und plagen und vollends zerschlagen und zu Asche brennen , was uns die andern Soldaten an zerbrochenem Eigenthum noch gelassen haben . Und wenn wir unsere Häuser nur um des Nachtlagers willen nicht gern mit dem Rücken ansehen und uns mit Kummer und Noth auch fernerhin darin zu fristen gedenken , so können wirs doch nur , wenn uns churfürstliche Gnaden auf drei Jahre von aller Kontribution und Einquartirungen befrein . « Endlich war der Krieg zu Ende und des Christophs von Görne Sohn , der inzwischen das Erbe angetreten , mühte sich , wie sich der Vater bis zu seinem 1638 erfolgten Tode gemüht hatte , dem verarmten Orte wieder aufzuhelfen . In diesem Bestreben einigten sich auch die Görnes , die den beiden ersten Besitzern , Vater und Sohn , in Schloß Plaue folgten ; am eingreifendsten und segensreichsten aber war die Wirksamkeit Friedrichs von Görne , des fünften Görne an dieser Stelle , der , schon vorher auf dem benachbarten Gollwitz ansässig , 1711 Plaue durch Vergleich an sich brachte . Friedrich von Görne , geboren den 24. Juli 1670 , war einundvierzig Jahre alt , Geheimrat und Kammerpräsident , als er 1711 seinen Neubesitz antrat . Er ließ als Erstes und Wichtigstes die während des Dreißigjährigen Krieges abgetragene Brücke wieder herstellen und ging dann in fünfjähriger Bautätigkeit dazu über , das von Georg von Waldenfels auf den Trümmern der alten Burg neu errichtete , während des Krieges aber zum zweiten Male zerstörte Schloß , durch einen dem Zeitgeschmack entsprechenden Neubau zu ersetzen . Dies geschah mit einem Kostenaufwande von 23460 Talern . Es war ein ansehnliches Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln , über dessen damalige Gesamterscheinung wir in den Guts- und Pfarrakten eine vom alten Pfarrer Lösecke herrührende , etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts angehörige Beschreibung haben , deren Inhalt sich im wesentlichen mit dem Bilde deckt , das uns das Schloß bis diesen Augenblick gewährt . » Das Corps de Logis , die Hauptfront nach Osten , ist mit vortrefflichen Souterrains versehen und hat zwei Etagen , jede mit einem herrlichen Saal und vielen schönen Zimmern . Oben auf dem Dache befindet sich ein geräumiger Altan , auf dem man bequem spazieren gehen und des herrlichsten Ausblicks genießen kann . Jenseits der Havel sieht man , hundert Ruten vom Schlosse entfernt , eine halbmondförmige Schanze , von wo aus , zur Quitzowzeit , die markgräflichen Leute Burg Plaue beschossen haben . Diese Schanze hat eine Länge von siebzehn Ruten und ist senkrecht dreizehn bis vierzehn Fuß hoch . Am Ende des mittäglichen Schloßflügels ist eine schöne Kapelle , darin , wenn es die Herrschaft verlangt , der Gottesdienst gehalten werden kann . Vor dem Schlosse fließt die Havel . Sonst ist noch aus alter Zeit her ein breiter und tiefer Graben um das Schloß her gezogen , so daß man nur über Zugbrücken in dasselbe gelangen kann . Auch der Turm 22 ist noch da , worin Hans von Quitzow 1407 den Herzog Johann von Mecklenburg ein Jahr lang gefangen hielt . « Friedrich von Görne baute dem Verkehr die Brücke , sich selbst ein Schloß , nebenher aber lief , wie schon in kurzem hervorgehoben , das eifrige Bestreben , der seit dem Dreißigjährigen Kriege verarmten Bevölkerung von Plaue wieder aufzuhelfen . Er begann mit einer Wollenmanufaktur , und als diese nicht ausreichend prosperierte , ließ er ihr eine Porzellanmanufaktur folgen . Es verlohnt sich bei der Geschichte derselben , der ersten in Preußen , einen Augenblick zu verweilen . Es war in Halle , zu nicht näher zu bestimmender Zeit , daß Friedrich von Görne die Bekanntschaft eines gewissen Kempe machte , von dem es hieß , daß er in der Böttgerschen Porzellanmanufaktur zu Meißen gearbeitet und die Geheimnisse derselben kennengelernt habe . Mit diesem Kempe setzte sich von Görne nun in Verbindung und bestimmte denselben , an einem in der Nähe sich vorfindenden rötlichen , feuerfesten Ton seine Kunst zu versuchen . Kempe ging auf den Antrag ein , und nachdem 1713 der Kunstmaler David Bennewitz ( ein anschlägiger Kopf , später Direktor der Fabrik ) und im Jahre 1715 ein auf diesem Gebiet ausgezeichneter Techniker Johann Mehlhorn hinzugetreten war , gelang es , ein weißes Porzellan herzustellen – anfangs hatte man sich mit einem rotbraunen begnügen müssen – , das durch seine Trefflichkeit die gehegten Erwartungen noch übertraf . Man fabrizierte Tafelaufsätze , Krüge , Tee- und Schokoladenservices , Butterbüchsen , Konfekt- und Kochgeschirre , kurzum alles , was man gewohnt war aus Ostindien oder Holland zu beziehen . Jeder Arbeiter wurde durch Eid verpflichtet , » von dem , was er in der Manufaktur gesehen oder erlernt habe , niemandem , es sei , wer es wolle , das geringste sagen oder weisen , oder seine Kunst auswärts üben und brauchen zu wollen . « Alle Zimmer des Plauer Schlosses waren alsbald mit allerlei kostbarem Gerät ausgestattet und namentlich Vorhof und Garten mit mächtigen Vasen und Blumentöpfen geziert . Auch der Absatz unterlag keinen Schwierigkeiten . Schon in der Nachbarschaft fanden sich Käufer die Menge , denn Reiche und Vornehme suchten dem Herrn von Görne , der zu den tonangebenden Männern zählte , in der Ausstattung ihrer Häuser nachzuahmen . Aber auch das Ausland kaufte sehr beträchtlich und außer einer zu Berlin befindlichen Hauptniederlage , wurden Niederlagen in Breslau , Magdeburg , Braunschweig , Hamburg , Kassel , Danzig und Königsberg errichtet . Für Holland und England bestimmte Ware wurde bis Hamburg frachtfrei geliefert . Auf Einkäufe von hundert Taler gab es , was ganz modern klingt , bei Barzahlungen zehn Taler , auf tausend Taler jährliche Abnahme aber , außer zehn Prozent , noch fünfzig Taler Prämie in den Kauf . Überallhin drang der Ruf der Plauer Manufaktur , und als Peter der Große seine zweite Reise durch Europa machte , kam er in Begleitung Friedrich Wilhelms I. , der ihm in Brandenburg seine » große Garde « gezeigt hatte , nach Plaue , blieb daselbst auf dem Schloß