eigene Haut in Sicherheit brachte , und als der jetzt wenige Schritte vor ihm , am Rande einer schroff abfallenden Terrasse , hinfloh , warf er sich diese plötzlich mit kühnem Satz hinunter , drängte sich dort durch ein dichtes Gewirr von Kastanienbüschen und Hickories , und glaubte so , die Verfolger gänzlich von seiner Spur abgebracht zu haben . Das wäre ihm auch vielleicht vollkommen gelungen , denn kein Pferd konnte ihm gerade da folgen , wo er den Bergkamm verließ . Cook ' s scharfes Auge hatte aber schon seine eigene Büchse auf des Flüchtigen Schulter und in diesem den berüchtigten Cotton erkannt ; mit jedem Zollbreit Boden vertraut , setzte er also gleich da , wo er sich befand , den Hügel hinab , um Jenem den Weg abzuschneiden , und Sander , der seinerseits ebenfalls mehr Interesse an dem Weißen als an dem Neger nahm , folgte dem kühnen Jäger , so gut es gehen wollte . Nun war der Weg , den Cotton eingeschlagen , allerdings so wild verwachsen und völlig rauh , daß er für ein Pferd fast unzugänglich schien . Cook aber , von Jugend auf an die rasenden Bärenhetzen gewöhnt , sah in diesem Ritt gar nichts Außerordentliches und folgte dem Flüchtling mit völliger Nichtachtung seiner Gliedmaßen , die Sander mehrere Male dazu brachte , sein eigenes Pferd scharf einzuzügeln . Das half ihm aber gar nichts ; die beiden Thiere schienen einen Wettlauf halten zu wollen , und Alles , was ihm zu thun übrig blieb , war , den Sattel zu behaupten . Cotton hatte wieder , durch die Unebenheit des Bodens begünstigt , einen kurzen Vorsprung gewonnen ; jetzt aber , wo eine etwas offenere Bahn den Pferden die augenscheinlichsten Vortheile gewährte , schien sich seine Flucht ihrem Ende zu nähern . Cook , ihm dicht auf den Fersen , rief ihm schon zu , sich gutwillig zu ergeben , oder er würde ihn wie einen Wolf über den Haufen schießen . Dabei hatte er die größte Mühe , Bohs zurückzuhalten , der sich immer und immer wieder auf den Flüchtigen werfen und ihn erfassen wollte . In dessen Hand blitzte aber der scharfe Stahl , und Cook wußte recht gut , daß sein wackerer Hund verloren gewesen wäre , hätte er sich dem Verzweifelten auf Armeslänge genähert . Aber auch Cotton fürchtete nicht die Büchse des Verfolgers , denn diesem blieb ja keine Zeit zum Halten , viel weniger zum Zielen , und im Wald vom Pferd herab zu schießen , wäre einfach eine weggeworfene Kugel gewesen . Das Pferd kam aber mit jedem Sprung ihm näher und er sah , daß er in wenigen Secunden in der Macht seines Feindes sein müsse , wenn er nicht , das eigene Leben zu retten , das des Verfolgers nehmen konnte . Kaum drei Pferdelängen waren die Beiden noch von einander entfernt , da wandte sich der Flüchtling ; sein Auge sprühte Feuer , die Büchse fuhr mit Blitzesschnelle empor , und Cook ' s Leben schien verfallen , denn Cotton war ein ausgezeichneter Schütze . Die rasche Flucht aber hatte sein Blut in Aufregung gebracht - große Schweißtropfen perlten ihm Stirn und Wangen hinab und trübten seinen Blick - wohl richtete sich das tödtliche Rohr auf den trotzig Herbeisprengenden , aber die zitternde Hand vermochte es nicht mehr fest und sicher zu halten - es schwankte hin und her , und als der Finger den Drücker berührte , zischte die Kugel harmlos an der linken Schläfe des Jägers vorüber und durchbohrte noch den Hut des ihm dicht folgenden Sander . Ein wildes , herausforderndes Triumphgeschrei von Cook ' s Lippen verrieth , wie gänzlich erfolglos der Schuß gewesen , und noch einmal wandte sich der Verfolgte zur Flucht . Der Augenblick aber war gekommen , wo sich sein Schicksal entscheiden sollte . Cook versuchte zwar zu schießen , sah aber ein , wie zweifelhaft in diesen Verhältnissen ein Schuß sein mußte , er ergriff also das leichte Rohr am schlanken Lauf , hob es hoch empor und holte schon aus zum gewaltigen und für den Flüchtigen dann auf jeden Fall verderblichen Schlag . Da blieb sein Pferd mit den Vorderbeinen an einer schwachen Weinrebe hängen , that noch , im Versuch sich loszureißen , einen Sprung nach vorn , stürzte dann auf die Knie nieder und schleuderte Cook , der in diesem Moment gar nicht auf sein Thier geachtet , sondern nur den Feind im Auge behalten hatte , mit der schon geschwungenen Waffe neben den rasch zur Seite schreckenden Verbrecher nieder . Das Blatt hatte sich für den jungen Mann gar traurig gewandt , denn er war in der Hand eines unerbittlichen Feindes . Als sich Cotton aber rasch gegen ihn wandte und trotzig dem grimmig auf ihn einfahrenden Hund den Angriff wehren wollte , kam - allerdings keineswegs in der Absicht , die Cotton fürchten mußte - Sander herangesprengt . In diesem mußte er natürlich einen neuen Verfolger sehen ; seine eigenen Kräfte waren aber erschöpft , kaum vermochten die überspannten Glieder ihn noch zu tragen , und nur der Trieb der Selbsterhaltung weckte noch einmal den schon fast erloschenen letzten Funken von Kraft und Energie . - Er schleuderte seine leere Büchse mit verzweifelter Kraft gegen den heulend zurückfahrenden Hund , ergriff die , welche dem gestürzten Reiter entfallen war , sprang einen ziemlich steilen , von rollenden Steinmassen übersäeten Abhang hinab , sah unten , daß ihm der zweite Reiter nicht folge , und floh nun noch einmal , jetzt aber mit besserer Aussicht auf Rettung , den letzten Hügeldamm nieder , in das sumpfige Thalland hinein . Durch Cotton ' s Absprung von ihrer beabsichtigten Bahn nahm er zwar auch zwei Verfolger von Dan ' s Fersen , dieser aber zögerte nichtsdestoweniger unschlüssig , ob er seine Flucht wirklich allein versuchen , oder dem weißen Gefährten folgen solle , mit dem er ja noch gar keinen Platz besprochen hatte , wo sie sich ,