daß sie die durch die zackigen Felswände hervorgebrachten Töne in merkwürdiger Weise variierten . Und da man die Hautstücke so angebracht hatte , daß sie leicht in andre Lagen zu bringen waren , so entstanden durch die beweglichen Hautstücke wundervolle Melodieen , die natürlich durch kleine und große Schalltrichter und besondere umfangreiche Metallinstrumente ganz orchestral gemacht werden konnten . Sofanti hieß der Pallasianer , der die Hautstücke mit Hilfe seiner Freunde herstellte . Und bei Beginn der Nacht sammelten sich im Südtrichter immer sehr viele Pallasianer , die die neuesten Sofanti-Melodieen hören wollten . Aber über dem Centralloch im Nordtrichter - dort , wo dieser nur noch anderthalb Meilen im Durchmesser hatte , - da hatte der Dex auf Wunsch des Sofanti mit Kaddimohnstahl ein großes Gestell errichtet , in dem von allen Seiten schräg nach innen gerichtet Stahlstangen standen , die oben durch einen Ring verbunden waren , und auf diesem Ringe waren abermals schräg stehende Stahlstangen angebracht , die auch oben durch einen wieder kleineren Ring verbunden waren . An einzelnen dieser Stahlstangen hatte Sofanti seine neuesten großen Hautstücke - sämtlich in Scharnieren beweglich - angebracht . Als Lesabéndio dieses Stahlstangengestell erblickte , riß er plötzlich seinen Saugfuß vom Hinterkopf los und rief laut : » Dieser Sofanti ! Da hat er ja eigentlich den großen Turm , den ich oben im Großen machen wollte , hier unten im Kleinen schon gemacht . Dieser Dex ! Dieser Sofanti ! Also ist meine Idee vom großen Turm garnicht so neu . « Zufälligerweise war der Sofanti grade in der Nähe und hörte sich seine Trichtermusik von oben an - und als er den Lesabéndio so laut reden hörte , rief er ihn an : » Lesabéndio « , rief er , » warum redest Du so laut zu Dir selbst ? Ich habe ja jedes Deiner Worte verstanden . « Da erkannte der Lesabéndio den Sofanti . Und da sprachen sie denn sehr eifrig über den großen Stahlturm und über den kleinen Stahlturm . Und währenddem rauschte die Centralmusik in ungeheuren mächtigen Akkorden auf , daß die Wände des Nordtrichters ganz fein zitterten - und daß die Pallasianer überall von den Bandbahnen absprangen und in die Luft hinausschwebten , um die mächtigen Akkorde der neuesten Sofanti-Musik ganz genau zu hören ; diese Musik machte auf die Pallasianer fast einen größeren Eindruck als der große Nuse-Turm , der eine Meile hoch war . Während Lesabéndio mit Sofanti in die Tiefe des laut tönenden Centralloches hinunterschwebte , stand der Nuse noch immer auf seinem Turm und blickte stolz umher in die dunkle Spinngewebewolke und in den bunten funkenzuckenden lichtkegelvollen Nordtrichter , in dem auch die andren Nuse-Türme glühten und leuchteten . Oben bei Nuse war es ganz still und kein Laut von der Centralmusik zu hören . Aber im Südtrichter schallte die Centralmusik - oft mit tausend Echos - donnernd um die Felswände rum , daß die Pallasianer immer wieder das schnelle Fahren sein ließen und lauschend in der Luft herumschwebten - mit beiden Rückenflügeln und auch mit einem . Die Musik blieb eine volle Stunde hindurch hörbar ; eine Pallas-Stunde entspricht ungefähr den vierundzwanzig Stunden eines Erdtages . Der ganze Südtrichter bildete jedoch eine Welt für sich , die mit der Nordtrichterwelt wenig gemein hatte . Die Anlagen des Südtrichters waren älter und zumeist ganz anders als die im Norden . Das hing besonders mit den merkwürdigen Verhältnissen der Anziehungskraft zusammen . Da der Stern Pallas im Innern sehr viele ausgedehnte Hohlräume besaß , so übten alle Trichterwände eine sehr verschiedene Anziehungskraft aus . Dazu kam noch , daß die Nachtwolke alle Schwergewichtsverhältnisse in sehr empfindlicher Weise verschob . Ein Gravitationscentrum kannte man nicht ; im Südtrichter konnte der Kopf der Pallasianer ruhig nordwärts gerichtet bleiben - aber während der Nacht konnte man im Südtrichter den Kopf auch nach allen andern Richtungen hinbringen , ohne körperliches Unbehagen zu empfinden ; es kam somit vor , daß Pallasianer auf großen Hautstreifen , die an manchen Stellen den Trichter quer durchspannten , mit ihrem Saugfuße auf der einen Seite saßen , während auf der andern Seite der Haut auch Pallasianer saßen , sodaß oft ein Saugfuß oben und einer unten eine Stelle des Hautstückes umschloß . Dieses nahegelegene Antipodentum wirkte von weitem gesehen zuweilen sehr komisch . Nun war der freie Raum des Trichters von unzähligen Drahtseilen durchzogen . Und viele Hautstreifen waren zwischen diesen Drahtseilen ; die Zahl der Hautstreifen , die nur zum Ausruhen benutzt wurden , war aber nicht sehr groß , sodaß der freie Raum als solcher immer noch bestehen blieb . Das Verkehrsleben spielte sich in diesem freien Raume ausschließlich auf den Drahtseilen ab - und zwar wurde der Pallasianer hier durch ein Magnetblech angezogen , sodaß die Bahnen » Magnetbahnen « genannt wurden . Das Magnetblech befand sich an den Knotenpunkten der Seilbahn und konnte dort beliebig gestellt werden - auch so , daß es seine Anziehungskraft verlor . Wollte nun Jemand auf einem Seilstück , das natürlich auch zwei bis vier Meilen lang sein konnte , an einem Ringe hängend rasch dahinsausen , so hatte er erst das Magnetblechstück der nächsten Knotenstation in die richtige Lage zu bringen , was durch eine Kurbelvorrichtung allerdings leicht zu bewerkstelligen war - andrerseits doch immerhin sehr viel Zeit beanspruchte , da manchmal ein Magnetblechstück auch von andrer Seite in Anspruch genommen wurde . Die Bandbahnen des Nordtrichters waren jedenfalls bequemer , zudem wurde das Magnetblech immer wieder durch die verschiedenartige Anziehungskraft der Trichterwände in sehr erheblichem Maße irritiert , sodaß es zum Beispiel sehr schwierig war , einfach schwebend dorthin zu gelangen , wo man hingelangen wollte . Im Südtrichter schwebten deshalb die Pallasianer nur sehr selten in der freien Luft herum : fast alle benutzten die langsamen veralteten Magnetbahnen ; die meisten Bandbahnen des Nordtrichters gingen achtzig-bis hundertmal schneller . Die Hälfte der Nacht - also eine Zeit , die ungefähr einem halben Erdmonat entsprechen würde - verbrachten die Pallasianer vielfach mit geselligen Zusammenkünften . Aber dort