Wakenitz , Kracht , Löschebrand , Bredow , Rochow , höchstens daß sich mal ein höher betitelter Schlesischer mit hinein verirrt . Natürlich gab es auch Prinzen damals , aber der Adel gab den Ton an , und die paar Prinzen mußten noch froh sein , wenn sie nicht störten . Damit ist es nun aber , seit wir Kaiser und Reich sind , total vorbei . Natürlich sprech ich nicht von der Provinz , nicht von Litauen und Masuren , sondern von der Garde , von den Regimentern unter den Augen Seiner Majestät . Und nun gar erst diese Gardedragoner ! Die waren immer pik , aber seit sie , pour combler le bonheur , auch noch Königin von Großbritannien und Irland sind , wird es immer mehr davon , und je piker sie werden , desto mehr Prinzen kommen hinein , von denen übrigens auch jetzt schon mehr da sind , als es so obenhin aussieht , denn manche sind eigentlich welche und dürfen es bloß nicht sagen . Und wenn man dann gar noch die alten mitrechnet , die bloß à la suite stehn , aber doch immer noch mit dabei sind , wenn irgendwas los ist , so haben wir , wenn der Kreis geschlossen wird , zwar kein Parkett von Königen , aber doch einen Zirkus von Prinzen . Und da hinein ist nun unser guter Stechlin gestellt . Natürlich tut er , was er kann , und macht so gewisse Luxusse mit , Gefühlsluxusse , Gesinnungsluxusse und , wenn es sein muß , auch Freiheitsluxusse . So ' nen Schimmer von Sozialdemokratie . Das ist aber auf die Dauer schwierig . Richtige Prinzen können sich das leisten , die verbebeln nicht leicht . Aber Stechlin ! Stechlin ist ein reizender Kerl , aber er ist doch bloß ein Mensch . « » Und das sagen Sie , Czako , gerade Sie , der Sie das Menschliche stets betonen ? « » Ja , Rex , das tu ich . Heut wie immer . Aber eines schickt sich nicht für alle . Der eine darf ' s , der andre nicht . Wenn unser Freund Stechlin sich in diese seine alte Schloßkate zurückzieht , so darf er Mensch sein , soviel er will , aber als Gardedragoner kommt er damit nicht aus . Vom alten Adam will ich nicht sprechen , das hat immer noch so ' ne Nebenbedeutung . « Während Rex und Czako Toilette machten und abwechselnd über den alten und den jungen Stechlin verhandelten , schritten die , die den Gegenstand dieser Unterhaltung bildeten , Vater und Sohn , im Garten auf und ab und hatten auch ihrerseits ihr Gespräch . » Ich bin dir dankbar , daß du mir deine Freunde mitgebracht hast . Hoffentlich kommen sie auf ihre Kosten . Mein Leben verläuft ein bißchen zu einsam , und es wird ohnehin gut sein , wenn ich mich wieder an Menschen gewöhne . Du wirst gelesen haben , daß unser guter alter Kortschädel gestorben ist , und in etwa vierzehn Tagen haben wir hier ' ne Neuwahl . Da muß ich dann ran und mich populär machen . Die Konservativen wollen mich haben und keinen andern . Eigentlich mag ich nicht , aber ich soll , und da paßt es mir denn , daß du mir Leute bringst , an denen ich mich für die Welt sozusagen wieder wie einüben kann . Sind sie denn ausgiebig und plauderhaft ? « » O sehr , Papa , vielleicht zu sehr . Wenigstens der eine . « » Das is gewiß der Czako . Sonderbar , die von Alexander reden alle gern . Aber ich bin sehr dafür ; Schweigen kleidt nicht jeden . Und dann sollen wir uns ja auch durch die Sprache vom Tier unterscheiden . Also wer am meisten redt , ist der reinste Mensch . Und diesem Czako , dem hab ich es gleich angesehn . Aber der Rex . Du sagst Ministerialassessor . Ist er denn von der frommen Familie ? « » Nein , Papa . Du machst dieselbe Verwechslung , die beinah alle machen . Die fromme Familie , das sind die Reckes , gräflich und sehr vornehm . Die Rex natürlich auch , aber doch nicht so hoch hinaus und auch nicht so fromm . Allerdings nimmt mein Freund , der Ministerialassessor , einen Anlauf dazu , die Reckes womöglich einzuholen . « » Dann hab ich also doch recht gesehn . Er hat so die Figur , die so was vermuten läßt , ein bißchen wenig Fleisch und so glattrasiert . Habt ihr denn beim Rasieren in Cremmen gleich einen gefunden ? « » Er hat alles immer bei sich ; lauter englische . Von Solingen oder Suhl will er nichts wissen . « » Und muß man ihn denn vorsichtig anfassen , wenn das Gespräch auf kirchliche Dinge kommt ? Ich bin ja , wie du weißt , eigentlich kirchlich , wenigstens kirchlicher als mein guter Pastor ( es wird immer schlimmer mit ihm ) , aber ich bin so im Ausdruck mitunter ungenierter , als man vielleicht sein soll , und bei niedergefahren zur Hölle kann mir ' s passieren , daß ich nolens volens ein bißchen tolles Zeug rede . Wie steht es denn da mit ihm ? Muß ich mich in acht nehmen ? Oder macht er bloß so mit ? « » Das will ich nicht geradezu behaupten . Ich denke mir , er steht so , wie die meisten stehn ; das heißt , er weiß es nicht recht . « » Ja , ja , den Zustand kenn ich . « » Und weil er es nicht recht weiß , hat er sozusagen die Auswahl und wählt das , was gerade gilt und nach oben hin empfiehlt . Ich kann das auch so schlimm nicht finden . Einige nennen ihn einen Streber . Aber wenn er es ist , ist er jedenfalls keiner von den schlimmsten