kehrte nach Königsberg zurück . Kaum dort angekommen , traf auch schon die Nachricht vom Tode des Königs ein . Sofort schnitt Anhalt aus dem großen Ölporträt den Kopf seines vieljährigen Wohltäters heraus und setzte den Kopf seines Nachfolgers hinein . Dieser , König Friedrich Wilhelm II. , kam bald danach zur Huldigung nach Königsberg und schenkte von Anhalt eine prächtige Dose , sah sich aber doch gezwungen , ihm , dem General mitzuteilen , › daß er das ostpreußische Kommando niederlegen müsse ‹ . So zieht er sich denn jetzt mit einer Pension von fünftausend Talern und dem schwarzen Adlerorden zurück , nachdem ihm noch versprochen worden ist , ihn im Fall eines Krieges wieder anzustellen . Einige sind bemüht , diese jedenfalls zu weit gehenden Wohltaten und Rücksichten in Schutz zu nehmen und die Fülle derselben aus gerechtfertigter Furcht zu erklären . Soll doch von Anhalt gedroht haben : › er werde , wenn man ihm diese Gnade ( hohe Pension und Orden ) versage , anderswo zeigen , daß er solche Zurücksetzung nicht verdient habe ... ‹ › Anderswo ‹ soll natürlich heißen : im Dienste von Österreich . Er würde sich aber gehütet haben , diese Drohung wahr zu machen , denn die von ihm zwischen Magdeburg und Brandenburg angekauften Güter sind eine hinlängliche Gewährleistung für seine Person . « So Mirabeau . * Dies war der Mann , dem – als er , im vorerwähnten Jahre 1765 , Guts- und Schloßherr von Plaue wurde – die Aufgabe zufiel , sich neben den Görnes , deren Andenken in Ehren stand , zu behaupten . Dazu war er nun freilich so ungeeignet und , wie gleich hinzugesetzt werden darf , auch so unlustig wie nur möglich . Er begann damit , den mit der Havel in Verbindung stehenden Graben , der das Schloß von drei Seiten umgab , zuschütten zu lassen . Den acht Fuß hohen Mauerrest des aus der Quitzowzeit herstammenden Gefängnisturmes ließ er , wie schon hervorgehoben , abtragen und nur das unterirdische Verlies fortbestehen , darin der Herzog von Mecklenburg gefangen gesessen hatte . Bald darauf verschwand auch die Wassermühle , die Friedrich von Görne mit großen Unkosten angelegt hatte . Natürlich . Alles was Görnesch war , war verpönt . In der Kirche zu Plaue hing die Ritterrüstung eines Ahnherrn von Görne ; von Anhalt ließ sie nach einem Nachbargute bringen , damit er sie , bei seinem Kirchenbesuche , nicht beständig vor Augen habe . Was sich noch von Erzeugnissen der von Görneschen Porzellanmanufaktur im Schlosse befand , ward in die Havel geworfen , ebenso was an Urkunden da war . Er konnte sich in leidenschaftlicher Verwüstung alles dessen , was andern etwas bedeutete , gar nicht genug tun . Sein besonderer Groll aber , darin sich zum Überfluß auch noch Verachtung mischte , richtete sich gegen die Stadt Plaue als » Stadt « , deren vier Tore er einfach wegbrechen , desgleichen auch die Schilder mit den Straßennamen entfernen ließ . Ebenso wollte er das Stadtsiegel , einen doppelten Adler , vernichten , und zwar mit dem Bemerken , » daß dies Siegel unschicklich und zum Gebrauche sogar bedenklich sei « . Das Kammergericht trat aber für die Stadt ein und sprach ihr das Siegel wieder zu . Trotz dieser Niederlage fuhr er in seiner Fehde fort und ließ eines Tages eine von ihm herrührende Polizeiverwarnung an die Straßenecken anschlagen , in der der Bürgermeister , die Ratsmänner und Bürger als » Schulze , Schöppen und Kossäten « angeredet wurden . Ebenso verfuhr er in der Kirche , wo die Magistratsloge die Inschrift empfing : » Sitze für den Schulzen und die Schöppen « . Selbst der Nachtwächter wurde herangezogen und mußte von Stund ' an rufen : » Bewahrt das Feuer und das Licht , daß diesem Dorfe kein Schaden geschicht . « Wieder wurde Plaue beim Kammergericht vorstellig und das Kammergericht entschied abermals : » in allen öffentlichen Anschlägen den Ort Plaue › Stadt ‹ oder › Städtchen ‹ zu nennen und so auch den dasigen Nachtwächter abrufen zu lassen , überhaupt die Stadt Plaue – bei hundert Dukaten Strafe für jeden Kontraventionsfall – , bei ihren städtischen Gerechtsamen und dem Namen einer Stadt oder eines Städtchens zu belassen , auch die dasige Obrigkeit und Bürgerschaft nicht Schulze , Schöppen und Kossäten , sondern Bürgermeister , Ratmänner und Bürger zu benennen . « So von Anhalt in seiner lächerlich aufgeschraubten Grandseigneurschaft , die beständig in Brutalität und – Karikatur ausartete . Was aber der guten Stadt Plaue womöglich noch mehr Anstoß und Ärgernis gab als ihres Schloßherrn unerträglicher Hochmut , das war sein Wandel , der aller guten Sitte Hohn sprach . Bis 1780 ging es . In diesem Jahre aber starb Frau von Anhalt , Karoline , geb . von Wedell , Tochter des Kriegsministers von Wedell , und von diesem Zeitpunkt an kannte von Anhalts Rücksichtslosigkeit keine Grenzen mehr . Er gefiel sich in seltsamen Reunions , denen die Sitzungen des Tabakskollegiums weiland König Friedrich Wilhelms I. als Muster vorschweben mochten , von denen sie sich aber durch ihre Sittenlosigkeit nur zu sehr unterschieden . Berliner Freunde wurden geladen , einzelne Nachbarn nahmen teil , und was an Witz und Wissen fehlen mochte ( trotzdem es an klugen Köpfen nicht geradezu gebrach ) , das wurde durch Roheiten ersetzt . Heldin und Opfer dieser Bacchanale war eine Mätresse von Anhalts , eine Plauer Fischertochter , die , wenn man sich von der Tafel erhob , zur Belustigung der Gäste mit herangezogen wurde . Man schritt dann zu Bacchustänzen , neben denen all das , was über solche Tänze berichtet wird , verschwindet . Alles was geschah , war übrigens noch mehr gemein , als lasterhaft , aber das , was die Moral dabei gewinnen mochte , wurde mehr als ausgelöscht durch ein Gebaren , das den Begriff der Menschenwürde nicht kannte . Diese Szenen spielten genau zu der Zeit , wo die Menschenrechte proklamiert wurden . Indessen