Bekannten machte , sei es , daß sie gerne zu mir sprach , weil ich die Züge ihres Freundes trug , sie unterschied mich auffallend von allen übrigen Männern , die dieser seltenen Erscheinung huldigten . Sie lächeln , Freund ? Ich errate Ihre Gedanken - « » Ich finde , Sie sind zu bescheiden ; könnte es nicht auch Ihre eigene Persönlichkeit gewesen sein , was das Fräulein anzog ? « » Nein , denken Sie nicht so von diesem himmlischen Geschöpf ; ich gestehe , ich war ein Tor , ich machte mir Hoffnung , sie für mich gewinnen zu können ; ja Freund , ich sagte ihr sogar , was ich fürchte - « » Und Sie wurden nicht erhört ? Das treue , ehrliche Kind ! und ihr Kapitän lag vielleicht gerade in den Armen einer andern ! « Der Berliner stutzte ; » Wie ? was wissen Sie ? « fragte er betroffen ; » wer hat Ihnen gesagt , daß West noch eine andere liebe ? « » Nun , Sie selbst haben mich genug darauf vorbereitet « , erwiderte ich ; » sagten Sie nicht , daß jener das Mädchen betrog ? « » Sie haben recht ; - nun , ich wurde lächelnd abgewiesen , abgewiesen , auf eine Art , die mich dennoch glücklich , unaussprechlich glücklich machte . Sie war keinen Augenblick ungehalten , sie gestand mir , daß ich ihr als Freund willkommen sei , daß ihr Herz keinem andern mehr gehören könne . Sie sagte mir auch manches von ihren Verhältnissen , was ganz mit dem übereinstimmt , was uns die Schwester des Gesandten erzählte , sie gestand , daß sie nur darum nach Rom gezogen sei , weil den Kapitän seine Verhältnisse hieher riefen ; sie gestand , daß er einen Rechtsstreit wegen einer Erbschaft hier habe , daß er , sobald die Sache entschieden sei , vielleicht schon in wenigen Wochen , sie zum Altar führen werde . Etwa eine Woche nach diesem aufrichtigen Geständnis , rief mich eines Abends der Gesandte aus dem Salon , in welchem die Gesellschaft versammelt war , zu sich . Es war nichts Seltenes , daß er sich mir in Geschäftssachen mitteilte , weil ich sein Vertrauen auf eine ehrenvolle Art besaß ; doch die Zeit war mir auffallend , und es mußte etwas von Wichtigkeit sein , weswegen er mich aus dem Kreis der Damen aufstörte . Kennen Sie einen gewissen Kapitän West ? fragte er , indem er mich mit forschenden Blicken ansah . Ich habe einen Kapitän West flüchtig kennengelernt , gab ich ihm zur Antwort . Nun , so flüchtig müsse es doch nicht sein , entgegnete er mir , da ich ein Duell mit ihm gehabt . Ich sagte ihm , daß ich Streit mit ihm gehabt , wegen einer ziemlich gleichgültigen Sache , es sei aber alles gütlich beigelegt worden . Dennoch war es mir auffallend , woher der Gesandte diesen Streit erfahren hatte , den ich so geheim als möglich hielt , und von welchem Luise in seinem Hause gewiß nichts erwähnt hatte . Wegen einer Dame haben Sie Streit gehabt , sagte er ; doch möchte ich Ihnen raten , solche Händel wegen einer so zweideutigen Person zu vermeiden . Sie wissen selbst , wenn man einmal einen öffentlichen , besonders einen diplomatischen Charakter hat , ist dergleichen in einem fremden Lande wegen der Folgen für beide Teile fatal . Der Ton , worin dies gesagt wurde , fiel mir auf . Er war sehr ernst , sehr warnend ; noch schmerzlicher berührte mich , was er über jene Dame sagte , zweideutige Person ! Und doch saß gerade diese Person als Krone der Gesellschaft in seinem Salon , er selbst , ich hatte es deutlich gesehen , er selbst hatte noch vor einer halben Stunde mit ihr auf eine Art gesprochen , die mich in dem alten Herrn einen aufrichtigen Bewunderer ihrer Reize und ihres glänzenden Verstandes sehen ließ . Ich konnte eine Bemerkung hierüber nicht unterdrücken , ich bat ihn höflich , aber so fest als möglich , in meiner Gegenwart nicht mehr so von einer Dame zu sprechen , die ich achte , und die einen so entschiedenen Rang in der Gesellschaft einnehme . Ich wolle davon gar nicht reden , daß er selbst sein Haus beschimpfe , wenn er in solchen Ausdrücken von seinen Gästen spreche . Er sah mich verwundert an ; er sagte mir , er könne meine Reden nicht begreifen , denn weder behaupte die Dame einen Rang in der Gesellschaft , die er sehe , noch habe sie je einen Fuß über seine Schwelle gesetzt . Die Reihe zu erstaunen war jetzt an mir ; ich sah , daß hier ein Irrtum vorwalte , und belehrte ihn , daß Fräulein von Palden die Dame sei , um die wir uns schlagen wollten . Verzeihen Sie , rief er , man sagt mir , Sie haben sich wegen der Geliebten dieses Kapitän West geschlagen , daher glaubte ich Ihnen dies sagen zu müssen . Und wenn dies nun dennoch wäre ? fragte ich ; kennen Sie denn die Geliebte des Kapitän ? Gott soll mich bewahren , entgegnete er . Nein , ich glaube er hat schon selbst genug an seiner Portugiesin . Ich staunte von neuem ; Von einer Portugiesin sprechen Sie ? wie kommen Sie nur darauf ? Ich weiß bestimmt , daß der Kapitän eine deutsche Dame liebt . Um so schlimmer für das arme Kind in Deutschland , war seine Antwort ; wie die Sachen stehen , scheint man im Lateran ernstlich daran zu denken , den goldenen Quadrupeln der schönen Donna Gehör zu geben , und ihre frühere Ehe , weil sie nicht ganz gültig vollzogen war , für nichtig zu erklären . Der Kapitän macht eine gute Partie , aber - jeder Mann von Ehre wird diesen Schritt mißbilligen . Ich stand wie vom Donner gerührt vor dem alten