzutage bei Neuschöpfungen der Art fordern darf . Sind solche Galerien aus alter , unkritischer Zeit her mit herübergenommen , so hat man sie nicht nur gelten zu lassen , sondern , wie gering auch ihr Kunstwert sein möge , sich ihrer aufrichtig zu freuen , ja sie mit ganz besonderer Pietät zu hegen und zu pflegen . Läßt man aber in unserer Zeit ein Ruhmesmuseum neu erstehen , so muß es eine Gestalt annehmen , die den Kunstanforderungen unserer Zeit und dem Reichtum und Ruhme der Familie gleichmäßig entspricht . Die großen Tableaus aber bleiben gleichmäßig hinter dem allen zurück . Unsere besten Künstler wären zur Verherrlichung dieser Königsmarckschen Historie gerade gut genug gewesen , und in derselben Weise , wie das letztverstorbene gräfliche Paar von der Hand Karl Sohns – also eines damals nahezu besten Porträtmalers – gemalt wurde , wie der Bruder des gegenwärtigen Grafen Königsmarck ein erzenes Monument in der Kirche zu Plaue fand , mußten auch die berühmten Ahnen , samt dem , was sie groß machte , durch wirkliche Meister der Historienmalerei dargestellt werden . » Noblesse oblige . « Danach ist der Adel unseres Landes auch meistens verfahren , besonders wenn wir zurückblicken . Wie schön , beispielsweise , die Standbilder , die sich in unseren Stadt- und Dorfkirchen reichlich vorfinden : der Sparrs in der Marienkirche zu Berlin , der Arnims in Rheinsberg , der Schlabrendorfs in Brandenburg , der Quitzows in Rühstädt und Kletzke , der Schulenburgs in Salzwedel , der Schönings in Tamsel . Aber auch die Gegenwart empfindet im wesentlichen ebenso , und die Jagows , die Itzenplitze , die Zietens , Massows , Hertefelds und Rombergs usw. haben ihre Schlösser , Parks und Begräbnisstätten mit dem Besten