der Nebelsterne werden wir wohl nicht wieder los . Aber wir wollen doch versuchen , auch trotz dieses Dunstes wieder froh zu werden . Jedenfalls sind wir um eine große Weisheit reicher geworden : Wenn uns böse Buben angreifen und belästigen , so sollen wir nicht gleich wütend werden . Mit der Wut richten wir doch nichts aus . Giftigen Dunst bläst man nicht so leicht fort . Man tut besser , sich an den giftigen Dunst zu gewöhnen . Hört auf mit dem Herumwerfen der großen Weltblöcke ! Wenn Ihr nicht aufhört , gehen wir Alle zu Grunde . « Da ging ein leises Murren durch die Weltecke . Aber man sah die Nutzlosigkeit des Kampfes ein und schloß wieder Frieden . Alle Sterne suchten danach ihre Wunden , so gut es ging , wieder zu heilen . Die Nebelsterne hatten am meisten gelitten . Doch auch sie waren mit der großen Friedenserklärung einverstanden ; ihre Dunsthaut verblieb ja in der ganzen Weltecke - das ließ sich nicht mehr ändern . Indessen - die einstmals hellen Sterne gewöhnten sich allmählich an den giftigen , lästigen Dunst und erklärten ihn schließlich für ein höchst interessantes kosmisches Schleiergebilde . Und so beruhigte man sich nach und nach . Und dann wards wieder still in der Weltecke . Das Leben ist eben in jeder Form erträglich ; man darf nur nicht ungeduldig werden . Bloß nicht gleich Krieg führen , wenn böse Buben frech werden ! Die böse Sieben ! Ja ! Ja ! Also - lieber ein bißchen Dunst ertragen ! Das Ertragenkönnen ist viel wertvoller als das Losschlagenkönnen . Die Wunden heilen nicht so schnell . Bilde sich bloß Keiner ein , daß es ein Vergnügen sein könnte , als interessanter Krüppel zu leben ! An giftigen Dunst aber gewöhnt man sich - das ist nicht so schlimm ! » Brüder ! « riefen die Sterne , » wenn wir weiter nichts zu ertragen brauchen als das bißchen Dunst , so können wir immerhin noch ganz glücklich sein . « Die sieben Nebelsterne ärgerten sich natürlich über die friedliche Gesinnung ihrer Nachbarschaft nicht wenig , jedoch dieses Mal half ihnen der Ärger nicht viel - sie hatten mit dem Zusammenflicken ihrer Glieder für die nächsten Jahre vollauf zu tun . Bösewichter müssen Beschäftigung haben - das ist so furchtbar notwendig . O ja ! Diese verfluchten Hallunken ! O trag , so viel Du tragen kannst , Und sei nie ungemütlich ! ! Groß ! Sechstausend Ellen lang und fast ebenso breit ist die große Kröte , auf der mein Palast erbaut wurde . Vor vielen langen Jahren zog ich ein - in den Palast . Und die Kröte wandelt nun mit mir durch die große , große Welt . Ob die Kröte was von mir weiß ? Ach ! Die Kröte ist so groß . Ich bin grausam klein dagegen . Natürlich ist es eine Schildkröte - die Kröte , von der ich so viel spreche . Wenn bloß diese Schildkröte ein wenig schneller gehen wollte . Ich möchte so gerne noch heute ans Ende der Welt gelangen - ans Ende ! Geh schneller , liebe Kröte ! Ich möchte ja endlich mal die Größe der ganzen Welt begreifen - oder verstehen - fassen ! Aber wie soll ich das ? Ich kann ja doch nicht ans Ende kommen , denn es gibt ja kein Ende ! Geh schneller , liebe Kröte ! Sie will natürlich wieder nicht . Was hilft mir da ihre Größe ? Alles wird immer größer - und es hilft uns Alles nichts . Es nützt auch nichts , daß unser Durst immer größer wird ! Den Weltrand werden wir niemals an unsere Lippen setzen können . Ich würde auch den Weltrand zerbeißen . Geh schneller , liebe Kröte ! Nützen zwar tut es nichts - aber mir kommt dann - wenn Du Dich beeilst - wenigstens die Zeit nicht so maßlos groß vor . Ach , du » liebe « Zeit ! Kaum hatte das Nilpferd die Lektüre dieser drei Geschichten beendigt , als sich eine Türe knarrend öffnete und ein zweites Nilpferd aufrecht hereinspazierte . Dasjenige , welches mich gerettet hatte , verließ eilfertig seinen Schaukelstuhl und sagte , während es zögernd auf mich zukam : » Die Herren gestatten wohl , daß ich sie einander vorstelle : Herr König Ramses aus Ägypten - Herr Dichter Scheerbart aus Europa . « Ich verließ meine Ofenbank , verbeugte mich höflich gegen den neuen Ankömmling und stotterte verlegen : » Majestät - entschuldigen ! « Doch das kleine Nilpferd lachte und sagte : » Laß nur das Ceremoniell ! So wie wir jetzt aussehen , paßt es nicht mehr recht für uns . Nenn mich ruhig Du und alter Ramses . Das genügt . Gerne würde ich Dir die Hand schütteln , aber ich habe ja keine . Übrigens nennen sich die ägyptischen Könige , die hier wohnen , King - da es uns so vielen Spaß macht , daß die Engländer noch immer unser Vaterland regieren . Behalte nur Platz - und lege Dir gar keinen Zwang auf . « Da fühlte ich mich aber etwas peinlich berührt , denn ich hielt nun meinen Retter auch für einen ägyptischen King und sprach dem entsprechend . Mein Retter lachte jedoch und sprach : » Ich bin kein King . Ich bin der Pyramideninspektor Riboddi . « Nun machte ich denn doch ein sehr erstauntes Gesicht - und da lachten die Nilpferdchen mit ihren breiten Mäulern so laut , daß es oben in den Gewölben wie Donnergrollen erschallte . » Er wundert sich doch noch ! « rief der Pyramideninspektor dazwischen . Und ich mußte dazu ebenfalls lachen - so wie die beiden alten Ägypter ; das Lachen erschien mir immer die beste Art zu sein - um schnell über eine peinliche Situation hinwegzukommen . Wir setzten uns jetzt alle drei in Schaukelstühle , und der König Ramses sagte gleich ganz offen : » Lieber Scheerbart