was verstanden , und ' s Roß braucht it so hart liegen . « » Bei mir g ' schieht dös , was i will . Und dös mirkst dir amal guat ! « Der Hansgirgl räumte verdrossen den Mist zusammen und streute frisch auf . Wie er mit der Arbeit fertig war , band er den Schurz ab und zog seinen Janker an . Eine Viertelstunde später saß er beim Wirt , und drei Stunden später saß er noch dort . Seinen Hut schob er von einem Ohr auf das andere , und jedesmal , wenn ihm die Kellnerin eine frische Halbe brachte , ließ er sie trinken . Er sagte , daß er sich nichts gefallen lasse . Und das müsse schon eine ganz andere Herrschaft sein , von der er sich was gefallen lasse . Er wolle die Arbeit tun , akkurat so , wie beim Dallhammer von Webling ; das Neumodische kenne er nicht und wolle er nicht , und es reue ihn , daß er vom Dallhammer weggegangen sei . Die Pferde daheim wurden unruhig , als zur Futterzeit niemand kam . Da ging der Schuller in den Stall und sah , daß der Hansgirgl ausgeblieben war . Er schüttete selber vor und war zornig über den Knecht , der nach so kurzer Zeit schon liederlich wurde . Als er ihn später durch den Hof gehen sah , trat er auf ihn zu . » Wo kimmst denn du her ? « - » I ? « » Ja , du . Woaßt du it , wann Fuatterzeit is ? « » I waar scho kemma . « » Du waar ' st scho kemma ! Müassen d ' Roß warten , bis du g ' nua g ' soffen hoscht . Du stinkst nach ' n Bier ! « » I ho gar it g ' soffen . Wegen dera Halbe brauch ' i mi net schimpfen lassen . « » Balst ma dös nomal tuast , daß d ' unter der Zeit zu ' n Wirt laafst , nacha schmeiß ' i di außi . « » So , du schmeißt mi außi ? « » Jawohl , schnell g ' nua . « » Na , dös tuast du net ! I geh ' a so und schaug mir um an richtigen Deanst in an richtigen Haus . « » Nimm di z ' samm ! « » I nimm mi gar it z ' samm . Mi hat ' s a so den ersten Tag g ' reut , daß i zu dir kemma bi . A jeder Mensch sagt ' s , daß ma bei dir it bleib ' n soll . Du bist ja gar koa Christ ! Du bist ja gar neamd ! « » Geh in dei Kammer und pack dei Sach ' ! Morg ' n in da Fruah machst , daß d ' weiter kimmst . Dei Büachl und dein Lohn für dös Monat schick ' i dir umi . Und sehg ' n will i di nimmer ! « Der Hansgirgl zog am nächsten Morgen ab . Einige Tage später ging auch die Mitterdirn nach einem geringfügigen Wortwechsel mit der Bäuerin . Die Bäcker Ulrich Marie wußte ihr einen besseren Platz , wo sie ihr Seelenheil nicht auf das Spiel setzen mußte . Fünfzehntes Kapitel » Der rechte Fuß setzt im Takt ein , der linke zieht einen Bogen nach rechts ! Also nochmal ! Eins , zwei , drei - vier , fünf , sechs ! « Der ehemalige herzogliche Hoftänzer Merkle gab Tanzunterricht , und es waren im Saale des Schimmelwirtes ein Dutzend Studenten und ebensoviel Bürgermädchen anwesend , welche die gesellige Kunst in sechs Lektionen erlernen wollten . Und Merkle war der Mann dazu , sie jedem beizubringen , weil er sie ernst nahm . Er hatte ein Buch über die Tanzkunst geschrieben und das begann so : » Der Tanz als Kunst ist die vollendetste ästhetische Formenbewegung , also das Symbol der plastischen Schönheit . Er ist das Streben , dem Körper die höchste Schönheit zu verleihen , ihn durch Anmut zu verklären , ihm ästhetische Bedeutung zu geben ; das wenigstens ist der Standpunkt , den ich als Repräsentant der modernen Tanzkunst einnehme . « Und er lebte nach diesem Glauben . Niemals stellte er seine Beine in gewöhnlicher Weise nebeneinander auf den Boden ; immer ruhte eines auf der Fußspitze , indem es sich in schönem Halbbogen wölbte ; niemals ballten sich seine Hände zu Fäusten zusammen , niemals steckten sie in Taschen , oder hingen bedeutungslos an ihren Gelenken . Sie vorzüglich hatten , wie Merkle sagte , die Aufgabe , durch Attitüden das Symbol der plastischen Schönheit darzustellen . Man erreicht dieses Ziel , indem man die kleinen Finger sich von den übrigen wegstrecken läßt und die gerundeten Zeigefinger an die Daumen preßt . Aber wenn Merkle für sich diese Vollendung erreichte , so war es ihm doch unendlich schwer , sie anderen mitzuteilen . Denn unter seinen Schülern waren Menschen , deren Gliederbau nicht zierlicher war als der von jungen Hühnerhunden ; und welche erst reiflichen Nachdenkens bedurften , wenn sie eine entferntere Extremität in Bewegung setzen wollten ; und welche eine runde Linie herstellten , indem sie eine gerade zwei-oder dreimal knickten . Es waren Menschen da , welche niemals einsahen , warum ihre Fersen nicht auch am Vergnügen teilhaben sollten , und welche wie vom Blitz getroffen umfielen , wenn sie ihr Dasein auf die Fußspitzen verlegen wollten . Und dann gab es Mädchen , welche die ganze Hilflosigkeit ihres Geschlechtes begriffen , wenn der Tanz begann . Und welche sich an die Herren klammerten , als müßten sie durch einen reißenden Fluß hindurchwaten , oder als würden sie aus einem brennenden Hause gerettet . Und wirklich , es war nicht leicht , sie alle so abzurichten , daß ihr Tanz als Symbol der plastischen Schönheit gelten mußte . Aber Merkle war der