das Geld gewonnen und es dir geschenkt . « » Maschallah ! So bin also ich es , der diese Wette gewonnen hat , nicht er ! Denn wenn ich nicht Sejjid Omar aus Kairo wäre , so hätte er sie verloren ! Und was ich gewonnen habe , das ist mein ; ich werde mich also hüten , es ihm wiederzugeben ! Aber du sagtest , daß ich hinaufgehen soll ? « » Ja . Sie werden jetzt speisen . Du teilst ihnen sehr höflich mit , daß ich mit ihnen essen will , sagst aber auf keinen Fall meinen richtigen Namen , auch nicht , daß ich ein Deutscher bin , der Bücher schreibt ! « » Gut ! Das werde ich schon machen . Du weißt ja , daß du dich auf mich verlassen kannst ! Aber diese fünf Pfund mag ich nicht einstecken . Hebe du sie mir auf , denn bei dir ist mir das Geld lieber als bei mir ! « Er gab mir die Münzen und ging . Es dauerte gar nicht lange , so kam er wieder , und zwar mit einem bitterbösen Gesicht . » Nun , was hat man gesagt ? « fragte ich . » Ausgelacht hat man mich , und beinahe hinausgeworfen , « zürnte er . » Ich könnte diese Inglis gleich mit beiden Fäusten prügeln , aber du weißt ja , Sihdi , daß man sich nach der Decke strecken muß ! « Ich gab mir Mühe , bei dieser so schnell eingetroffenen Nutzanwendung nicht laut aufzulachen . Er fuhr fort : » Ich sagte deinen Namen nicht , sondern den , welchen du immer in das Fremdenbuch zu setzen pflegst . Ich sagte nicht , daß du ein Deutscher , sondern daß du mein Sihdi seist ; das ist doch mehr , als alle Völker zusammengenommen . Ich sagte nicht , daß du Bücher schreibst , sondern daß du Gedichte machst . Das ist keine Lüge und führt , wie ich von unsern arabischen Dichtern weiß , den Menschen zur Unsterblichkeit . Und endlich sagte ich , daß dieser unsterbliche Sihdi ihnen sagen lasse , daß er heraufkommen werde , um mit ihnen zu essen . « Er machte eine Pause . Die Sache gab mir heimlich Spaß ; er aber fügte in seinem grimmigsten Tone hinzu : » Da lachten sie über mich ; das will ich ihnen verzeihen . Aber sie lachten auch über dich , und das kann ich ihnen nicht verzeihen ! Der Eine , welcher viel älter als der Andere ist , sagte , wer unsterblich sei , der brauche nicht zu essen , weil der Hunger ihm ja nichts schaden könne . Und der Jüngere befahl mir , dir zu sagen , daß er in der Küche ein Essen für dich bestellen und es dir schicken lassen werde . Das beleidigte mich so , daß ich vor Aerger vergaß , mich nach der Decke zu strecken . Ich wurde auch grob und sagte ihnen , daß ich ihnen ihre fünf Pfund wiederbringen werde . Da gaben sie den Kellnern den Befehl , mich hinauszuschaffen ; ich bin aber natürlich selbst gegangen . Gib mir die Goldstücke Sihdi ; ich trage sie hinauf ! « » Nein . Du wirst sie behalten und dennoch noch einmal hinaufgehen . « » Das fällt mir schwer , Sihdi ; aber wenn du es willst , so werde ich es tun . Was soll ich sagen ? « » Merke dir die Worte genau ! Du sagst folgendermaßen : Mein Sihdi läßt Sir John Raffley und die liebe Chair-and-umbrella-pipe grüßen ! Hast du das verstanden ? « » Ja : Mein Sihdi läßt Sir John Raffley und die liebe Chair-and-umbrella-pipe grüßen ! « » Und wenn man dich fragt , woher ich ihn und sie kenne , so antwortest du : Mein Sihdi war dabei , als sie auf Ceylon verloren ging und auf dem chinesischen Schiffe dann wiedergefunden wurde . Kannst du dir das merken ? « Er wiederholte die beiden Sätze einige Male , bis er sie sich eingeprägt hatte . Dann fragte er in bedenklichem Tone : » Was tue ich aber , wenn ich wieder ausgelacht oder gar hinausgeworfen werde ? « » Das wird nicht geschehen , denn du wirst ganz im Gegenteile große Freude anrichten . Die Hauptsache ist , daß du auch wirklich hinein zu ihnen kommst , um deinen Auftrag auszuführen . Am besten ist es , du lässest dich gar nicht anmelden , sondern gehst stracks hinein , ohne dich vorher mit den Kellnern abzugeben . « Hierauf ging er fort . Ich sah ihm nicht nach , war aber überzeugt , daß er unterwegs einige Male stehen bleiben würde , um das , was er zu sagen hatte , für sich zu wiederholen . Um mein Verhalten begreiflich zu machen , muß ich auf die schon erwähnte Reiseerzählung zurückkommen , welche in Band XI meiner gesammelten Werke unter dem Titel » Der Girl-Robber « zu finden ist . Ich erzähle da von einem Erlebnisse mit Raffley , welches sich auf Ceylon und seinem Küstengewässer abwickelte , und sage von diesem » Englishman ohne Furcht und Tadel « folgendes : » Neben mir lehnte Sir John Raffley . Er bemerkte von all den Herrlichkeiten , welche ich sah , nicht das Geringste . Die köstlichen Tinten , in denen der Himmel flimmerte und glühte , das strahlendurchblitzte Kristall der See , der erquickende Balsam der sich abkühlenden Lüfte und die bunte , interessante Bewegung auf dem vor uns liegenden Fleckchen der herrlichen Gotteswelt , sie gingen ihm verloren ; sie waren ihm im höchsten Grade gleichgültig ; sie durften es nicht wagen , seine Sinne auch nur einen Augenblick lang in Anspruch zu nehmen . Und warum ? Wunderbare und ganz überflüssige Frage ! Was war denn eigentlich dieses Ceylon in seinen Augen ? Ein Eiland , eine Insel mit einigen Menschen , einigen