dem Heuboden ein ganz artiges Bettlein zugerichtet ; oben , wo der Kopf liegen mußte , war das Heu hoch aufgeschichtet , und das Gesicht kam so zu liegen , daß es gerade auf das offene , runde Loch traf . » Das ist recht gemacht « , sagte der Großvater , » jetzt wird das Tuch kommen , aber wart noch « - damit nahm er einen guten Wisch Heu von dem Haufen und machte das Lager doppelt so dick , damit der harte Boden nicht durchgefühlt werden konnte - ; » so , jetzt komm her damit . « Heidi hatte das Leintuch schnell zuhanden genommen , konnte es aber fast nicht tragen , so schwer war ' s ; aber das war sehr gut , denn durch das feste Zeug konnten die spitzen Heuhalme nicht durchstechen . Jetzt breiteten die beiden miteinander das Tuch über das Heu , und wo es zu breit und zu lang war , stopfte Heidi die Enden eilfertig unter das Lager . Nun sah es recht gut und reinlich aus , und Heidi stellte sich davor und betrachtete es nachdenklich . » Wir haben noch etwas vergessen , Großvater « , sagte es dann . » Was denn ? « fragte er . » Eine Decke ; denn wenn man ins Bett geht , kriecht man zwischen das Leintuch und die Decke hinein . « » So , meinst du ? Wenn ich aber keine habe ? « sagte der Alte . » O dann ist ' s gleich , Großvater « , beruhigte Heidi ; » dann nimmt man wieder Heu zur Decke « , und eilfertig wollte es gleich wieder an den Heustock gehen , aber der Großvater wehrte es ihm . » Wart einen Augenblick « , sagte er , stieg die Leiter hinab und ging an sein Lager hin . Dann kam er wieder und legte einen großen , schweren , leinenen Sack auf den Boden . » Ist das nicht besser als Heu ? « fragte er . Heidi zog aus Leibeskräften an dem Sacke hin und her , um ihn auseinanderzulegen , aber die kleinen Hände konnten das schwere Zeug nicht bewältigen . Der Großvater half , und wie es nun ausgebreitet auf dem Bette lag , da sah alles sehr gut und haltbar aus , und Heidi stand staunend vor seinem neuen Lager und sagte : » Das ist eine prächtige Decke und das ganze Bett ! Jetzt wollt ' ich , es wäre schon Nacht , so könnte ich hineinliegen . « » Ich meine , wir könnten erst einmal etwas essen « , sagte der Großvater , » oder was meinst du ? « Heidi hatte über dem Eifer des Bettens alles andere vergessen ; nun ihm aber der Gedanke ans Essen kam , stieg ein großer Hunger in ihm auf , denn es hatte auch heute noch gar nichts bekommen , als früh am Morgen sein Stück Brot und ein paar Schlucke dünnen Kaffees , und nachher hatte es die lange Reise gemacht . So sagte Heidi ganz zustimmend : » Ja , ich mein ' es auch . « » So geh hinunter , wenn wir denn einig sind « , sagte der Alte und folgte dem Kind auf dem Fuß nach . Dann ging er zum Kessel hin , schob den großen weg und drehte den kleinen heran , der an der Kette hing , setzte sich auf den hölzernen Dreifuß mit dem runden Sitz davor hin und blies ein helles Feuer an . Im Kessel fing es an zu sieden , und unten hielt der Alte an einer langen Eisengabel ein großes Stück Käse über das Feuer und drehte es hin und her , bis es auf allen Seiten goldgelb war . Heidi hatte mit gespannter Aufmerksamkeit zugesehen ; jetzt mußte ihm etwas Neues in den Sinn gekommen sein ; auf einmal sprang es weg und an den Schrank und von da hin und her . Jetzt kam der Großvater mit einem Topf und dem Käsebraten an der Gabel zum Tisch heran ; da lag schon das runde Brot darauf und zwei Teller und zwei Messer , alles schön geordnet , denn das Heidi hatte alles im Schrank gut wahrgenommen und wußte , daß man das alles nun gleich zum Essen brauchen werde . » So , das ist recht , daß du selbst etwas ausdenkst « , sagte der Großvater und legte den Braten auf das Brot als Unterlage ; » aber es fehlt noch etwas auf dem Tisch . « Heidi sah , wie einladend es aus dem Topf hervordampfte , und sprang schnell wieder an den Schrank . Da stand aber nur ein einziges Schüsselchen . Heidi war nicht lang in Verlegenheit , dort hinten standen zwei Gläser ; augenblicklich kam das Kind zurück und stellte Schüsselchen und Glas auf den Tisch . » Recht so ; du weißt dir zu helfen ; aber wo willst du sitzen ? « Auf dem einzigen Stuhl saß der Großvater selbst . Heidi schoß pfeilschnell zum Herd hin , brachte den kleinen Dreifuß zurück und setzte sich drauf . » Einen Sitz hast du wenigstens , das ist wahr , nur ein wenig weit unten « , sagte der Großvater ; » aber von meinem Stuhl wärst auch zu kurz , auf den Tisch zu langen ; jetzt mußt aber einmal etwas haben , so komm ! « Damit stand er auf , füllte das Schüsselchen mit Milch , stellte es auf den Stuhl und rückte den ganz nah an den Dreifuß hin , so daß das Heidi nun einen Tisch vor sich hatte . Der Großvater legte ein großes Stück Brot und ein Stück von dem goldenen Käse darauf und sagte : » Jetzt iß ! « Er selbst setzte sich nun auf die Ecke des Tisches und begann sein Mittagsmahl . Heidi ergriff sein Schüsselchen und trank und trank ohne Aufenthalt , denn der ganze Durst seiner