Gespräch entstehen zu lassen . » Wie erfuhrt Ihr denn , daß Robert Euch nicht zum Gatten bestimmt sey ? « - » Das will ich Ihnen sagen « , antwortete Cecile mit leiserer Stimme , » wir haben in Glen Eredine einen Seher , der war sehr bestürtzt , wie er mich im Geiste ganz deutlich an Jemmy ' s linker Seite stehen sah . Zuerst früh , dann immer weiter im Tag hinein - da hatte er keine Ruhe , bis er es mir gesagt hatte . Wie ich ' s aber erfuhr , fiel ich vor Schrecken nieder , als träfe mich ein Blitzstrahl , denn ich verstand wohl , was das bedeute . Aber wir können keiner unserm Loose entgehen . Nicht daß ich klagen wollte , denn Jemmy ist ein guter Gatte , und ich habe es gut bei ihm gehabt . « - » Das verdientet Ihr , Cecile . Eine gehorsame Tochter wird stets ein wackres Weib . « - » Grade das sagte Miß Graham , wie sie mir das erste Mal das Tuch um den Kopf band ( das Abzeichen der Ehefrauen , welches sie den Morgen nach dem Hochzeittag anlegen ) . Sie that es mit eigner Hand ; ja wirklich ! und wie sie mich schluchzen sah , als stieße es mir das Herz ab , legte sie mir ihren Arm um den Hals und sagte , als sey ich ihres Gleichen gewesen : Liebe Cecile ! sagte sie . Ach diese zwei Worte waren mir lieber , als aller Hausrath , den sie mir so reichlich schenkte . Aber anfangs ging ' s mir doch hart , und es mochte nie eine betrübtere Hochzeit in Glen Eredine gefeiert worden seyn , obschon Herr Heinrich selbst Brautführer war ; denn , sehen Sie , er ist Jemmy ' s Milchbruder . « - Sie erzählte mir nun weiter : Herr Heinrich , den Robert unendlich gedauert , habe ihm , sobald Jemmy ' s Werbung genehmigt worden , auf ein entferntes Gut geschickt und durch Aufträge dort festgehalten ; allein in der Unruhe seines Gemüths verließ der arme Bursche seinen angewiesnen Aufenthalt , irrte im Lande umher und kam gerade an Cecilens Hochzeittag nach Glen Eredine zurück . Cecile war so bewegt bei dieser Erinnrung , daß ich nur durch viele Fragen den Gang der Begebenheit erfuhr . An jenem Hochzeitmorgen bewirthete die Braut ihre Verwandten mit einem Frühstück , bei welchem der Laird selbst gegenwärtig war . Das Mahl war reichlich und , nach meiner guten Bergschottin Meinung , sehr ausgesucht schmackhaft ; auf ihn folgte der Tanz , und Cecile sagte : » ich tanzte mit den Uebrigen , wenn mir gleich , mit Erlaub , das Herz sehr weh that , und ich manchmal dachte : o gälte der Tanz doch meinem Leichenfest « 3 ! Darauf kamen die Freunde des Bräutigams , ein Haufe fröhlicher Bursche und Mädchen ; Cecile begrüßte sie , bot ihnen Erfrischungen und wendete sich dann jammervoll ab , » wie ein Gefangner , der mit Festigkeit sein Todesurtheil empfangen hat . « Endlich verkündigten Flintenschüsse die Ankunft des Bräutigams , und die Braut mußte ihm entgegen gehen . » Der Wind hätte mich fortwehen können wie dürres Laub « , sagte Cecile , » ich war so kraftlos ; - aber Miß Graham unterstützte mich mit ihrem eignen Arm , Jemmy und ich könnten doch glücklich seyn , sagte sie mit tiefem Seufzer , - aber gewiß , der Ort , wo wir zusammenkamen , war ein Unglücksort . Gerade wo der Weg nach Dorchthalla hinabführt , da wo Kenneth Roy , des Lairds Großvater , etwas sah , dem er zu seinem Unglück nachging ; denn es führte ihn über Felsen hin zu einem furchtbaren Abgrund , wo er zerschmettert werden mußte , und wäre er von Eisen gewesen . Nie scheint die Sonne dahin , wo er niederstürzte , und das Wasser ist schwarz . - Nun da , an der Stelle bekam uns Jemmy zu Gesicht ; da eilte er nun , wie es unsre Sitte mit sich bringt , auf uns zu , mich zu begrüßen . - - O den Gruß vergesse ich nie ! « - Cecile schauderte mit Entsetzen im Blick , dann sprach sie weiter : » Er nahm seine Mütze ab , um , mit Erlaub , von meinem Munde zu nehmen , was ihm vorher noch nie gestattet ward , als , - o , ich werde es nie vergessen ! - eine Stimme , ganz wie wenn es keines Menschen Stimme wär ' , aus der Höhe herabschallte : Cecile , Cecile ! Und wie ich aufblickte , stand Robert da , wo der Adler sein Nest baut , und setzte den Fuß fest , als wolle er eben herabspringen . « - » Rettetet Ihr ihn ? « rief ich ergriffen . - » O Lady , ich hätte ihn nicht retten können , und wär ' er vor meine Füße niedergesprungen . Ich konnte nur meine Augen bedecken , und meine Hände falteten sich so fest , daß die Nägel mich blutig rissen . « - » Gott im Himmel « ! rief ich , » hätte ihn keiner retten können ? « - » Keiner hatte Macht , etwas zu thun , außer Herr Heinrich , der stets bereit ist , das Gute zu thun . Der rief mit einer Stimme , vor der die Felsen erzitterten , und die ihn ansahen , bemerkten , wie aus seinen Augen , mit denen er nach Robert aufblickte , das wirkliche Feuer strahlte und er Robert zurückwinkte . - Und der arme Bursche war nicht so fühllos , daß er seinen Befehl mißkannt hätte , denn der ist noch nicht geboren , der ihm widersteht . Und da flog Herr Heinrich um den Berg hinum und kletterte den Fels hinauf wie ein Reh und beredete Robert , mit