anstatt der Wahrheit baute . Er kam zuletzt als Flattertier heraus . Was also kann die Grotte nun enthalten ? Doch nichts ! Leer muß sie sein ! Es wurde weder Gott noch Teufel eingemauert . Und doch , und doch bin ich noch nicht am Schlusse ; ich muß vielmehr noch weiter , weiter denken . Wo Gott von dem Teufel verdrängt wurde , da kann das Resultat doch wohl in keinem Nichts bestehen . Ich bin nur Weib und du wirst wahrscheinlich über diese meine Mantyk27 lächeln ; aber es handelt sich hier doch nicht um zwei Körper , welche zusammentreffen und sich wieder trennen können , ohne etwas zurückzulassen , sondern um die Frage , was entstehe , wenn das Gute von dem Bösen verdrängt wird und - - - « Sie hielt inne . Es ist eben nicht leicht , Göttliches und Teuflisches durch menschliches Denken zu ergründen . » Schakara , ich bitte dich , laß Mantyk Mantyk sein , « sagte ich . » Du fühlst das Richtige ; aber es in Worten auszudrücken , das würde ich nicht wagen . Wenn der Teufel Schein auf Schein getürmt hat , so liegt hinter diesem Scheine sicher etwas Wahres verborgen . Was das ist , das können wir nicht wissen . Gelänge es aber , den Berg zu finden und die Grotte zu öffnen , so würde es sich zeigen . Ahnest du vielleicht einen gewissen Zusammenhang zwischen diesem Berge und dem alten Gemäuer hier im Gebiete der Dschamikun ? « » Ich ahne ihn nicht nur , ich fühle ihn ganz deutlich . « » Hast du dich nicht gefürchtet , des Nachts so allein in den Ruinen herumzusteigen ? « » Vor Menschen , ja , doch aber sonst vor nichts . « » Fandest du Spuren , daß Menschen dort verkehren ? « » Ja . Solche Spuren könnten eigentlich nicht befremden , weil die Neugierde doch gewiß so manchen Dschamiki und auch wohl manchen Andern hinunter in die alten Bauten treibt . Aber ich sah Einiges , was auf keine guten Absichten schließen läßt . « » Was war das , Schakara ? « » Ich halte es für besser , es dir zu zeigen , statt jetzt davon zu plaudern , ohne daß es Nutzen bringt . Jetzt bist du noch zu schwach für solche Anstrengung , doch wird sich das schnell bessern . Dann steigen wir hinab und du wirst alles sehen , was ich entdeckte . Man sagte mir , daß du heut ' den ganzen Tag zu schlafen haben werdest . Effendi , thue es ! Es kommen schwere Tage , und du hast stark zu sein . Die Kraft , welche du heut ' verschwendest , kann dir schon morgen fehlen . Glaube mir , ich meine es gut ! « Das klang so besorgt , so mütterlich , daß ich antwortete : » Ich werde diesen deinen Rat befolgen , doch nicht sofort , erst nach der Mittagszeit , wenn Pekala - - - « » Pekala ? « fiel sie da rasch ein . » Du wolltest sagen , daß sie dir das Essen bringen werde . Du irrst . Von jetzt an werde ich es sein , die für dich sorgt . Ich lasse dich in keiner andern Hand . « Ich wollte das nicht acceptieren und brachte meine Gründe dagegen vor . Da öffnete sie das kleine Dschasaltäschchen , welches an ihrem Gürtel hing , nahm ein Pergamentkärtchen heraus , gab es mir und sagte : » Am Tage nach der Nacht , in welcher man dich und Halef zu uns brachte , sandte ich einen Boten an Marah Durimeh , denn ich hielt es für nötig , daß sie wisse , wie es um eurer Leben stand . Ich habe ihr seitdem wiederholt berichtet und Antwort von ihr erhalten . Das Letzte , was sie schrieb , sind diese Worte . « Ich las : » Er sei der Geist ; du aber sei die Seele , seine Schwester . Das zeige ihm und grüße ihn von mir . Marah Durimeh . « Da gab ich ihr das Pergament zurück , legte die Hand auf ihr Haupt und sprach : » Was meine Freundin sagt , ist immer richtig . Ich will dein Bruder sein ; so sorge denn für mich ! Jetzt muß ich hinauf zu mir , um den Brief nach Bagdad zu schreiben . In einer halben Stunde wird er fertig sein . Dann esse ich mit dir und Hanneh in der Halle , und da du es so willst , versuche ich hierauf , mich auszuschlafen . « Dieses Programm wurde ausgeführt . Die Boten nach Bagdad hatten sich unten im Dorfe schon bereitgehalten . Sie gingen ab , sobald sie den Brief bekommen hatten , und nahmen eine Kamelsänfte für den dicken Kepek mit . Halef schlief noch fest , als wir uns zum Essen setzten . Ich bin ein mäßiger Esser ; heut ' aber aß ich doppelt so viel als gewöhnlich . Ich wurde von zwei Seiten hart bedrängt und hatte mich zu fügen . Als ich dann nach oben ging , nahm ich die noch immer im Hausgange liegenden Kleidungsstücke des Bluträchers mit , um sie in der » Rumpelkammer « aufzubewahren . Oben bei mir angekommen , trat ich auf die Plattform heraus , um nach dem Stande der Sonne zu sehen . Es war eine Stunde nach Mittag . Da legte ich mich nieder . Eigentlich war ich gar nicht müde . Es kamen mancherlei Gedanken , welche Audienz begehrten , und ich gab sie ihnen . Dann nickte ich ein bißchen ein , wachte aber sehr bald wieder auf . Nun griff ich zu künstlichen Mitteln . Ich sagte das ganze große und kleine Einmaleins rück- und vorwärts her , rezitierte in Gedanken Schillers Glocke und noch andere Gedichte , doch alles war vergebens . Dann stand ich wieder auf