welche mit den Beni Khalid kämpfen ! « » Wa - - wa - - was ? Du - - u - - u - - u ? ! « Halef fuhr einen ganzen , großen Schritt zurück und sah den Jüngling aus weit geöffneten Augen an . » Ja , ich will ; ich will ! « wiederholte dieser in sehr bestimmtem Tone , indem sein ganzes Gesicht erglühte . Ich ahnte , daß Halef ihn am liebsten vor Freude über diesen mutigen Entschluß an sein Herz gedrückt hätte ; aber Kara war nicht nur sein sondern auch Hannehs Sohn ; darum hielt er noch an sich , richtete einen unsichern Blick auf sie und fragte : » Hanneh , du beste Mutter aller tapfern Söhne , hast du gehört , was Kara , unser Liebling , soeben für einen Wunsch ausgesprochen hat ? « » Ich habe es gehört , « nickte sie lächelnd . » Was sagst du dazu ? « » Ich lasse dich zuerst sprechen . « » Nein ! Zwar weiß ich , daß ich der Gebieter meines Stammes und auch der Gebieter meines Zeltes , meines Weibes und meines Sohnes bin , aber hier hat nicht der Vater , der Krieger , zu bestimmen , sondern nur das Herz der Mutter zu entscheiden . « » Und diese Mutter kennt den Vater und weiß , womit sie ihn erfreuen und glücklich machen kann . Es glüht in dir doch das heiße Verlangen , daß ich meinem und deinem Kinde nicht hinderlich sein möge , zu zeigen , daß er in der Führung der Waffen der Schüler seines Vaters gewesen ist . « » Ja , das , das wünsche ich allerdings von ganzem Herzen ! « gab Halef zu . » So mag er kämpfen ; ich gestatte es ! « Da stieß der Hadschi einen Jubelruf aus und öffnete die Arme , um sie in seinem Entzücken um Hanneh zu schlingen ; da fiel ihm aber noch rechtzeitig ein , daß ihm dies so öffentlich nicht gestattet sei , und so suchte er sich denn ein anderes Objekt für diesen zärtlichen Ausdruck seines Entzückens : Er umarmte erst Kara ein , zwei , drei Mal und warf dann auch die Arme um mich , wobei er , vor Freude dem Weinen nahe , rief : » Hast du es gehört , Sihdi ? Hast du es gehört , daß Hanneh , die Blume meines Herzens , ihre Einwilligung zur That des Ruhmes gegeben hat ? Alle Völker , welche zwischen dem Euphrat und dem Tigris wohnen , werden mich den glücklichsten Vater nennen , denn die Tapferkeit meines Sohnes wird der meinigen vollständig gleichen , und so wird man unser Lob verkünden in allen Zelten und allen Häusern , in denen man von unsern Thaten spricht . Das habe ich auch dir mit zu verdanken , weil du die Güte gehabt hast , zurückzutreten und nicht mit am Kampfe teilzunehmen ! « » Das habe ich nun freilich nicht versprochen . Ich habe nur gesagt , daß ich es mir überlegen wolle . « » Zum Ueberlegen ist es nun zu spät , da Kara eingetreten ist . « » Ich kann ja doch der Dritte sein ! « Kaum hatte ich diese Worte ausgesprochen , so schob sich Omar Ben Sadek schnell herbei und sprach : » Das wirst du nicht , Sihdi ; ich bitte dich ! Es wäre ja eine Schande für den ganzen Stamm , wenn keiner der gewöhnlichen Krieger sich beteiligen dürfte . Ich bin kein Held und kein berühmter Mann ; aber ich war dein und Halefs treuer Gefährte durch die Sahara , durch Aegypten , Arabien und das ganze Kurdistan . Ich habe mit euch gehungert , gedürstet und gekämpft , und niemand kann sagen , ich hätte jemals meine Pflicht versäumt . Soll es jetzt heißen , daß mein Arm schwach geworden und meine Waffe eingerostet sei ? Soll mein Platz in dem Winkel sein , in welchen man das alte , unbrauchbare , verrostete Eisen wirft ? Das kannst du mir , deinem treuen Omar , doch unmöglich zu leide thun ! Ich will dich nicht mit langen Bitten quälen . Hier stehen fünfzig Krieger . Sollen sie alle zusehen , daß ihr drei ihnen alles nehmt und ihnen gar nichts gönnt ? Soll nicht wenigstens einer von ihnen zeigen dürfen , daß auch ein einfacher Krieger für die Ehre seines Stammes kämpfen kann ? Ich bin fertig mit meinen Worten . Nun entscheide du ! « Da gab ich ihm meine Hand und sagte : » Du hast vollständig recht , Omar . Es handelt sich um Haddedihn und Beni Khalid , also um die Ehre unsers Stammes ; da darf ich mich euch nicht in den Weg stellen . Es sei dir also dein Wunsch erfüllt . Wir wissen , daß du die Haddedihn in einer Weise vertreten wirst , die uns erlaubt , stolz auf dich zu sein . - Du wirst zu deinen frühern Siegen heute einen neuen fügen . « Damit war diese Angelegenheit erledigt . Hanneh bestieg ihren Tachtirwan wieder , und dann ritten wir dem Brunnen zu , von welchem uns , als wir uns ihm näherten , die letzten Gebetsklänge des Moghreb entgegentönten . Die Beni Khalid waren also schon da . Es war dunkel geworden , und nach dem Schlusse des Gebetes beschäftigten sich die Beduinen damit , ein Feuer anzuzünden . Darum wurde unser Kommen nicht sofort bemerkt . Wir hatten den Platz an der nordöstlichen , ganz unbeobachteten Ecke erreicht und hielten dort an . Wir wollten den Blinden zunächst den Mekkanern nicht sehen lassen ; darum mußte er hier absteigen und Hanneh mit ihm , in deren Obhut wir ihn gaben . Es konnte nicht auffallen , daß sie sich hier absonderte , indem diese entlegene Stelle so zu sagen ihren Harem bildete , wodurch zugleich die Mekkaner gezwungen waren ,