gestrenge und ehrenfeste Dietrich v. Quitzow ( Dietrichs Sohn ) , auf Rühstädt erbgesessen , in Gott selig entschlafen . Der verleihe ihm eine fröhliche Auferstehung ! « * Überhaupt , wie hier hinzugefügt werden mag , ist die Kirche zu Rühstädt , die von ältester Zeit an die Ruhestätte ( daher der Name ) der Quitzowfamilie war , reich an Monumenten und Grabsteinen , wenn dieselben auch nicht annähernd der Zahl derer entsprechen , die hier im Laufe von vielleicht dreihundert Jahren beigesetzt wurden . So befindet sich , neben dem Grabstein des 1593 ermordeten Dietrichs von Quitzow , noch ein schöner Doppelgrabstein , Mann und Frau , eines um ein Menschenalter zurückgehenden Dietrichs von Quitzow ( fast alle Quitzows hießen Dietrich ) , dessen Legende lautet : » Anno Domini 1569 den 14. Oktober ist der edle gestrenge ehrenfeste Dietrich v. Quitzow , Jürgen ' s seliger Sohn , erbgesessen zu Kleetzke , Rühstädt , Eldenburg , Vogtshagen , christlich in Gott entschlafen und erwartet allhier der fröhlichen Auferstehung . Amen . Seines Alters LIV . « Dieser selbige hat auch noch ein Monument , das – wie vor dem Altar die Grabsteine beider rivalisieren – so , neben der Kanzel , mit dem Epitaphium des 1593 erschlagenen Dietrichs von Quitzow an künstlerischer Tüchtigkeit wetteifert . Material , Aufbau , Größe sind dieselben , aber das neunundsechziger Monument ist dem dreiundneunziger noch überlegen und zwar nicht bloß an Schmuck , sondern auch an Schönheit . Es erfreut sich ebenfalls einer langen Inschrift , der ich folgende charakteristische Zeilen entnehme . » Dietrich ( aus adligem Geschlecht Der Quitzowen geboren ächt ) Bei Jürgen , seinem Vater werth , Begraben ruht hier in der Erdt . Er liebte Gottesfurcht vor all Ding , Christo allein mit Glauben anhing , Dem Priesterstande that sein ' Ehr , Welches Anderen werd ' eine Lehr ... « Und so in vielen Reimen weiter . Das Ganze sichtlich der Erguß eines mit seiner Gemeinde , vielleicht auch mit seinem neuen Patron auf dem Kriegsfuße lebenden Eiferers . * Drei noch ältere Quitzowgrabsteine stehen aufrecht in der Rühstädter Chornische . Der älteste datiert vom Jahre 1527 . Neben ihm erhebt sich der einer Priorin oder Äbtissin von Quitzow ( nicht Skulptur , sondern Temperabild auf Stein ) und gegenüber ein dritter Grabstein aus dem Jahre 1552 . Dieser , während sie den beiden anderen fehlt , hat eine Inschrift : » Anno Domini 1552 , den Donnerstag nach Martini , ist gestorben der ehrbare und ehrenveste Diricke v. Quitzow , der Olde , dem Gott gnädig und barmherzig sei . « Grabsteine , die bis vor 1527 zurückgehen und über die Quitzows der Quitzowzeit oder doch wenigstens ihrer Kinder und Enkel einige wünschenswerte Daten geben könnten , sind nicht da . 18 Daß Johann von Quitzow seine Ruhestätte hier gefunden , ist nicht erwiesen , aber auch nicht ausgeschlossen . 14. Kapitel 14. Kapitel Die Eldenburger Quitzows . Quitzow der » Judenklemmer « , sein Sohn und sein Enkel Quitzöwel und Rühstädt , Stavenow und Kletzke , 19 waren altquitzowscher Besitz , zu dem sich , in Markgraf Waldemars Tagen , auch noch die ganz im Nordwesten der Priegnitz gelegene , von zwei Armen des kleinen Eldeflusses eingeschlossene und nach eben diesem Flusse benannte Eldenburg gesellte . Wir erwähnten ihrer schon in einer Grabinschrift im vorigen Kapitel . Diese Eldenburg wechselte dreimal ihre Gestalt . Zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtet und von den Quitzows auf Kletzke , Quitzöwel und Rühstädt ( oder doch von der Vetterschaft derselben ) zeitweilig bewohnt , stand die Burg dieses Namens , und zwar in ihrer ursprünglichen Gestalt , bis 1588 . In diesem Jahre war sie derart unbewohnbar geworden , daß man an ihre Abtragung ging und aus ihren Steinmassen ein neues Schloß herstellte . Dies hielt sich durch fast drei Jahrhunderte hin und bildete mit seinen tief in das Dach sich einsenkenden Giebeln und den fünf Spitzen seines Turmes einen Schmuck der Gegend . Am Gründonnerstage 1881 aber wurde diese Herrlichkeit , zu der auch » so viel Fenster wie Tage im Jahre « gehörten , durch einen furchtbaren Brand zerstört , und was sich jetzt noch anstelle von » Burg « bzw. » Schloß « Eldenburg erhebt , ist ein verhältnismäßig kleines und schmales Gebäude mit glattem Ziegeldach und einem viereckigen dicken und ziemlich hohen Turme darüber . 20 Dieser Turm , jetzt Hofuhr und Taubenschlag beherbergend , ist noch ein Rest des ursprünglichen ältesten Baues , in dem sich unter anderem auch der in der ganzen Priegnitz bekannte » Quitzowstuhl « befindet , ein großes Hufeisen , das » Quitzow der Judenklemmer « zu Beginn des 16. Jahrhunderts in die Mauer einfügen ließ . Zu welchem Zwecke , soll in nachstehendem erzählt werden . * Um 1517 saß Kuno Hartwig von Quitzow , mit dem Zunamen der » Judenklemmer « , auf der Eldenburg . Es war dieselbe Zeit , in der sich die Juden in der Mark , besonders aber in der Altmark , durch Kurfürst Joachim I. verfolgt sahen und nach Mecklenburg , Lüneburg und Hamburg flüchteten . Alle diese mußten an der Eldenburg vorüber . Wenn sie nun zum Schlagbaum beim Dammzoll kamen , ließ Quitzow für die Wegerlaubnis einen Goldgulden von ihnen fordern und jedem , der sich diesen Goldgulden zu zahlen weigerte , nach dem Turme schleppen , demselben Turme , der jetzt noch steht . Dort ging es auf langer Leiter zu der ehemaligen Türmerstube hinauf , in welcher Stube Kuno Hartwig von Quitzow eine ebenso sinnreiche wie primitive , den Spaniern , bei denen er gedient , abgelernte Marterstätte zur Erpressung des Juden-Wegegeldes hergerichtet hatte . Tief in das Mauerwerk war , wie schon in Kürze hervorgehoben , ein großes Hufeisen eingelassen . Auf dieses kam der gefangene Jude derart zu sitzen , daß nur die Fußspitzen den Boden erreichten . Über die Knie wurde ihm eine starke Eisenstange gepreßt , die rechts in einer Angel hing