gedacht haben , ihre Herzen durch Entgegenkommen gewinnen zu können . Darin sah er sich nun freilich getäuscht , und als ihm dies feststand , entschloß er sich , wie Wusterwitz schreibt , » als ein gütiger Beschützer und Beschirmer seiner Unterthanen einen großen Muth zu fassen und mit Rath frommer Herren zu bedenken , wie der Mark zu helfen sei . Da fand er denn , daß Freundschaft und Vereinigung mit den benachbarten Fürsten und Herren am ehesten geeignet sein würde , diese Hülfe zu schaffen und einen festen Zaun der Beschirmung um die Mark zu ziehen . « Und von diesem Augenblicke an wurde dann auch alles Nötige zum Abschlusse solcher hilfeschaffenden Bündnisse getan , unter welchen Bündnissen das mit Mecklenburg , insonderheit aber das mit dem Erzbischofe von Magdeburg und dem Herzoge Rudolf zu Sachsen obenan stand . Diese trotz aller Heimlichkeit sehr bald bekannt werdenden Vorgänge blieben nicht ohne Wirkung auf die Mitglieder der » Fronde « , die , rasch erkennend , gegen wen sich das alles richtete , momentan nachzugeben beschlossen , um zunächst besser Wetter abzuwarten . In der Tat erschienen sie bald danach vor dem Burggrafen , um ihm die bis dahin verweigerte Huldigung zu leisten , und schoben durch diesen am 4. April 1413 in Berlin vollzogenen Akt freiwilliger Unterwerfung die schon damals drohende Katastrophe um fast Jahresfrist hinaus . Aber der Hang , nach eigenem freien Ermessen zu handeln und ein obrigkeitliches Regiment nur insoweit gelten zu lassen als es ihnen zu Willen war , steckte den Quitzows zu tief im Blut , als daß sie sich desselben auf die Dauer und einem bloß äußerlichen Unterwerfungsakte zuliebe hätten entschlagen können . » Wir haben nun den Rechtszustand anerkannt und sind , nachdem wir dem Nürnberger gehuldigt , keine Rebellen mehr gegen König Sigismund und seinen Willen . Aber wie wir des Königs Recht gewahrt haben , so wollen wir nun auch das unsere wahren und das unsere heißt : › Recht der Absagung und freien Fehde ‹ « . So mochten ihre Gedanken gehen und schon innerhalb der nächsten Tage geschahen Dinge , die dieser Anschauung vom Rechte freier Fehdeführung Ausdruck gaben . Sehen wir wie . Unter den vielen Landesschlössern , die während der Jobstschen Herrschaft » in Versatz « gegeben waren , war auch Schloß Trebbin , ein » Raubschloß « wie Wusterwitz es nennt , das um die Zeit , als der Burggraf ins Land kam , von drei Brüdern von Maltitz gehalten wurde . Bei Gelegenheit der » Auslösungen « , die nun begannen , ja sich recht eigentlich als erste Pflicht des neuen Statthalters herausstellten , kam auch Schloß Trebbin an die Reihe , dessen derzeitige Besitzer jedoch die Herausgabe des Schlosses gegen Rückempfang der Pfandsumme verweigerten , vielleicht weil sie den Quitzows nahestanden und Hilfe von ihnen erwarten mochten . All dies wurde Veranlassung , daß Burggraf Friedrich , dem sich auf diesem Zuge die gesamte » renitente « Partei , die Quitzows miteingerechnet , anschloß , am 23.April 1413 vor dem » Raubnest « erschien und es nach zweitägiger Belagerung einnahm . Solch Erfolg durfte den Burggrafen mit Genugtuung erfüllen . Aber diese Genugtuung war von kürzester Dauer und ehe noch der Abzug angeordnet war , zogen die Quitzowschen , ohne sich um den Burggrafen zu kümmern oder ihm auch nur Kenntnis davon zu geben , aus dem Trebbiner Lager ab , um weiter südlich in das zunächst unter dem Abt von Zinna , mittelbar aber unter dem Erzbischof von Magdeburg stehende Dorf Henigkendorf einzubrechen . Mit den beiden Quitzows waren Wilkin von Arnim , Achim und Mathias von Bredow , Werner und Albrecht von Holzendorf , Wichard von Rochow , Ebeling und Henning von Krummensee , Klaus von Kannenberg , Henning von Stechow , Ludwig Sparr und Hermann von Bardeleben . In Henigkendorf nahm man den Bewohnern ihr Hab und Gut und trieb das Vieh nach Schloß Beuthen , um es daselbst in Sicherheit zu bringen . Als , wie sich denken läßt , Beschwerden über diese vom Zaun gebrochene Fehde beim Burggrafen einliefen und der Abt von Zinna Genugtuung für das Geschehene forderte , rächte man sich auf seiten der Verklagten ( denen sich inzwischen auch Kaspar Gans zu Putlitz angeschlossen ) einfach dadurch , daß man von neuem ins Zinnasche zog und die Klosterdörfer Bardenitz , Pechüle , Mehlsdorf , Felgentreu , Frankenfelde und Frankenförde rein ausplünderte . Die Bauern wurden drangsaliert und weggeschleppt und andere , darunter der Frankenförder Schulmeister , erschlagen . Auf den Hilferuf der heimgesuchten Orte raffte der Zinnasche Klostervogt alles zusammen , was sich von Mannschaften in der Eile zusammenraffen ließ , und jagte damit den Quitzowschen nach , aber der Widerstand , den diese leisteten , war so stark , daß viele der Verfolger auf dem Platze blieben und der Vogt mit seinen drei Brüdern gefangengenommen wurde . Die Sieger setzten darauf unbehindert ihren Heimzug fort und brachten die Beute nach Schloß Golzow . All dies war im Mai . Gleich danach kam abermals Zuzug aus der Priegnitz , welchen Zuzug die gerade hier ihren stärksten Einfluß übenden Quitzows veranlaßt haben mochten . Unter denen , die kamen , waren folgende : die von Rohr zu Freienstein , Neuburg , Neuhausen und Schrepkow ; die von Möllendorf zu Wittenberge , Kumlosen , Krampfer und Abbendorf ; die von Königsmark zu Fretzdorf ; ferner die von Restorf , von Sack , von Hundenest , von der Weide , von Karstädt und von Wartenberg . Auch aus der Altmark kamen Freunde : Mathias von Jagow , Ludolf und Gebhard von Alvensleben , Klaus von Kläden , Bernd und Werner von der Schulenburg , während andere , die nicht selber mit dabei sein wollten ( unter ihnen der Betzendorfer Schulenburg ) , wenigstens ihre Pferde schickten . Dabei war die Zahl der Knechte so groß , daß allein Gebhard von Alvensleben mit sechzehn Gewappneten erschien . Es muß dahin gestellt bleiben , ob durch das Zusammenziehen einer