das Pistol zog und den Jürgen Hanne niederschoß . Ein unüberlegter Akt , an den sich denn sofort auch ein furchtbares Massaker knüpfte . Wütend über den Tod ihres Führers , drangen die Landsknechte von allen Seiten auf Dietrich von Quitzow ein , zerrten ihn vom Pferde , durchstachen ihn mit ihren Spießen und Dolchen , und als das junge Leben trotz all dieser schweren Verwundungen nicht erlöschen wollte , kniete Margarete Brandenburg , Jürgen Hannes Weib , auf die Brust des Unglücklichen nieder und durchschnitt ihm die Kehle , wobei der zehnjährige Sohn ihr Hilfe leistete . Der junge von Restorf , auf den man ebenfalls eindrang , spornte sein Pferd und suchte sich durch Flucht zu retten , aber er ward eingeholt und in gleicher Weise wie Dietrich von Quitzow ermordet . Es war ein blutiger Sieg der Landsknechte , dem freilich eine Niederlage sehr bald folgen sollte . Die Nachricht von dem zu Legde Geschehenen lief im Nu durch die ganze Priegnitz und von allen Seiten her rückte Sukkurs heran , der aus dem benachbarten Adel , aber auch aus der bewaffneten Bürgerschaft der nächstgelegenen Städte bestand . Die Landsknechte wurden umzingelt und gefangengenommen und zu kleinerem Teil auf dem Schulzengericht zu Legde , zu größerem Teil in den Schloßgefängnissen zu Kletzke , Rühstädt und Plattenburg untergebracht , wonach man ihnen den Prozeß auf Mord und Landfriedensbruch machte . Binnen verhältnismäßig kurzer Zeit erledigte die Justiz das Verfahren und unterm 30. April 1594 erging Urteil und Befehl des Kurfürsten Johann Georg an Otto von der Huden , Landrichter zu Perleberg , ferner an David Heinisch , Bürgermeister zu Pritzwalk und letztens an Heinrich Lucke , Ratsverwandten zu Havelberg , wonach die Hinrichtung von Nickel Sasse aus Havelberg , Paul Hartke aus Güsten , Jakob Lautsch aus Kupferschmieden , Christoph Braun aus Frankenhausen , Peter Brunn und Botho Holzhausen aus Aschersleben , sowie der Margarete Brandenburg aus Spandau angeordnet wurde . Zum Schluß hieß es in dem kurfürstlichen Befehle : » So wollt Ihr denn obgedachte sechs Landsknechte , sowie des Führers Weib , in Gemäßheit gefällten Urtels mit dem Schwerte richten lassen und hernach verordnen , daß die Köpfe , Andern zum Abscheu und wegen der schrecklichen und unerhörten Mordthat , auf Stangen gesteckt werden . « Der Rest der Landsknechte wurde gestäupt und Landes verwiesen . Die Hinrichtung geschah zu Rühstädt . So endigte der trübselige Vorgang , der zunächst in einer Mord- und Jahrmarktsballade verherrlicht wurde , darin nur noch schwache Nachklänge einer einhundertundfünfzig Jahre zurückliegenden besseren Balladenzeit zu finden sind . Einige Stellen , besseren Verständnisses halber leise variiert , mögen dies zeigen : ... Als der Junker darauf gen Legde kam , Den Führer er in die Frage nahm : » Mit wess ' Befehlen er sei versehn ? « Der Führer aber blieb trotzig stehn Und reichte dem Junker sein » Patent « , Der nahm es rasch in seine Händ ' , Auf daß er es lese ... Doch was geschicht ? Es konnte den Trotz verdulden nicht Christoph von Restorf und alsobald Erschießt er den Führer ... da mit Gewalt Eindringen die Knechte mit Spieß und Schwert , Und zerren den Junker herab vom Pferd Und des Führers Weib ( und ihr Bube mit ) Sie rauft ihn und mit den Schuhen ihn tritt ... Besser als diese Balladen waren die verschiedenen Monumente , die dem Andenken Dietrichs von Quitzow errichtet wurden . Eins , in Sandstein ausgeführt , erhebt sich bis diesen Tag in der Dorfstraße zu Legde , just an der Stelle , wo der Mord verübt wurde . Das Denkmal ist sehr stattlich und von einem überaus geschmackvollen Arrangement , das aufs neue den hohen Stand des damaligen ( beste Renaissancezeit ) Kunsthandwerks zeigt . Das Ganze hat eine Höhe von etwa fünfzehn Fuß und gliedert sich in Unterbau , Sockel und Nische mit seitlicher Säuleneinfassung , samt einem nach oben hin abschließenden und mit einem Christuskopf ausgestatteten Rundbogenaufsatz . In der Nische steht Dietrich von Quitzow in ganzer Figur , geharnischt , den Helm zu seinen Füßen , die Säulen rechts und links mit Wappen geziert . Der Sandsteinsockel aber trug als Inschrift die Ballade , daraus vorstehend einige Strophen von mir mitgeteilt wurden . So das Denkmal in der Dorfstraße zu Legde , das sich in der Kirche zu Rühstädt im wesentlichen wiederholt , nur mit dem Unterschiede , daß sich das Material ( Marmor und Alabaster statt Sandstein ) und mit ihm die Bildhauerarbeit , insonderheit die der Säulen und des Aufsatzes , um vieles reicher und künstlerisch durchgeführter erweist . Auch die Inschrift ist eine andere . Statt der Verse sind Bibelsprüche da , denen kurze Notizen über Leben und Tod Dietrichs von Quitzow vorausgehen . Sie lauten : » Anno 1593 ist der edle gestrenge und ehrenfeste Dietrich v. Quitzow auf Rühstädt erbsessen ( Dietrichs v. Quitzow weiland Hauptmann auf Schloß Lenzen Sohn ) im Dorfe Legde den 25. Oktober von einem Haufen trunkener Landsknechte unschuldigerweise erschlagen , folgenden Tages hierher gen Rühstädt gebracht und den 20. November in dieser Kirchen , in volkreicher Versammlung , ehrlicher und christlicherweise zur Erde bestattet worden . Gott verleihe ihm und uns allen eine fröhliche Auferstehung . Jesaias , Kapitel 56 : › Aber das Gerechte kommt um und niemand ist es , der es zu Herzen nehme ... Denn die Gerechten werden weggerafft vor dem Unglück ‹ . « Außer diesem Monument , rechts neben der Kanzel , ist in der Kirche zu Rühstädt auch noch der besonders wohlerhaltene , schön gearbeitete Marmorgrabstein Dietrichs von Quitzow vorhanden , so daß , was dem berühmten Dietrich von Quitzow an Bild und Huldigung über das Grab hinaus versagt blieb , dem unberühmten in reichem Maße zuteil wurde . Die Legende dieses Grabsteins , die – weil das nebenstehende Marmor- und Alabastermonument alles erzählt – die Ursache seines Todes verschweigen zu dürfen glaubt , lautet einfach : » Anno 1593 , den 25. Oktober , ist der