, mit weißen Sternchen besät , und hohe Stiefel an den schlanken Füßen , unter denen der Schnee knisterte . Und munter und frisch war sie , daß es ein Vergnügen hätte sein müssen , sie anzusehen , wenn einem das Herz nicht voll des Grolls gegen sie gewesen wäre . Bei der Umzäunung der Grubenhütte angelangt , hemmte sie , wie sie pflegte , den Schritt und musterte das Häuschen vom Grunde bis zum Firste . Plötzlich richtete Pavel sich von seiner Arbeit auf , warf die Hacke hin , und auf das Mägdlein zuschreitend , sprach er : » Was schaust ? « Und sie , überrascht , aber nicht im mindesten erschrocken , wurde sehr rot und erwiderte : » Was soll ich schauen ? « » Nichts « , versetzte Pavel unwirsch , » gar nicht schauen sollst , weitergehen sollst . « Das schien jedoch keineswegs ihre Absicht , vielmehr hatte sie sich dem Zaun genähert , und da Pavel dies seinerseits auch getan , standen sie ziemlich nahe aneinander . Sie , in der ganzen Zuversicht ihrer Schönheit , ihrer Jugend , ihres Frohsinns ; er in seiner befangen machenden Erbitterung gegen sie , gegen ihre lügenhafte Anmut und Holdseligkeit . Slava hatte ihren Korb neben sich auf den Boden gesetzt und bewachte ihn fortwährend mit ihren Blicken , als ob sie fürchte , daß er davonlaufen werde , sobald sie ihn aus den Augen ließe ; und so , mit gesenkten Lidern und leise bebenden Lippen , sagte sie : » Ich schau das Haus an , weil ich mich nicht getrau , dich anzuschauen . « Pavel zog die Brauen finster zusammen und murmelte etwas von einem » bösen Gewissen « . Da wurde sie wieder rot : » Wer hat ein böses Gewissen ? « » Der fragt . « » Ich ? ... warum hätte denn ich ein böses Gewissen ? « Die geheuchelte Treuherzigkeit , mit welcher diese Frage gestellt war , erweckte Pavels Zorn , und während tausend brennende Ausdrücke für denselben sich ihm auf die Lippen drängten , plumpste er heraus mit dem schwächsten , dem kindischesten : » Hast du mir nicht meine Ziegel zertreten ? « Das Mädchen erhob die Augen , ihr Blick ruhte voll und hell auf ihm : » Wann soll ich das getan haben ? ... Das hab ich nie getan . « » Lüg nicht « , herrschte er sie an . » Ich lüg nicht « , erwiderte sie , » warum sollt ich lügen ? Ich hab ' s nicht getan , und damit gut . « - Er glaubte ihr , er konnte nicht anders als ihr glauben , und schon etwas besänftigt , fuhr er fort : » Bist du mir nicht nachgelaufen mit einem Stein in der Hand ? « » Aber Pavel , wer wird sich denn sowas merken , was ein dummes Kind getan hat . Was hast du nicht alles getan ? « Sie schlug leicht und zierlich mit der Hand in die Luft : » Sowas vergißt man . Ich bitte dich , Pavel , vergiß das . « Er schwieg ; es überkam ihn wie Scham über sein allzu treues Gedächtnis . Hatte sie nicht recht ? - sowas vergißt man . Von Verzeihen , ja von Dankbarkeit gegen die Urheber unserer Prüfungen hatte Milada gesprochen , vom Vergessen der Beleidigung - nicht . Um ihm davon zu sprechen , von diesem gründlichsten Heilmittel , hatte die kleine nichtsnutzige Feindin kommen müssen . Sie sagte noch ein paar freundliche Worte , beugte sich , hob ihren Korb auf und setzte ihre Wanderung fort . Pavel blieb allein mit Lamur , mit seiner Arbeit und mit seinen Gedanken . - Vergiß , dann brauchst du nicht zu verzeihen ! Vergiß , dann hast du auch keinen Grund , dir etwas darauf einzubilden , daß du verziehen hast . Wenn man ' s nur träfe ! Er besann sich , daß er es einmal getroffen hatte der hübschen Widersacherin gegenüber , damals , als er aus dem Schloß gestürzt kam , voll des Glücks über das große Geschenk der Frau Baronin . Und was einmal zufällig und unwillkürlich gelang , sollte es nicht wieder gelingen können , freiwillig und mit gutem Bedacht ? Bei ihrem nächsten Gange zum Forsthause hielt Slava abermals ein Ständchen mit Pavel , und seine erste Frage an sie war : » Wenn du kein schlechtes Gewissen gegen mich gehabt hast , warum hast du dich gefürchtet , mich anzuschauen ? « » Weil du immer so verdrießlich gewesen bist und schreckliche Augen auf mich gemacht hast . Das mag ich nicht , ich hab ' s gern , daß man fröhlich ist und mich freundlich ansieht . « Mit diesem » man « meinte sie nicht etwa ihn allein , sie meinte jeden . Pavel täuschte sich nicht lange darüber . Es war ein Teufelchen der Lustigkeit in ihr , das sie antrieb , den Ernst zu bekämpfen , wo immer sie ihm begegnete ; und diese Lustigkeit , die fast bis an die Grenze der Ausgelassenheit gehen konnte , verbunden mit den hohen Ehren , in welchen sie ihr nettes Persönchen hielt , und ihrem jungfräulich züchtigen Wesen machte ihren von jung und alt empfundenen Zauber aus . Auf niemanden jedoch wirkte er unwiderstehlicher als auf Arnost ; den hatte sie völlig umstrickt , und er machte Pavel gegenüber weder ein Hehl aus seinen Liebesschmerzen noch aus seiner Eifersucht auf ihn . Als ein verständiger , mit praktischem Sinn ausgerüsteter Bursche fand er nichts erklärlicher , als daß Slava den Inhaber eines Hauses und eines Feldes ihm , der nur ein Haus und den dazugehörenden kleinen Gemeindeanteil besaß , vorziehen müsse . Daß Pavel in die Reihen der Bewerber um die Gunst oder die Hand des hübschen Mädchens zu treten beabsichtige , schien ihm so ausgemacht , daß er nicht einmal danach fragte , und sein