so bedeutenden Macht , wie man sie zum » Auspochen « einiger Ortschaften sicherlich nicht brauchte , nicht vielleicht eine Demonstration gegen den Burggrafen beabsichtigt wurde . Da letzterer aber ein Zusammentreffen mit der Schar vorsichtig vermied , so begnügte sich die » Fronde « mit erneuten Einfällen ins Magdeburgische . Parey wurde geplündert und verlor 3000 Stück Schafvieh und 360 Kühe . So ging es monatelang unausgesetzt weiter , bis , im Spätherbst , ein abermaliger und durch besondere Kühnheit ausgezeichneter Raubzug ins Jerichowsche den Wandel der Dinge wenigstens einleitete . Hans von Quitzow , von dem Verlangen erfüllt , den Magdeburgischen Erzbischof für Schädigungen abzustrafen , die dieser dem Wichard von Rochow und mit ihm der ganzen Zauche zugefügt hatte , zog , vom Havelland aus , auf Ferchland zu , woselbst er am 30. November auf die von dem magdeburgischen Hauptmann Peter von Kotze und dem Jägermeister Gebhard von Plotho geführten erzstiftlichen Mannschaften stieß . Die Begegnung fand an dem kleinen Stremmeflusse statt und der sich hier entspinnende Kampf endete so glücklich für Hans von Quitzow , daß alle Magdeburgischen , soweit sie nicht fielen , in seine Gefangenschaft gerieten . Unter den Gefangenen waren auch die beiden Führer , die nach Schloß Plaue gebracht und durch üble Behandlung und allerlei Peinigung zu Zahlung eines ungewöhnlich hohen Lösegeldes : 1600 Schock böhmische Groschen , veranlaßt wurden . Erzbischof Günther , als er von dieser Niederlage hörte , war von tiefstem Unmut erfüllt und gab diesem Unmut in einem an Burggraf Friedrich gerichteten Schreiben Ausdruck , in dem er , alle Drangsalierungen , die gegenwärtigen wie die früheren aufzählend , auf Abstellung dieser ebenso der Ordnung wie der Freundnachbarlichkeit hohnsprechenden Zustände drang . 9. Kapitel 9. Kapitel Der Kampf gegen die Quitzows wird aufgenommen und endigt mit ihrer Niederwerfung . Friesack und Plaue fallen Aller Unmut aber , den das erzbischöfliche Schreiben aussprach , wurde von dem Burggrafen nur zu sehr geteilt , der sich überdies der Erkenntnis nicht länger verschließen konnte , daß er , bei fortgesetztem ruhigen Gewährenlassen , dem Vorwurfe der Schwäche , ja vielleicht dem Verdachte der Zweideutigkeit und des geheimen Einverständnisses mit den Friedensbrechern nicht entgehen werde . Dies alles erzielte , daß man auf erzbischöflicher wie burggräflicher Seite rasch einig wurde , die längst vorhergefaßten Bündnisbeschlüsse ( deren dritter Hauptteilnehmer der mehrgenannte Herzog Rudolf zu Sachsen war ) in Kraft treten zu lassen , und als wenige Wochen später , am 14. Januar 1414 , auch noch ein kaiserliches Schreiben eintraf , das die vier Führer der Fronde : die beiden Quitzows , sowie Kaspar Gans zu Putlitz und Wichard von Rochow auf Golzow in die Oberacht erklärte , so schritt man seitens der Verbündeten mit einer für die damaligen Zeitverhältnisse frappierenden Schnelligkeit zur Ausführung ihrer Pläne . Der Erzbischof wollte Revanche nehmen , der Burggraf Ordnung stiften . In vier Kolonnen , deren Zusammensetzung , wie vieles andere , schon bei früheren Zusammenkünften festgestellt und geregelt war , brach man gegen die vier Hauptschlösser der Quitzows und ihres Anhanges auf . Gegen das von Wichard von Rochow verteidigte Schloß Golzow rückte Herzog Rudolf von Sachsen von Belzig aus . 5. Februar 1414 . Gegen Schloß Beuthen , darin der Quitzowsche Hauptmann Götz von Predöhl ( nicht Goswin von Brederlow , wie Wusterwitz irrtümlich schreibt ) befehligte , rückte Johann von Torgau mit Bürgern von Jüterbog , Treuenbrietzen und Belitz , sowie mit Mannschaften der Klöster Lehnin und Zinna . 6. Februar . Gegen Schloß Friesack , das Dietrich von Quitzow verteidigte , rückte Burggraf Friedrich in Person ; ferner Balthasar Fürst zu Wenden , Ulrich Graf zu Lindow und Ruppin , Herr Johann von Bieberstein und Ritter Otto Pflug . 6. Februar . Gegen Schloß Plaue , das Johann von Quitzow verteidigte , rückte Günther von Schwarzburg , Erzbischof zu Magdeburg , mit seinem Kriegsvolk . 7. Februar . Schloß Golzow fiel zuerst ( 7. Februar ) , bei welcher Gelegenheit Wusterwitz schreibt : » Als nun Wichard von Rochow sah , daß er ' s nicht halten könne , hat er , mit den Seinen , einen Strick am Hals und die Frauen in weißen Badekitteln , unter tiefem und dehmüthigem Fußfall sein Schloß abgetreten , auf daß er seine Güter davon haben möchte . « Den 10. fiel Friesack , nachdem die » große Büchse « die Mauern des Schlosses niedergelegt und Dietrich von Quitzow seine Flucht bewerkstelligt hatte . Den 26. Februar fiel Plaue , woran sich ein paar Tage später auch die Kapitulation von Beuthen schloß . In drei Wochen war der Widerstand gebrochen , Dietrich von Quitzow flüchtig , Johann von Quitzow gefangen . Näheres wird seitens des Chronisten nicht berichtet . Nur über Belagerung und Eroberung von Schloß Plaue gibt er ein paar Einzelheiten . » Als nun Johann von Quitzow « , so schreibt er , » vernommen , daß Schloß Friesack , darauf sein Bruder wohnte , gewonnen und eingenommen sei , zugleich aber wahrnahm , daß die dicken Mauern des Schlosses Plaue , darauf seine große Zuversicht stund , durch die › große Büchse ‹ , 8 die man von Friesack herangeschafft hatte , zerschossen seien , nahm er Montags nach Matthias Apostoli ( 26. Februar ) die Flucht mit seinem Bruder Henning , Studenten von Paris , und einem Knechte Dietrich Schwalbe genannt , in Meinung zu entrinnen . Aber die Bürger von Alt- und Neustadt Brandenburg , die auf der anderen Seite des Schlosses über der Havel waren und daselbst mit ihren Büchsen Stand genommen hatten , als sie sahen , daß Johann v. Quitzow flüchtig war , folgten sie ihm , um ihn zu greifen . Derowegen verließ er sein Roß und lief zu Fuß , in Meinung , sich also besser verstehlen und verbergen zu können ; aber die Knechte Heinrichs von Schwarzburg , Bruder des Erzbischofs von Magdeburg , haben ihn aufgespürt und mit den anderen beiden gefangengenommen und in der Kirche zu Plaue , darin der