mit schweren Verdrießlichkeiten und Zerwürfnissen anfangen , das konnte nicht gut ausfallen und hieß ins Ungewisse hineintappen . Auch war der Lenz fleißig und rechtschaffen und verdiente es wohl , den Hof so zu kriegen , wie er jetzt beisammen war . Nein , noch einmal heiraten wollte er nicht . Aber gerade , weil er über eine kleine Weile nichts mehr zu sagen hätte , sollte ihn der Sohn nicht jetzt schon daran erinnern . Und er sagte ihm , daß er noch auf dem Bock säße und kutschiere und noch lange nicht neben dem Wagen herlaufen wolle ; und wenn der Lenz meine , er könne ihm das Sitzbrett wegziehen , dann solle er blaue Wunder erleben . Da war dann freilich ein verdrießliches Gesicht mehr in der Stube , und neben der keifenden Ursula setzte der Sohn grobe Ellenbogen auf den Tisch und stach wütend in die Schüssel hinein . Diesen Zuständen ging der Schormayer gerne aus dem Wege und hockte sich lieber neben die gähnende Lammwirtin ; und das beste davon war , daß sein Haus im Schlafe lag , wenn er heimkam . Eines Abends aber sah er schon von weitem Licht in der Küche brennen , und auf des Nachbarn Hauswand lag der breite Schatten einer Weibsperson . In der üblen Hoffnung , daß ihn noch ein Gespräch mit seiner Tochter erwarte , trat er mürrischer wie sonst ein ; und da klinkte auch schon eine Tür auf . » Bischt as du , Vata ? « » Ja , wer sinscht ? « » I hätt ' di gern was g ' fragt . « » Frag halt ! « » Die Bas ' n vo Arnbach hat ma ' r a Botschaft to , und i soll morg ' n zu ihr umikemma , und es waar oana do . « » Was für oana ? « » A so halt oana . « » Fallt dera nix anders ei , daß sie jetza scho kuppeln muaß ? « » Ja no , weil ' s halt da Prückl Kaschpa vo Hirtlbach waar , und an sellan geht ma ' r it alle Tag auf . « » Ko der it zu mir herkemma und bei mir frag ' n , wia ' s si g ' hört ? « » Er werd no nix wiss ' n vo dem , und er hot grad a G ' schäft z ' Arnbach , und ' s Basl moant , wann i drent waar , na kunnt mi vielleicht auf des sell aa ' z red ' n kemma . « » Geh halt umi , vo mir aus ! « » I geh aa , wann d ' Zollbrechtin für d ' Aushülf ' kimmt . « » Was für an Aushülf ? « » Dahoam halt . « » I brauch ' koane . Z ' weg ' n dem verhungern mi net , bal du net do bischt . « » Aba ' r i mog it , daß du alloa do bleibst . « » Han ? « » I mog it , daß du alloa mit dem Weibsbild dahoam bischt . « Der Schormayer rückte den Hut aus der Stirne und fragte ruhig : » Wia red ' st denn du mit dein Vata ? Han ? « Ursula verzog greinend das Maul und stampfte auf den Boden . » Weil ' s wahr is ! « Aber da schrie er schon : » Wia du mit mir red ' st , frag i , du Herrgottsaggerament ! « » Ja , du wurd ' mi g ' schimpft , und ... « » ' s Mäu halt , du Saufratz , du nixiga ! « Sie trat einen Schritt zurück , denn er zog die Hand auf . » No mal sag ' so was , na fangst d ' aba ' r oane , du Rotzlöffi , du ! Schaug so was o ! « » Und i ho ' s amal g ' sehg ' n ... « Da packte der Schormayer seine Tochter mit harten Fingern am Arme und schob sie zur Türe hin . » Naus , sag i , und marsch in dei Bett ! « Sie schrie weinerlich auf . » Laß mi do aus ! « » I wer di na scho auslass ' n , di ! Und dös mirk ' da : bei ' n erst ' nmal , wo ' s d ' no mal frech bischt , muaßt d ' aus ' n Haus ! Du Kramp ' n , du mistiga ! « Er gab ihr einen derben Stoß und warf die Türe hinter ihr zu . Sie blieb eine Weile im Hausflötz stehen und überlegte sich , ob sie gescheiterweise noch etwas sagen sollte , aber sie griff dann lieber , wie viele Frauenzimmer , zu einem Selbstgespräch , indes sie in ihre Kammer hinaufging : » Und bal i s amal g ' sehg ' n ho , daß sie bei eahm sell g ' hockt is auf a Ofabank , und ganz hibei is sie g ' hockt , und d ' Red ' hat ' s eahm aa verschlag ' n , wia ' r i in d ' Stub ' n eina bi , und jetz wisset a bal gor nimma , was er mi allssammete hoaß ' n muaß . Und was i amal woaß , des sell woaß i. « Und was die Ursula einmal wußte , das vergaß sie nicht und brummte es ins Kopfkissen hinein , bis der Unwille in Schlaf und Schnarchen überging . Aber auch sonst gab es noch Geräusch im Hause ; denn unten flog ein Stiefel an die Kammertüre , und ein Fluch wurde länger wie der andere , bis die Müdigkeit den Zorn wegräumte und dafür dem Schormayer einen schweren , astreichen Block unter die Säge schob . Und oben klinkte