der man allein sich diesen eigenthümlich organisirten Banden zu nähern vermochte ... Die Schilderung der Ehren und Auszeichnungen , die den Pilger hier in Rom erwarten sollten , wenn ihn Hubertus glücklich auffände und über die Gebirge brächte ... Sie übersetzte eine wiederholte Aufforderung des Fürsten an Hubertus ... Reiset nach der Gegend von Porto d ' Ascoli ! Sucht , da Ihr muthig und unerschrocken seid , das Gefängniß des Bischofs von Macerata und des Pilgers von Loretto ! Alle Briefe , die Pasqualetto seit Monaten schon mit mir wechselt , sind von diesem frommen Mann geschrieben , den die Räuber zu diesem Behuf gewiß in den unwegsamsten Höhlen verborgen halten ... Ceccone ergänzte : Der Bischof von Macerata ist ein Greis - ... Der Bischof von Macerata ist ein Greis , sagen Seine Eminenz - fuhr Lucinde fort ... Aber mit allen Fähigkeiten der Jugend ausgestattet , setzen Seine Hoheit , den Pilger meinend , hinzu ... Seine Briefe - der Cardinal meinen die Klagen des armen Bischofs - sind gewandt und in jeder Beziehung vollkommen , meinen Seine Hoheit - Beide sprechen zu Euch : Kann eine fromme Seele dulden , daß die Mittel , die den Stellvertreter Christi auf Erden in seiner nothwendigen Würde erhalten sollen , durch Schurken , ungetreue Haushalter , Judasse verkürzt werden ? ... O hätt ' ich das Verzeichniß , spricht der Fürst , das dieser Mann unter den Flinten der Räuber schreiben mußte ! Oder könnte den Pilger , wenn Ihr ihn findet , Eure Entschlossenheit überreden , Euch die vorzüglichsten Namen zu nennen , die auf diesem Papier zur Schande der Christenheit glänzten ! Die Namen von Herzögen und Excellenzen behält man doch wol - ! ... Ich will ihm hier in Rom die glänzendste Wohnung einrichten , will ihn schadlos für alles halten , was er erduldete ! ... Suchtet Ihr den Pilger und - den Bischof , sagen der Cardinal , so würdet Ihr eine Krone mehr im Himmel gewinnen ! Ich fahre sofort , sagen Seine Hoheit , nach Santa-Maria und werfe mich dem Pater Campistrano zu Füßen , um Eure Verzeihung , Eure Freiheit zu gewinnen , damit Ihr einen Zweck vollführt , der Euch in jeder Beziehung den Dank der Christenheit erwerben wird ! ... Hubertus übersah jetzt in voller Klarheit das an ihn gestellte schwierige , lebensgefährliche Begehren ... Aber seine Bereitwilligkeit , einer so ehrenvollen , wenn auch den Tod - und nicht allein von Räuberhand - drohenden Aufgabe sich zu unterziehen , gab sich mit der ihm eigenen Liebe zu Abenteuern um so mehr kund , als ihm die Ueberzeugung innewohnte von einer Identität des Pilgers mit jenem Deutschen , den er trotz seiner Ketzerei auf der Reise nach Rom liebgewonnen ... Zuletzt konnte er hoffen , durch solche Dienste , die er dem Heiligen Vater leistete , auch für seine Wünsche über die Person Wenzel ' s von Terschka ins Reine zu kommen ... Hatte er bei seinem General die Freiheit gewonnen , so wollte er unerschrocken seine desfallsigen Wünsche vortragen , ehe er die Reise antrat ... Das Vertrauen , heil und gesund nach Rom zurückzukehren , besaß er vollauf ... Jetzt ergänzte mit verklärten Augen Pater Vincente seine Mittheilungen ... Alles , was Hubertus erzählt und Lucinde übersetzt hatte , traf auf die Erinnerungen zu , die Pater Vincente vom Bruder Federigo zu Castellungo hatte ... Auch Lucinde kannte ja diesen Deutschen , bei dem Porzia Biancchi sich die Fähigkeit erworben , sich als Müllerin Hedemann in Witoborn mit ihren deutschen Mägden verständlich zu machen ... Endlich sprach sogar zu ihrem höchsten Erstaunen der Cardinal : Gelobt sei unsere gute Mutter Kirche ! Diesem Pasqualetto verdanken wir , wie es scheint , mehr als einen großen Gewinn ! Nicht daß ich Hoffnung habe , Eure Hoheit in den Stand gesetzt sehen , Ihre Klagen über die Diener der Gerechtigkeit und unsere Subalternen bestätigt zu erhalten - ich würde nur auf die Aussagen eines Räubers am Fuß des Schaffots , nicht auf die Lügen eines Bösewichts etwas geben , der sich mit lächerlichen Hoffnungen schmeichelte , ja noch als Bürgermeister von Ascoli ein Leben der Achtung führen zu können wähnte - ; aber darin hat er uns einen großen Gewinn verschafft , daß er den edeln Söhnen des heiligen Dominicus Gelegenheit gibt , die Milde zu beweisen , die sie gegen Ketzer schon zu lange ausüben ! ... Signora , Sie fragten mich vor kurzem nach den Streitigkeiten des Bischofs von Robillante ? ... Hören Sie , was eintreffen muß ! ... Wenn der apostolische Eifer des Herrn von Asselyn sein neues Vaterland beschuldigt , daß Ungläubige hier spurlos in den Kerkern der Inquisition verschwinden können - so erleben wir die glänzendste Genugthuung ! Frommer Bruder , rettet den Bischof von Macerata ! Wagt Euch in die Klüfte , wo diese Räuber hausen ! Rettet aber auch diesen Pilger ! Gebt den Beweis , daß dieser Flüchtling , den von uns die sardinische Regierung reclamirt , den die Gesandtschaften Englands , Schwedens , der Niederlande , Preußens in den Händen der Dominicaner vermuthen , in keinem heiligen Inquisitionsofficium , weder sonstwo , noch hier in Rom , festgehalten wird ! Er ist gefangen ! Ja ! Aber von Räubern ! Er muß , auf den Tod bedroht , diesen die Beförderung der öffentlichen Wohlfahrt erleichtern , wodurch ihm Verzeihung werden könnte für die viele Mühe und Sorge , die uns bereits die Nachfragen nach dem Verschollenen nicht blos von Castellungo und Robillante aus , sondern von Turin , London , Berlin und Wien gemacht haben ! Fefelotti wird mir , so wenig er es sonst um mich verdient hat , dankbar sein , wenn ich ihm den Beweis an die Hand liefere , daß nichts mehr im Wege steht , sich mit seinem feuerköpfigen Nachbar zu versöhnen ! Guter Bruder ! Ihr seid von einem Blut , das Euch zu leicht in Euern schönen Kopf steigt ! Wandert getrost