ihn ein Windstoß umblasen kann - würde da sie den Pojaz nehmen ? ... Seid gescheit , Frau Rosel , seid gescheit ! Übrigens , weil Ihr es seid , ich hab ' auch ein jung Mädele für Euch - siebzehn Jahr ' , gesund , hübsch , hat bare siebenhundert Gulden ! Alles die Wahrheit - bei meinen Kindern schwör ' ich ' s ! « » Wo leben die Eltern ? « » Der Großvater , Reb Mosche - mit dem deutschen Namen tut er sich Pulverbestandteil schreiben - hält eine Schänke bei Tarnopol , das Mädele ist in seinem Haus aufgewachsen . « » Also sind die Eltern tot ? « » Was fragt Ihr immer nach den Eltern ? ! Wenn von denen was zu erzählen wär ' , möcht ' ich ' s gleich sagen . Es ist aber nichts von ihnen zu sagen . Die Mutter lebt irgendwo , vielleicht in der Türkei , ich weiß nicht wo ... « » In zweiter Ehe ? « » Natürlich ! Oder doch wahrscheinlich ! Möglich wenigstens ist es , daß sie in den sechzehn Jahren , wo sie fort ist , zweimal geheiratet hat . Denn wie sie fort ist , da war sie noch gar nicht verheiratet ... « » Und einer solchen Mutter Kind wagt Ihr mir anzutragen ? « rief Frau Rosel mit flammenden Augen . » Ja « , erwiderte Türkischgelb , » ich hab ' s gewagt , weil ich Euch für edler gehalten hab ' , als Ihr seid ! Was kann das arme Mädele für seine schlechte Mutter ? ! Da werft Ihr ihm am End ' auch vor , daß der Großvater schon zweimal im Kriminal gesessen hat ? Übrigens « , fuhr er einlenkend fort , » daran liegt mir nichts , ich hab ' Reb Moschele schon gesagt : Um da meinen Vermittlerlohn zu verdienen , werd ' ich Euch einen vom Galgen herunterschneiden müssen ! ... Aber nun im Ernst gesprochen - ist Euch für Euren Sender eine Tochter vom Reb Chaim Goldgulden in Kolomea gut genug ? Lea heißt sie ! « » Wie nicht ? ! « rief sie erfreut . » Er ist ein Ehrenmann und wohlhabend . Aber hat denn der noch eine Tochter zu verheiraten ? Der Enkel von unserem Reb Mosche Freudenthal hat ja die jüngste bekommen . « » Nein , Lea ist die Jüngste ... Das heißt - bei Euch muß man jedes Wort auf die Waagschale legen - vielleicht ist sie es nicht , vielleicht ist sie sogar die älteste von den Schwestern , was weiß ich ? - Nach ihrer Größe könnt ' sie jedenfalls die jüngste sein ! « » Ist sie so klein ? « fragte Rosel argwöhnisch . » Frau Rosel « , rief der Marschallik , » macht mich nicht ungeduldig ! Saget mir : Sieben Fuß hoch muß sie sein , drei Zentner muß sie wiegen ! Dann weiß ich , wo ich Euch Eure Schwiegertochter zu suchen hab ' : auf dem Markt , wo man die Riesendamen zeigt ... Reb Chaim Goldguldens Tochter braucht nicht höher zu sein wie der Tisch da und ist doch eine gute Partie ! « » Nicht höher ? ! « rief sie erschreckt . » Um Gotteswillen , dann ist sie ja eine Zwergin . Das ist ja unnatürlich ... « » Nein ! « donnerte Reb Itzig . » Solche Reden verbitt ' ich mir ! Unnatürliches ist nichts daran . Habt Ihr schon gesehen , daß ein Mädele , dem von Kindheit auf das Rückgrat gekrümmt ist , groß wird wie ein Dragoner ? « » Aber Sender wird doch die bucklige Zwergin nicht wollen ! « Der Marschallik zuckte die Achseln ... » Seine Sach ' - Eure Sach ' , nicht meine . Meine Pflicht hab ' ich getan , aber mir ist das Herz sehr schwer ... Ältlich darf sie nicht sein , unehelich darf sie nicht sein , bucklig darf sie nicht sein - eine Braut , die Euch passen könnt ' , ist noch nicht geboren worden ! Noch nicht geboren ! « wiederholte er schmerzvoll . » Aber - weil Ihr es seid , ich will weiter suchen . Soweit meine Kraft reicht , soll mein Sender kein Sellner werden ! « Aber er kam schon nach zwei Tagen wieder , diesmal strahlend vor ehrlicher Freude . » Heut ' brauch ' ich Euch nichts vorzureden « , sagte er . » Die Rechte ist gefunden ! Gestern war ich in Chorostkow und hab ' natürlich auch meine jüngste Tochter Jütta besucht . Ihr wißt , sie ist dort bei Reb Hirsch Salmenfeld aufgenommen wie ein eigen Kind , weil sie so gut kochen und nähen kann . Bei der Gelegenheit hat Reb Hirsch mit mir gesprochen ; er will einen Mann für seine Malke , eine Tochter aus erster Ehe . Das Mädchen bekommt achthundert Gulden , ist schön , jung und gesund , umd meine Jütta , die bei aller Jugend ein kluges Kind ist , sagt mir : Gesegnet der Mann , der unsere Malke bekommt ! Also - an ihr ist kein Fleckele und an dem Vater auch nicht , aber er hat Unglück mit seinen Brüdern gehabt . Der älteste , ein Militärarzt , ist Christ geworden , der jüngere , ein Advokat in Czernowitz , lebt natürlich wie ein Deutsch . Bei diesem Onkel war Malke als Kind und hat dort leider Deutsch lesen und schreiben gelernt . Ihr seht , ich verschweig ' Euch nichts . Aber sie ist deshalb doch ein ehrlich jüdisch Kind und Reb Hirsch , grad ' weil er sich der Sünden seiner Brüder schämt , ein doppelt frommer Mann . Er weiß , daß trotzdem manchem die Verwandtschaft nicht passen wird , und wär ' darum mit Sender einverstanden . « Er hatte in anderer Tonart gesprochen als sonst , schlicht