, wird immer bunter und lustiger , recht nach Masken-Weise , dort treibt Arlechino auf ' s neue sein tolles Wesen ; horen wir doch , was der Magier Colombinen sagt , sie nahen jetzt einander . Niemals ! rief der prophetische Alte der Kleinen zu , niemals findest Du , was Du hier suchst , aber der Dich sucht , wird Dich finden . Wir suchen einander wohl nicht , sagte Cesario , Stein vertraulich unter den Arm fassend . Aber lassen Sie uns unter der sichtbaren Maske , die uns das fremde Spiel giebt , jene unsichtbare abwerfen , die wir uns selbst gaben , ich wette , wir werden auf der Stelle die besten Freunde . Für jetzt , erwiederte Stein , haben wir nur den Charakter festzuhalten , den uns das Spiel vorzeichnet , der meinige ist trockner Ernst , der Ihrige , possenhafte Thorheit . Mein guter Ritter ! rief Arlechino , Ihr Ernst ist die tollste Posse von der Welt , und dient mir zu dem lustigsten Spaß . Steins Worte fielen von da an immer gewichtiger , Cesarios leichter , höhnender , und wurden eben daher aufs höchste verletzend ; er hatte sich recht muthwillig in das eigne Netz verstrickt , sein Gegner hielt ihn unerbittlich fest , und forderte die strengste Genugthuung . Arlechino sah mit komischer Gebehrde auf sein hölzernes Schwerdt , und bat Brighella um Beistand . Der Obrist wollte sich verdrüßlich von dem ungleichen Streit abwenden , allein sie befanden sich alle in einer Ecke des Saals zusammen gepreßt , Niemand konnte einen Schritt weichen . Auf morgen ! rief Stein in großer Erbitterung . Was beginnst Du , sagte eine schwarze Maske , Arlechino bei der Hand fassend ; welche neue Unbesonnenheit , Francesca ! Jesus Maria ! Fernando ! rief diese , Du hier ! Er hatte die Larve abgenommen , und sah mit unbeschreiblicher Anmuth um sich her . Der vermeinte Cesario , sagte er lächelnd , ist ein schönes Mädchen , das die Tapferkeit mehr liebt , als besitzt ; ich denke , Sie befreien das arme Herz gern von der Angst , die so viel Uebermuth muthlos macht . So steht das Spiel ? sagte Stein ; das ändert freilich alles . Sie haben Recht ; was kann ich anders wollen , als in des Herzens Qual meine Rache finden . Er sah Emilien scharf an , die sich an den Magier lehnte und von ihm fortgezogen ward . Das Schattenbild Cesario verschwindet nun , sagte Arlechino , zürne niemand der armen Francesca . Stein verlor sich unter die Menge . Es ward plötzlich leer um Luisen , nur Fernando stand , mit fest auf sie gerichteten Blicken , vor ihr , und schien jeden ihrer Gedanken zu bewachen . Der Obrist fühlte ihre Hand in der seinen zittern . Lassen Sie uns eilen , sagte er leise , die sonderbare Verwirrung übt ihre Gewalt über uns alle . Ja wohl , ja wohl , erwiederte sie zerstreut . Aber es ist ja ohnehin zu Ende ; nicht wahr ? es ist alles vorbei . Ich glaube , sagte er bewegt , darum lassen Sie uns gehn . Am Ausgange stießen sie auf Werner , der Augusten als Colombine , ohne sie zu kennen , führte . Der Spaß flüsterte diese Luisen zu , ist über Erwarten gelungen . Ich bin hinter die lustigsten Geheimnisse gekommen . Jetzt führt er mich zur Baronin , die wir vergebens im ganzen Saale suchten . Dort muß sich nothwendig alles aufklären . Ich denke , ich habe sie allesammt gehörig angeführt . Mehrere Masken traten zwischen sie . Gute Nacht , meine Luise , sagte eine bekannte Stimme kaum hörbar , ja mein , wie Du Dich und mich und die Welt auch bethörst . Wir treffen einander wohl wieder , und Du bekennst mir , wogegen Du Dich jetzt vergebens sträubst . Luise stürzte in ihren Wagen , ohne sich umzusehn , ja , ohne des Obristen freundliches Lebewohl zu erwiedern . Es war tief in der Nacht , als sie in ihr Zimmer trat . Mariane war eingeschlafen , die Lichter brannten trübe , und warfen einen unsichren Schein umher . Sie ging , ohne sich umzukleiden , in großer Bewegung auf und ab , ihr ganzes Wesen war im heftigsten Aufruhr , eine nie gefühlte Verzweiflung lehnte sich plötzlich gegen das Feindliche ihres Schicksals auf Ihr ganzes Leben trat in gedrängten , entscheidenden Momenten vor sie hin . Welt und Menschen , alles schien nur da , um sie und das was sie liebte , in ' s Verderben zu stürzen . Von ungefähr fiel ihr Blick in einen Spiegel . Sie erschrak vor sich selbst . Die fremde , veraltete Tracht , ihr bleiches , fast verzognes , Gesicht rief ihr das Bild der Ahnfrau vom Falkenstein zurück . Je mehr sie hinsah , je deutlicher glaubte sie alle Züge zu erkennen . Ha ! rief sie , ich bin die Letzte des verloschnen Namens ! soll ich büßen , was jene verbrach , und so die Schuld lösen ? Da stand es klar , wie von höherer Macht gesprochen , vor ihrer Seele : so ist es , kinderlos , ohne Liebe , in Reue über das Vergangene ; fern von jeder Hoffnung für die Zukunft , sollst Du eigne und fremde That büßen . Entsage freiwillig , denn Du begehrst vergebens , was Dir Dein Schicksal verweigert . So ist es , ja so ist es , wiederholte sie mehrmals . Alle Fäden der Hoffnung waren zerschnitten . Das Unabänderliche senkte sich tief in ihr Innres . Niemals , das fühlte sie , konnte sie in der Verwirrung des Lebens Ruhe finden vor der feindlichen Gewalt , die sichtbar und unsichtbar nach ihr griff , und alle Blüthen eines kaum erschloßnen Daseins höhnend zerstörte . Und hat er denn nicht Recht ? sagte sie . Bethöre ich mich nicht selbst ?