schweigen wir von der Gosse , bestes Kind - o sage mir , sage mir , ob du mich liebst ? « - » Ich habe mich , « sprach Miesmies weiter , » nach deinen Verhältnissen erkundigt und erfahren , daß du Murr hießest und bei einem sehr gütigen Mann nicht allein dein reichliches Auskommen hättest , sondern auch alle Bequemlichkeiten des Lebens genössest , ja , diese wohl mit einer zärtlichen Gattin teilen könntest ! - o , ich liebe dich sehr , guter Murr ! « - » Himmel , « rief ich im höchsten Entzücken , » Himmel , ist es möglich , ist es Traum , ist es Wahrheit ? - O halte dich - halte dich , Verstand , schnappe nicht über ! - Ha ! bin ich noch auf der Erde ? - Sitze ich noch auf dem Dache ? - Schwebe ich nicht in den Wolken ? Bin ich noch der Kater Murr ? Bin ich nicht der Mann im Monde ? - Komm an meinen Busen , Geliebte - doch sage mir erst deinen Namen , Schönste . « - » Ich heiße Miesmies , « erwiderte die Kleine , süß lispelnd in holder Verschämtheit , und setzte sich traulich neben mir hin . Wie schön sie war ! Silbern glänzte ihr weißer Pelz im Mondschein , in sanftem schmachtendem Feuer funkelten die grünen Äuglein . » Du - « ( Mak . Bl . ) - hättest , geliebter Leser , das freilich schon etwas früher erfahren können , aber der Himmel gebe , daß ich nicht noch mehr querfeldein springen muß , als es bis jetzt schon geschehen . - Also , wie gesagt , dem Vater des Prinzen Hektor war es ebenso ergangen wie dem Fürsten Irenäus , er hatte , selbst wußte er nicht wie , sein Ländlein aus der Tasche verloren . Prinz Hektor , der zu nichts wenigerem aufgelegt , als zum stillen , friedlichen Leben , der , unerachtet ihm der Fürstenstuhl unter den Beinen weggezogen , doch gern aufrecht stehen und , statt zu regieren , wenigstens kommandieren wollte , nahm französische Dienste , war ungemein tapfer , ging aber , als ihn eines Tages ein Zithermädel anplärrte : » Kennst du das Land , wo die Zitronen glühn , « sofort nach dem Lande , wo dergleichen Zitronen wirklich glühn , das heißt nach Neapel , und zog statt der französischen Uniform eine neapolitanische an . Er wurde nämlich so geschwinde General , wie es nur irgendeinem Prinzen geschehen kann . - Als der Vater des Prinzen Hektor gestorben , schlug Fürst Irenäus das große Buch auf , worin er selbst sämtliche fürstliche Häupter in Europa verzeichnet , und notierte den erfolgten Tod seines fürstlichen Freundes und Gefährten im Malheur . Nachdem dies geschehen , schaute er lange den Namen des Prinzen Hektor an , rief dann sehr laut : » Prinz Hektor ! « und klappte den Folianten so heftig zu , daß der Hofmarschall entsetzt drei Schritte zurückprallte . Nun stand der Fürst auf , ging langsam im Zimmer auf und ab und schnupfte so viel Spaniol als nötig , um eine ganze Welt von Gedanken in Ordnung zu bringen . Der Hofmarschall sprach viel von dem seligen Herrn , der nächst vielen Reichtümern ein aimables Herz besessen , vom jungen Prinzen Hektor , der vergöttert werde in Neapel von dem Monarchen und der Nation u.s.w. Fürst Irenäus schien das alles nicht zu beachten , er blieb plötzlich dicht vor dem Hofmarschall stehen , schaute ihn an mit dem entsetzlichen Friedrichsblick , sprach sehr stark : » Peut-être « und verschwand in das Nebenkabinett . » Gott , « sprach der Hofmarschall , » der gnädigste Fürst haben gewiß die konsiderabelsten Gedanken , vielleicht gar Pläne . « Es war dem so . - Fürst Irenäus dachte an den Reichtum des Prinzen , an seine Verwandtschaft mit mächtigen Häuptern , er rief sich die Überzeugung ins Gedächtnis , daß Prinz Hektor gewiß noch den Degen mit dem Zepter vertauschen werde , und ihm kam der Gedanke , daß die Vermählung des Prinzen mit der Prinzessin Hedwiga von den ersprießlichsten Folgen sein könne . Ganz im geheimsten Geheim mußte der Kammerherr , den der Fürst sogleich absandte , um dem Prinzen seinerseits namhaftes Beileid über den Tod des Vaters zu bezeigen , das bis auf die Farbe der Haut wohlgetroffene Miniaturbild der Prinzessin in die Tasche stecken . - Es ist hier zu bemerken , daß die Prinzessin in der Tat eine vollendete Schönheit zu nennen gewesen , hätte ihre Haut weniger ins Gelbe gespielt . Daher war ihr die Beleuchtung des Kerzenscheins günstig . - Der Kammerherr richtete den geheimen Auftrag des Fürsten - niemanden , selbst nicht der Fürstin , hatte dieser das mindeste von seiner Absicht vertraut , - sehr geschickt aus . Als der Prinz das Gemälde sah , geriet er beinahe in dieselbe Ekstase , wie sein prinzlicher Kollege in der » Zauberflöte « . Wie Tamino hätte er beinahe , wenn auch nicht gesungen , doch gerufen : » Dies Bildnis ist bezaubernd schön , « und dann weiter : » Soll die Empfindung Liebe sein ? Ja , ja , die Liebe ist ' s allein ! « - Bei Prinzen ist es sonst eben nicht die Liebe allein , die sie streben läßt nach der Schönsten , indessen dachte Prinz Hektor gerade nicht an andere Verhältnisse , als er sich hinsetzte und an den Fürsten Irenäus schrieb , es möge ihm vergönnet sein , sich um Herz und Hand der Prinzessin Hedwiga zu bewerben . Fürst Irenäus antwortete , daß , da er mit Freuden in eine Vermählung willige , die er schon seines verstorbenen fürstlichen Freundes halber aus dem Grunde des Herzens wünsche , es gar keiner weitern Bewerbung eigentlich bedürfe . Da aber die Form sauviert werden müsse , möge der Prinz einen artigen Mann von dem gehörigen Stande nach Sieghartsweiler