nicht gehörte . Je mehr sie vor Änneli Respekt kriegte innerlich , desto mehr ließ sie sich äußerlich auf , um über ihns emporzuwachsen , und je mehr sie anwendete , um so einfacher ward Änneli , und je einfacher Änneli ward , desto mehr fühlte die Bäuerin dessen Überlegenheit , desto mehr wendete sie an und ward immer kleiner und kleiner dabei . Kurios ists , daß in vielen Dingen das Anwenden so gar nichts hilft , sondern ds Conträri ist . Das Spiel lächerte die Wirtin ; sie mochte es der Dorngrütbäuerin gönnen und hätte ihm den ganzen Tag zusehen mögen , aber Christen mahnte zum Aufbruch . Änneli wiederholte seinen Dank und erwähnte absonderlich der Tochter , die geheißen Resli aufs Grüt bringen , meinte , es möchte die einmal gerne sehen und ihr selbst danken ; es würde sie freuen , wenn sie einmal kämen und einzögen , was sie an Resli getan . Selb sei nicht dr wert , davon zu reden , sagte die Bäuerin , indessen könnte es es wohl geben , drneben aber wisse man nie , was es geben könne , es gebe manchmal mit jungen Mädchen etwas ungsinnet . Darauf trat Änneli nicht ein , sondern fragte Christen , ob es nicht anständig wäre , der jungen Burscht , welche sich des Reslis angenommen , ein Trinkgeld zukommen zu lassen ? Christen sagte , er hätte schon daran gesinnet und es sei gut , daß es daran mahne , zog die große Blatere aus dem Busen , nahm ein Hämpfeli Brabänter und gab sie dem Wirt mit dem Auftrage , er solle , wenn es ihm sich schicke , der Mannschaft einen Trunk geben , was es erleiden möge , und ihr danken in seinem Namen . Der Wirt tat gar erschrocken und sagte , selb wär doch nicht nötig , das hätt afe kei Gattig , unter Hunderten täte das nicht einer , sie hätten das nicht deswegen getan , und kein Einziger sinnete an so etwas , und allweg gebe er viel zu viel , ds Halbe wäre mehr als genug . Indessen nahm er es doch , und da es die Bäurin wunder nahm , wieviel es sei , und sie wahrscheinlich meinte , es könnte gut sein , wenn noch jemand anders es wüßte , wieviel der Wirt erhalten , so wartete sie es ab , bis der Besuch auf dem Wägeli zweggsädelt war , vielfach Abschied genommen und der Draguner in kurzem Galopp zum Dorfe aus setzte . Wie es so geht , wenn Leute fortgehen oder fortreiten , die Bleibenden stehen zusammen und senden den Enteilenden nicht Kugeln , aber Worte nach , liebe und treue , böse und falsche , je nachdem die Büchse ist , aus der die Worte geschossen werden , denn auf die kommt alles an und nicht auf die Enteilenden . Es gibt solche Büchsen , die unserm Herrgott Spott und Schande nachsenden würden , wenn er einmal leiblich erschienen wäre , ihnen den größten Segen ins Haus gebracht hatte und wieder davonginge . So standen sie auch , die Bäuerin und die Wirtin , und die Letztere lud und schoß ganze Kanonen voll Preis und Ehre ab , wie das doch Leute seien , so manierlich und gemein mit allen Leuten , von Hochmut nicht einen Flöhdrecks groß an ihnen und doch so adelich , man wisse nicht wie . Was aber die für Geld haben müßten , für eine einzige Nacht hätte der Junge fünf Batzen Trinkgeld gegeben und dem Stallknecht ebenso viel , und was der Mann erhalten , sei allweg zehn Kronen ; das wäre hier herum keinem Menschen in Sinn gekommen , ja es wäre die Frage , ob einer darnach sie nicht angegriffen als die , welche ihn geschlagen . Sie hätte ihn gefragt , ob er die kenne , welche ihm den Streich gegeben , und ob er nicht hinter sie wolle . Da hätte er gesagt , was dahinten sei , sei gemäht , und wegen eines Streiches willen fange er keinen Streit an ; er hätte Gott zu danken , daß er davongekommen , und ein schlechter Dank wärs , wenn er seine Erhaltung mit einem Prozeß , wo all ehrlich Leute scheuen und Gott hasse , vergelten wollte . Das hätte ihr bsunderbar wohl gefallen , aber sie möchte wissen , ob zentum einer die Gedanken hätte . Wenn sie Meitscheni hätte und eins den bekäme , es könnte sie nicht mehr freuen , wenn es einen König erhalten könnte . So rühmte die Wirtin , und wie sie so zwei Weiber beisammenstehen sah , trappete auch die Krämerin herbei , blies in die Posaune und rühmte , wie die Frau eine bsunderbare Erkenntnis von allen Dingen gehabt und doch um keine Sache gemärtet hätte . Sie hätte nie im Brauch , eine Sache zu überschätzen , wie es Manche hätte , die sie nennen könnte , aber wenn sie ihn hätte , sie hätte um kein Geld eine Sache teurer schätzen mögen , als sie wert sei , sie hätte gefürchtet , vor der Frau zuschanden zu werden , und das hätte sie um kein Lieb mögen . Man wisse nie , aber solche Leute kämen weit umher , und wenn so eine einmal sage , dort und dort hätte sie es gut gemacht , dSach recht gekauft und um den rechten Preis , so nütze einem das hundertmal mehr , als wenn man einmal die Sache ds Halb z ' tür hätte verkaufen können . Das sei mit den Wirten gleich , sagte die Wirtin ; es meine Mancher , er könne einen Schnitt machen , und überteure bei einem Anlaß die Leute oder gebe dSach schlecht , und von selbem an hätte er keinen Stern mehr , und wenn er die Sache halb umsonst gebe , so brülleten die Leute die Welt voll , sie seien bschissen , weil sie den Glauben zu ihm nicht hätten