unser Blut Hier alle vor Cremmen lassen . « So zogen sie wieder dem Damme zu , Heimwärts ohne Schimpf und Schade , Zuletzt ging auch der Krieg zu Ruh , – Gott geb ' uns seine Gnade . * Ganz im Einklange mit der Schilderung , die die vorstehende Volksballade von dem ersten Kampfe bei Cremmen gibt , verlief auch der zweite , der unsere . Diesseits des Dammes , in Stadt und Schloß Cremmen , standen die Märkischen unter Führung oder vielleicht auch nur in Gemeinschaft mit einer Anzahl fränkischer Ritter , die den Burggrafen Friedrich aus seinem Erblande her in die Mark begleitet hatten ; drüben , jenseits des Dammes , aber standen die Herzöge von Stettin . Und genau wie zu Herzog Barnims Zeiten drangen die Pommern auch heute wieder auf dem durch das sogenannte » Luch « sich hinziehenden Cremmer Damm vor und errangen insoweit einen Vorteil , als die Märker , trotz des Versuches dazu , dies Vordringen nicht hindern konnten . Als aber , nach diesem ersten unzweifelhaften Erfolge der beiden Herzöge , der Sieg perfekt gemacht und Stadt und Schloß Cremmen mit stürmender Hand genommen werden sollte , versagte den Pommern die Kraft zu diesem Abschluß der Aktion , weshalb sie sich genötigt sahen , über den von ihnen eroberten Damm ihren Rückzug anzutreten . So der Verlauf der kleinen Bataille , genau so wie 1334 . Das ganze hatte den Charakter eines Brückengefechtes gehabt , eines Gefechtes in einem Defilee . Das Luch als solches zu passieren oder durch Flankenbewegungen zum erweiterten Kampfplatz zu machen , verbot sich und so schob man sich denn auf dem Damm hin und her , immer nur mit der Spitze Fühlung habend . Diese Spitze bildeten auf märkischer Seite die fränkischen Ritter und diese waren es auch , die den Preis des Tages zu zahlen hatten . Einer derselben , Kraft von Leutersheim , ward vom Damm her in das Luch abgedrängt und versank in demselben , eine Version , die mir wahrscheinlicher dünkt als eine zweite , nach der er , schwerverwundet , in ein benachbartes Dorf geschafft und in der Kirche daselbst bestattet sein soll . Die beiden anderen Ritter , die fielen , waren Ritter Philipp von Utenhoven und Graf Johannes von Hohenlohe . Beide ( besonders der letztere ) dem Burggrafen nahestehend , wurden von Cremmen aus nach Berlin geschafft und in der Franziskanerklosterkirche daselbst , die sozusagen markgräfliche Hofkirche war , beigesetzt . Ihre Grabsteine sind verschwunden , aber ein dem Grafen Hohenlohe geltendes Wandbild , das , so läßt sich annehmen , der Burggraf selbst dem Gedächtnis dieses seines Getreuen stiftete , hat sich bis diesen Tag in besagter Kirche , neben der Orgel erhalten und gibt nicht nur Zeugnis , wie der Burggraf den ersten auf märkischer Erde für Haus Hohenzollern Gefallenen ehrte , sondern gleichzeitig auch eine gute Vorstellung von der Bildnis- und Geschichtsmalerei jener Epoche , wenn auch freilich nicht innerhalb unserer Mark , der solche Kunstübung fremd war . Es ist , aller Wahrscheinlichkeit nach , eines Nürnberger Meisters Arbeit , ein vergleichsweise wohlgelungenes Bild , auf dem wir einen jugendlichen Ritter in schwarzer Rüstung und weißem Pelzmantel erblicken , der vor dem Heilande kniet und wehmütig das blasse , überaus traurige Haupt zu dem Erlöser erhebt . Christus selbst steht mit den Emblemen seiner Schmach , mit Geißel , Dornenkrone und dem Ysopstabe vor dem Ritter , aus des Heilandes Wunden aber ergießen sich fünf Blutströme in den Kelch des heiligen Abendmahls . Darüber ein Helm mit dem Adlerschmuck und ein Wappenschild mit zwei Leoparden . Um das Ganze herum zieht sich die Legende : » Anno domini 1412 am St. Columbanus Abend verschied der hochgeborne Graf Herr Johannes von Hohenlohe , dem Gott genade . Amen . « Friedrich konnte sich in seiner Trauer nicht genug tun und ließ , außer dem vorgeschriebenen Kirchenbilde , noch ein Kreuz am Cremmer Damm selbst errichten , an eben der Stelle , wo Graf Hohenlohe gefallen war . Zweimal wurde das Kreuz seitdem erneuert : erst unter dem Großen Kurfürsten ( mit der dem unhistorischen Sinn jener Zeit entsprechenden Angabe , daß hier » ein brandenburgischer General « gefallen sei ) , dann unter Friedrich Wilhelm IV. 8. Kapitel 8. Kapitel Friedrichs Diplomatie . Bündnisse mit Magdeburg und Sachsen . Anscheinende Begleichung der Streitfrage . Huldigung und erneute Provokationen Friedrich hatte der Schlacht am Cremmer Damm nicht beigewohnt , ebenso waren die Quitzows , » die intellektuellen Urheber « des Pommerneinfalls , nicht zugegen gewesen . Frühere Geschichtsschreiber lassen freilich , im Widerspruch dazu , beide Brüder unmittelbar an der Seite der Pommernherzöge dem Kampfe beiwohnen , Riedel aber , und nach ihm alle Neueren , haben das Nichtstichhaltige dieser Annahme dargetan . Die Quitzows handelten klüger und warteten in einer ihnen durch Schloß Friesack und Schloß Plaue gegebenen Flanken- und Rückenstellung den Ausgang ab , um , wenn alles gut ging , durch ein nachträgliches Eingreifen die burggräfliche Sache rasch zu vollem Ende führen , im Falle des Mißlingens aber sich als schuldlos und unbeteiligt hinstellen zu können . In gleicher Weise verfuhr die ganze märkische » Fronde « , die , wohl wissend was auf dem Spiele stand , konsequent an ihrem negativen Verhalten festhielt . Sie begnügte sich damit , den Burggrafen als nicht vorhanden anzusehen , hütete sich aber , ihn durch offene Feindseligkeit zur Anwendung von Gewaltmaß regeln herauszufordern . Man ließ es an List auf beiden Seiten nicht fehlen , diplomatisierte hüben und drüben , und während die » Renitenten « eine friedfertige Gesinnung und in Einzelfällen sogar eine freundschaftliche Haltung heuchelten , gab sich Friedrich seinerseits das Ansehen , an diese Friedfertigkeit zu glauben . Er ging darin so weit , die Quitzows zu Gaste zu laden , und obgleich er ihre wahre Gesinnung sehr wohl kannte , mag er doch nicht ohne Hoffnung auf einen allmählichen Wandel der Dinge gewesen sein und wenigstens eine Zeitlang an die Möglichkeit