Ich kaufte davon . Es ist mein Geld , die Beutel , noch von meinem Seckelmeister versiegelt , riß die verfluchte Hand des Diebes fort . « » Wenn ich es nicht aus so glaubwürdigem Munde hörte , sollte ich es kaum glauben . Jetzt entsinne ich mich auch dieses Krämers . Er war im grünen Wams , richtig ! Sein Gesicht , ich bekenne , flößte mir schon damals wenig Zutrauen ein , und ich sah ihm auf die Finger , als ihm das Geld aufgezählt wurde . Aber ich muß mich doch getäuscht haben . Also es war kein Jude ! « » Ich hasse die Juden , Lindenberg , und denke auch diesen ungläubigen Wucherern einen Daum auf ' s Auge zu setzen , wenn ihre Zeit kommt , denn sie sind und bleiben Verräther an dem Blute , unseres Herrn und Heilandes . Aber , und wäre es Simon der Schächer oder Ischarioth gewesen , der die dreißig Silberlinge trug , es hätte Keiner ein Recht , es hätte sich Keiner unterstehen sollen , wo ich den Blutbann habe , seine Hand an ihn zu legen . Oder zweifelst Du ? « » Ich zweifeln , wo mein Herr spricht ! « » Und doch stehst Du sinnend da ? Bist Du anderen Sinnes ? Ich liebe freie Meinungen , auch wenn sie meiner entgegen sind . « » Ich bekenne , daß allerdings ein Zweifel eben auftauchte , und wünschte wohl , daß mein gnädigster Herr mir da zu Hülfe käme . Gesetzt , was Ihr da eben anführtet , Judas Ischarioth wäre es , der von Köpnick nach Berlin mit seinem Sündengelde zieht , und ich begegnete ihm im Walde , beim heiligen Johannes , ich glaube nicht , daß ich eine Sünde thäte , wenn ich ihm auf den Kopf schlüge . Und wär ' es , hilf mir Gott , ich glaube doch , ich thät ' es . Gnädigster Herr , mir scheint die Frage von Wichtigkeit . Gebet dem Kaiser , was des Kaisers ist , und Gott , was Gottes ist , verzeiht mir , ich spreche nur als Laie , aber ließe sich der Spruch hier nicht anwenden . Nein , Herr , auf die Gefahr Eurer Ungnade , die Gelegenheit ließ ich mir nicht entgehen . Ist Judas Ischarioth nicht ärger als der Teufel , der doch vor unserm Heiland weichen mußte , und konnte ihn nicht in Stricke und Versuchung bringen , wogegen Judas unsern Herrn in die Stricke seiner Feinde verrathen hat . Den Teufel todt zu schlagen , das könnte doch kein Gericht mir wehren , so es in meiner Macht stände . Die Frage scheint mir allen Ernstes wichtig genug , daß ein christlicher Fürst sie an die Universitäten schickte , damit man die Gutachten der theologischen Facultäten darüber erführen . « » Die Facultäten , Lieber , würden vielleicht antworten , daß kein Mensch ein Recht hat , auch nur den Teufel todt zu schlagen , sintemal Gott ihn bestehen läßt , daß er uns zu unserm Heil versucht . Was nun Judas anlangt , so hat Gott es auch gefügt , daß weder Ihr noch ich ihm in der Köpnicker Haide begegnen könnt , da er längst seinem Gerichte verfallen ist . Auch ist nicht der geschlagen , sondern der Krämer Hedderich , und der ihn schlug , seid nicht Ihr , sondern es ist Gottfried Bredow . Was sagt Ihr dazu ! Nicht wahr , es stehen Euch die Haare zu Berge . « » Die Sache fordert - « » Die strengste Untersuchung . Die soll ihr werden . « » Gewiß die allerstrengste , gnädiger Herr . Und doch überschleicht mich ein Bedenken , ob es nicht gerathener sei , die ganze Sache auf sich beruhen zu lassen . Verzeiht mir , es ist nur eine Ansicht . Der Gerechtigkeit natürlich ihren vollen Lauf , aber das Wohl des ganzen Reiches , vor allem Eurer Selbst , Eurer erlauchten Familie kommt doch auch in Betracht . Die Macht , die Verbreitung der Bredows über das ganze Havelland , die halbe Zauche , wo sind nicht die Bredows , muß man nicht aus dem Auge lassen . Ich weiß wohl , es sind nicht mehr die Zeiten der Gänse von Puttlitz und der Quitzows , ich rede auch nicht von einem Aufstande , der zu fürchten wäre , Euer starker Arm würde ihn niederschlagen ; Rücksichten aber hat jeder Fürst , insonderheit jeder christliche Fürst und noch mehr Einer , der nur für das Wohl seiner Unterthanen lebt . Also ganz abgesehen von einer Furcht vor Etwas , was mein hoher Herr nicht fürchten darf , Ihr schlügt einem Feinde in den Nacken , der furchtbar werden kann . Ich meine die Meinung , welche die Familie für sich hat . Sie haben in letzter Zeit sehr viel auf sich gehalten , man hörte seit dreißig Jahren nicht , daß ein Bredow auf der Straße lag . Welches Aergernis gäbe ein Prozeß und gerade gegen eines ihrer Mitglieder , das sich des besten Rufes erfreute . Eine scharfe Gerechtigkeit , gegen ihn geübt , würden selbst die Gerechten verdammen . « » Es ist geschehen . « » Es ist noch nicht verlautbart ; man kann es noch ungeschehen machen . Dieser lumpige Krämer läßt sich abfinden , wenn nicht mit Wenigem , kann man viel geben . Die Bredows in Friesack würden tief in ihre Läden greifen , aber , wenn mein Rath durchginge , ließen wir es nicht bis dahin kommen . Befehle mein Kurfürst , so würde ich mit Vergnügen selbst das Mittleramt übernehmen . « » Ich habe dem Feinde in den Nacken geschlagen , dem ich in ' s Auge sehen will , « rief der Kurfürst aus , und seine Augen leuchteten vor edlem Zorn . » Morgen wird der Uebertreter nach Berlin geführt , ich werde ihn richten . - Auswendig ,