von berlinischem als Quitzowschen Antagonismus erfüllten Dom-Brandenburger ( Wusterwitz ) zu nachstehender , ganz ersichtlich von einer gewissen Schadenfreude diktierten Philippika hinriß : » Und nun , Ihr Berlinischen , jetzt endlich seht Ihr ' s , welch schöne Vergeltung Euch Eure mannigfaltigen Wohltaten gebracht haben . Als die Quitzowschen , zusammt dem Grafen zu Lindow , das Schloß Bötzow gewonnen hatten , ei , wie haben da die Berlinischen prakticiret und Anschläge gemacht , daß die Quitzows wieder zu der Hauptmannschaft in Mark Brandenburg erhoben werden möchten . Ja , wie haben sie da die Quitzows hofiret und traktiret ? Da hat man gesehen , wie sie diesen Dietrich v. Quitzow zu glänzenden Banquetten geladen und ihm zu Ehren den Tisch mit schönen Frauen und Saitenspiel gezieret haben . Und wer ihn nicht hat können zu Gaste laden , ist nicht mehr unter die Reichen gezählt und von ihrer Gesellschaft ausgeschlossen worden . 6 Item , es ist nicht genugsam zu sagen , wie man ihn , eben diesen Dietrich v. Quitzow , mit Laternen , Fackeln und Freudengesängen zu seiner Herberge geführt und ihm einen Abendtanz mit schönen Jungfrauen und Weibern gehalten , desgleichen ihn mit welschem Wein verehret und beschenket hat . Und nun , Ihr Berlinischen , was ist davon gekommen ? Ohne daß er Euch abgesagt hätte , hat er Euch das Vieh weggetrieben und etliche von Euren Leuten getödtet und verwundet und 16 Namhaftige gefangen genommen . Und den Nicolaus Wyns , der doch aus einem Eurer besten und altgesessenen Geschlechter gewesen , den hat er als einen öffentlichen Räuber und Dieb behandeln und ihn mit den Füßen in eiserne Fesseln legen lassen . « So Wusterwitz aus dem Jahre 1410 . Das Quitzowansehen stand auf seiner Höhe . 5. Kapitel 5. Kapitel Dietrich und Johann von Quitzow zur Taufe bei Kaspar Gans von Putlitz zu Tangermünde . Der Wendepunkt So war die Machtstellung der Quitzows , als im selben Jahre noch ( 1410 ) ein die Familie schmerzlich und unerwartet treffendes Ereignis , den Wechsel der Dinge teils einleitete , teils für die Zukunft verkündete . Was diesem schmerzlichen Ereignis unmittelbar voraufging , waren besondere Fest- und Freudentage gewesen , zwei Taufen , von denen die eine zu Friesack im Dietrich von Quitzowschen Hause , die andere zu Tangermünde bei dem so nahe befreundeten Kaspar Gans zu Putlitz gefeiert worden war . Die Quitzowsche Taufe , womit die Reihe der Festlichkeiten begann , fand , wie herkömmlich , sechs Wochen nach der Geburt des Kindes statt . Das war am 5. August . Schon drei Tage vorher hatten sich die Geladenen auf Schloß Friesack versammelt , unter ihnen die beiden Schwiegerväter der Quitzowfamilie : Schenk von Landsberg auf Teupitz und Lippold von Bredow auf Neustadt a. D. , bzw. Cremmen , dazu der Bischof Henning von Bredow , Bertram von Bredow auf Bredow , Hans von Torgau , Heinrich von Stechow , Albrecht von Uchtenhagen und Werner und Pape von Holzendorf . Was aber der Feier eine besondere Weihe gab , war , daß sich bei dieser Gelegenheit die vier Quitzowschen Brüder , also einerseits Dietrich und Johann , andererseits Konrad und Henning , aller Wahrscheinlichkeit nach auf Jahre hin zum letzten Male zusammenfanden . Es war nämlich beschlossene Sache , daß unmittelbar nach Schluß dieser Friesacker Taufe , der eben erst von der Havelberger Domschule kommende , nicht mehr als siebzehn Jahre zählende Henning von Quitzow eine Studienreise nach Paris antreten sollte . Den 3. August war Kirchgang . Um zehn Uhr vormittags setzte sich der Zug in Bewegung , voraus Spielleute mit Geigen , Zinken und Schalmeien , wobei der Baßgeiger sein großes Instrument gitarrenartig an einem Bande trug . Dann folgten die Frauen , in deren Mitte Frau Elisabeth von Quitzow ging . In gleicher Ordnung kehrte man in das Schloß zurück , wo den Tag darauf ein verspätetes Mittelkindelbier und am 5. die Taufe selbst samt dem eigentlichen Kindelbier abgehalten wurde . Die Herrichtung der Festtafel entsprach dem Glanz des Hauses , trotzdem aber befleißigte man sich einer sonst nicht üblichen Mäßigkeit , weil die bei Kaspar Gans ausstehende Taufe fast im unmittelbaren Anschluß an die Friesacker Tage gefeiert werden sollte . Schon am 7. August brach man denn auch nach Schloß Tangermünde hin auf . Es waren dieselben Gäste wie zu Friesack , ein überaus glänzender Zug , der in seinem Glanze nicht an die Not des Landes gemahnte . Bewaffnete Knechte ritten vorauf ; dann folgten die Ritter und Edelleute mit denjenigen Damen , die zu Pferde gestiegen waren , während die , die nicht Lust zum Reiten gezeigt hatten , die Fahrt zu Wagen machten . Daran schlossen sich die Zofen und Mägde , bis abermals bewaffnete Knechte dem Ganzen einen Abschluß gaben . Im vorderen wie im hinteren Zuge wehte das schräggeteilte Quitzowsche Banner , im roten Felde ein weißer und im weißen Felde ein roter Stern . Rathenow war halber Weg . Bei Fischbeck erreichte man die Elbe , zugleich die Stelle , von der aus eine von jenseits gekommene Fähre die Taufgäste nach dem anderen Ufer hinüberbringen sollte . Schloß Tangermünde ragte im Abendhimmel auf . Alles war festlich und die Fähre selbst auf das Reichste mit Blumen geschmückt , ja , drüben am Ufer standen Putlitzsche Trompeter und Pauker , die die Gäste schon von fernher mit ihren Fanfaren begrüßten . Aber die Zahl derer , die hinüber wollten , war für die Fähre viel zu groß und viermal mußte sie den Fluß kreuzen , ehe alle drüben waren . Nun ging es auf das jüngst erst von Kaiser Karl IV. erbaute Schloß Tangermünde zu , wo sich die havelländischen Gäste mit denen aus der Altmark und Priegnitz vereinigten . Am nächsten Tage folgte der Taufakt in der von prächtigem Gestein funkelnden Schloßkapelle , woran sich , unmittelbar fast , ein ausgewähltes Mahl schloß . Die dabei , nach Sitte der Zeit , vorzugsweise zur Verwendung kommenden Gewürze waren Pfeffer und Safran