bei Lobositz ( 1. Oktober ) ; die Musketierbataillone befanden sich unter den Truppen , die zur Einschließung des Lagers bei Pirna zurückgeblieben waren . Hier blieben sie bis zur Kapitulation der Sachsen am 15. Oktober . 1757 , im Mai und Juni , lag das Regiment vor Prag , an der Belagerung der Festung teilnehmend . Am 7. September fochten die Grenadiere bei Moys ( wo Winterfeldt fiel ) , die Musketiere in der Schlacht bei Breslau am 22. November . Bei Leuthen , 5. Dezember , war das ganze Regiment . 1758 teilten sich die Bataillone ; das eine war bei der Belagerung von Olmütz , das andere gehörte mit zur Bedeckung des großen Munitionstransportes für die Belagerer . Dieser Teil des Regiments wurde bei Domstädtel angegriffen , verteidigte sich aber mit so viel Bravour , daß ein Teil der Wagen gerettet wurde . 1759 wird das Regiment nicht genannt . Es scheint also ebensowenig wie bei Zorndorf und Roßbach ( 1758 ) so auch bei Kunersdorf nicht mit engagiert gewesen zu sein . 1760 ist das Glanzjahr des Regiments . Die Grenadiere wurden bei Landshut , 23. Juni , unter Fouqué nahezu aufgerieben , der Rest in Gefangenschaft geschleppt ; die Musketiere fochten am 15. August in der Schlacht bei Liegnitz und scheinen , neben dem Regiment Anhalt-Bernburg , den Hauptanteil am Siege gehabt zu haben . Der König verlieh allen Kapitänen den pour le mérite , dazu ein Geschenk von hundert Friedrichsd ' or . Namentlich dies letztere , bei den damaligen Kassenzuständen , deutet darauf hin , daß es dem Regiment an diesem Tage gelungen sein mußte , sich die Zufriedenheit des Kriegsherrn in einem besonders hohen Grade zu erringen . Andererseits ( auch das mag Erwähnung finden ) werden nicht viele in der Lage gewesen sein , von dieser besonderen Huld des Königs Nutzen zu ziehen , denn es heißt in aller Kürze : » Die Musketier-Bataillone waren beinah völlig ruiniert worden . « Die Schlacht bei Liegnitz war die einzige , die dem Regimente zu besonders ruhmreicher Betätigung Gelegenheit gab . Es mag deshalb gestattet sein , bei die ser überhaupt glänzenden und zugleich poetisch-eigentümlichen Aktion einen Augenblick zu verweilen und eine kurze Schilderung derselben zu geben . » Es war eine ungemein schöne Sommernacht . Der gestirnte Himmel hatte kein Wölkchen und kein Lüftchen wehte . Niemand schlief . Die Soldaten hatten sich zwar mit ihrem Gewehre im Arm gelagert , allein sie waren munter , und da sie nicht singen durften , so unterhielten sie sich mit Erzählungen . Die Offiziere gingen spazieren , und die Generale ritten umher , um alles Nötige zu beobachten . Was den König angeht , so hat Gleim die Situation gegeben : Auf einer Trommel saß der Held Und dachte seiner Schlacht , Den Himmel über sich zum Zelt , Und um sich her die Nacht . Es fing an zu dämmern , als sich Laudon näherte , der mit seiner 30000 Mann starken Armee den linken Flügel der Preußen im Lager angreifen wollte . Bald aber wurde er mit Erstaunen gewahr , daß er die ganze Armee des Königs vor sich habe , dessen zweites Treffen auch sogleich auf ihn losfiel , und ihn von einer in der Nacht aufgeführten Batterie her begrüßte . Das erste Treffen hatte Friedrich zur Beobachtung Dauns bestimmt , der seinem rechten Flügel gegenüberstand . Laudon , auf die Unterstützung seines Oberfeldherrn rechnend , wich dem Kampfe nicht aus , sondern bot den Preußen die Spitze und überließ den Ausgang der Tapferkeit seiner Truppen und dem ihn so oft begleitenden Glück . Er ließ seine Kavallerie vorbrechen , sah aber , daß diese zurückgeworfen und in die Moräste getrieben wurde . Nun erst ging unsere Infanterie vor und schlug nach einem hartnäckigen Kampfe ( an dem die Regimenter Prinz Ferdinand und Anhalt-Bernburg in erster Reihe teilgenommen zu haben scheinen ) die österreichische Infanterie aus dem Felde . Die letztere machte noch den Versuch , mit einer ganzen Kolonne durch das vor der preußischen Front gelegene Dorf Panthen zu rücken , allein die Unseren steckten es durch Haubitzgranaten in Brand und zwangen den Feind , das Gefecht auf den linken Flügel einzuschränken . Daun , auf dessen Erscheinen Laudon gerechnet hatte , kam ohne sonderliches Verschulden zu spät , da der Wind so stand , daß der Kanonendonner nicht gleich anfangs gehört wurde , trotzdem die Entfernung nur eine gute halbe Meile betrug . Laudon , der alles getan und sich persönlich der größten Gefahr ausgesetzt hatte , zog sich nun zurück , und überließ dem Könige das Schlachtfeld . 6000 Österreicher waren gefangen , 4000 tot oder verwundet ; dabei waren ihnen 23 Fahnen und 82 Kanonen verlorengegangen . Bei Friedrichs Heere zählte man 1800 Tote und Verwundete , die zu erheblichem Teil auf die beiden genannten Regimenter entfielen . « Die Auszeichnungen , die dem Regimente Prinz Ferdinand zuteil wurden , habe ich bereits namhaft gemacht . Anders , aber nicht geringer war der Lohn , der dem Regiment Anhalt-Bernburg zufiel . Dieses Regiment hatte sich kurz vorher bei der Belagerung von Dresden ( wo es bei einem Ausfall des Feindes zurückgeschlagen worden war ) die Ungnade des Königs zugezogen und die gemeinen Soldaten hatten zur Strafe die Seitengewehre , die Unteroffiziere und Offiziere die Huttressen verloren . Dies ward als ein solcher Schimpf empfunden , daß das ganze Regiment entschlossen war , bei nächster Gelegenheit die verlorene Ehre wieder zu erkämpfen oder zugrunde zu gehen . Diese nächste Gelegenheit war : Liegnitz . Der König , dem nichts entging , hatte gesehen , welche Opfer gebracht worden waren . Nach der Blutarbeit ritt er bei dem Regiment vorbei . Die Offiziere schwiegen , vier alte Soldaten aber fielen dem König in den Zügel , umfaßten seine Knie und flehten um die verlorene Gnade . » Ja , Kinder , Ihr sollt sie wieder haben , und alles soll vergessen sein ! « Noch am selben Tage erhielten