fallen , die hatten das nicht gemacht . Aber er hatte es ja deutlich genug sehen müssen , wie der Vater von einem Tag zum andern gehässiger auf ihn wurde ; und da war jemand dahinter ; ja , ganz gewiß war eines dahinter und hetzte und schürte . Und niemand anders wie das verfluchte Weibsbild , das sich an den Alten hingemacht hatte , schon den allerersten Tag , nachdem die Mutter aus dem Haus war . Die verstand es ! Ganz fein ging sie es an und schob sich heimlich auf den Ehrenplatz im Hause . Daß es die Ursula nicht wahr haben wollte und das nicht sah , was doch so deutlich war ! Die hatte halt mit Ruhe wegkommen wollen , weil sei es doch nicht ändern konnte ; und jetzt war vielleicht an ihm die Reihe , zu gehen , aber anders : in Feindschaft und Haß . Lenz wischte sich über die Stirne ; der Schweiß stand ihm darauf . Herrgott ! Wenn er ' s überdachte , - das konnte ja gar nicht sein , daß ihn der Vater wegen der hinausjagte , und alle Leute müßten auf seiner Seite stehen und es dem Alten sagen , was es für ein Unrecht sei . Vielleicht , wenn er selber mit ihm reden würde , ganz ruhig , und würde es ihm vor Augen stellen , daß es die Jahre her nie etwas gebraucht hätte zwischen ihnen , und daß die Mutter verstorben sei im festen Glauben , daß ihr Sohn einmal das Sach in Händen haben werde , und daß jetzt eine fremde Person ihm Lügen erzähle , damit sie ihren Vorteil davon habe , dann müßte doch der Vater auf das Rechte kommen . Und das sollte nun gleich sein und nicht aufgeschoben werden , denn der Zustand war nicht mehr zum Aushalten . Wie ein Knecht herumstehen , dem man das Davonjagen angetragen hat , und der nicht weiß , ob es noch der Mühe wert tut , eine neue Arbeit anzufangen , das war das allerschlechteste . Dem Lenz war sonderbar zumut , wie er sich auf den schweren Weg machte . Es war ihm , als sei er über Nacht fremd geworden daheim , als gingen ihm die altvertrauten Dinge , die er um sich herum sah , nichts mehr an , oder als müßte er von neuem ein Recht darauf suchen . Zögernd trat er ins Haus . Im Flötz stand Zenzi vor einem offenen Schrank und kramte in der Wäsche herum . Oft hatte Lenz seiner Mutter zugeschaut , wenn sie die sauber gewickelten Leinwandrollen umschichtete oder ein weißes Linnen zusammenlegte und mit der Hand sorgsam glättete ; und von klein auf hatte er Respekt gehabt vor diesem bunt bemalten Kasten , über den die Mutter eifersüchtig wachte . Jetzt langte das Weibsbild mit frechen Händen hinein und warf die alte Ordnung über den Haufen . Er gab ihm seinen Gruß nicht zurück , und wie es fragte , ob er zum Vater hinein wolle , hörte er nicht und ging ohne Antwort in die Stube . Da setzte er sich an den Tisch und überlegte sich , wie er am besten seine Rede anfangen könne . Wenn der Alte im Stuhl sitzen würde , ihm gegenüber , und er würde dann sagen : » Schau , Vata , des sell hat jetzt koan Wert gar it , daß mir da aufanand häßlich san . Also , net wahr ? Jetzt hamm ma so lang mitanand g ' haust , und z ' weg ' n wos soll ' n denn nacha mir auf oamal z ' kriagt sei ? I tua mei Sach ' , und du werscht g ' wiß it sag ' n kinna , daß i net gern arbet , und du muaßt it sag ' n daß mir d ' Zung außahängt vo lauta Gier nach ' n Sach . Daß i gern auf ' n Hof kam , dös sell is amal g ' wiß , und weil mi aa gar nia was andersts g ' wißt hot , und weil dös aa da Brauch is , daß mi ' s Sach ' vo de Eltern kriagt , und hot mi aa seine bescht ' n Johr ' dahoam zuag ' setzt , durch dös , daß ma ' s gar it anderst g ' moant hot , aba desweg ' n is durchaus it da Fall , daß i di mit G ' walt weg hamm möcht ' , oda daß i dir dei G ' sundheit it vagunn , und bal ' s du wos sogscht , nacha muaß dir dös wer anderna ei ' g ' red ' t hamm , und dös is amal frech g ' log ' n von dera Herrgottsaggerament ... « Lenz redete immer lauter in seiner Erregung und schlug mit der Hand auf den Tisch . Da hörte er in der Nebenkammer husten und räuspern und gleich darauf den Vater rufen : » Wer red ' t denn da draußd ? « » I bin ' s , Vata . « » Mit wem streit ' st denn ? « » I ho g ' rad a so für mi hi ' g ' redt . « » So ? Sag ' der andern , sie soll an Kaffee in d ' Stub ' n bringa . « » I hätt ' nacha aa mit dir wos z ' red ' n. « » Wos denn ? « » Z ' weg ' n da Arbet , und a so halt . « » Do bin i gar it aufg ' legt dazua ; dös sogscht d ' ma spata . « » Wann nacha ? « » Dös wer ' n ma scho sehg ' n ; aber jetz laß mir mei Ruah ! « » Sollt ' i in a Stund wieda kemma ? « » Na , sog i.