nur zu Rädern für fremden Willen geschaffen zu haben scheint , zu ohnmächtigen Werkzeugen fremder Kraft , und grade die wollen erst recht selber im Leben regieren , wollen grade im Dienen herrschen und herrschen wirklich ! Nachtvogel ! war Hackert ' s Gruß und Tagedieb ! Jeannetten ' s Antwort . Blas ' er seinen Qualm nicht ehrlichen Leuten in ' s Gesicht ! Mamsell hat Angst um ihre glatte Haut ! Herbst wird ' s ? Tragen Sie doch einen Schleier ! Ihr Teint springt auf trotz Gold-Cream , der Ihnen da von der Nacht noch an der Nase glänzt ! Jeannette besann sich , ob sie so fortfahren sollte . Eine Stimme sagte ihr : Die Feinde deiner Feinde sollten deine Freunde sein ! Und so begann sie : Hackert , die Zeiten , wo Sie im Hause waren , sind nicht mehr . Hackert war nicht sentimental . Am wenigsten liebte er die gefühlvollen Kammerzofen . Sie weinen ja ? sagte er . Thränen wie Zwetschen so dick , Thränen , wie Roßäpfel von Ihrem himmlischen Herrn Lasally ! Lumpenvolk ! Denken Sie doch nicht mehr an den Abend in der Fortuna , Hackert , lenkte die Kammerzofe ein . Neumann hat ' s bitter empfunden . Sie hatten mich durch Ihre schändliche Plauderei wegen dem falschen Prinzen um meinen Platz gebracht . Sie hätten den Zorn sehen sollen , wie Melanie nach Hause kam von Frau von Harder - gleich mir aufgesagt - Und wir wissen doch , Hackert - wir wissen doch - Schnurr du und noch ein Spinnrad ! äffte Hackert das rasche Plaudern der Zofe nach . Bist ja im Haus geblieben , edles Wesen ! Der süße Bartusch und die Wassernixe , die Frau Justizräthin , warfen dich ja nicht zum Tempel hinaus , ließen dich ja bei Neumann , seinen Ohrringen und seinem Backenbart ! Schlurck kann ja auch nicht den Geruch von jedem Frauenzimmer um ihn her vertragen -So sind Sie geblieben . Was stört denn nun jetzt da drinnen die schöne Landschaft ? Jeannette zog Hackerten vorwärts in eine minder belebte kleine Seitengasse . Hier begann sie eine Mittheilung über Schlurck ' s neuerdings erlebte Unglücksfälle . Die Verwaltung der Hohenbergischen Güter wäre ihm genommen , die Administration der städtischen Häuser wäre vom Magistrat neu untersucht worden und es hieße , sie käme auch aus Schlurck ' s Händen . Schlurck lasse die Flügel schrecklich hängen und gestehe ein ... denken Sie sich , Hackert ! ... daß er alt würde ! Die Justizräthin wäre wasserscheu ... das wollte viel sagen ... Und Bartusch ... Nun ? Heut ' Morgen in aller Frühe klingelt ' s und in einem Fiaker bringen sie den Alten auch todtkrank und elend ... Wer weiß , welche Gosse über ihn ausgeschüttet wurde ! Hackert forschte ... Es mußte zu Drommeldey geschickt werden , der gleich beim Eintreten sagte : Bartusch , Sie schauen ja aus , als hätten Sie Geister gesehen ! Kurz und gut ... Ich sage Ihnen Hackert , wo ist die schöne Zeit hin , als wir in Hohenberg waren ! Die Lust ! Die Seligkeit damals in dem Schloß ! So ? Ich schlief auf der Wiese unter den Fröschen ... Wer freilich bei Ihnen ... Hackert ! ... Ich sage Ihnen , Melanie ist nicht mehr zum Erkennen - Wie so ? Sie hat ja nun doch den rechten Prinzen Egon ! Sie wissen ' s also auch ? Alle Leute sagen ' s. Ich mag sie nicht fragen - sie ist mir nicht wieder grün geworden . Von Hohenberg will sie nichts wissen ... immer ernst - immer nachdenklich - immer Musik jetzt und Lektüre und melancholisch ... Und nun begannen diese Menschen eine Kritik der Verhältnisse Schlurck ' s , des Prinzen , der bekannten Armuth des Letzteren , bis Hackert mit den Worten einfiel : Ich sehe unsern Alten noch mit der Prise in der Hand in Lasally ' s Cirkus die Honneurs machen und mit ein paar alten steifen Mähren das Gnadenbrot um die Wette essen . Wie geht ' s denn Sr. getauften Lordschaft ? Jeannette sprach in gemessensten Ausdrücken von Lasally , seinem ehrenwerthen vielverkannten Charakter , worüber sie fast den Faden ihrer Mittheilung verlor . Dazu das Drängen in der engen Gasse , die Aufregung der Menschen , das Gewühl eines naheliegenden Frühmarktes . An einer Straßenecke lasen die Leute angeschlagen , daß Fürst Egon von Hohenberg Minister geworden . Hackert griff diese Nachricht auf . Hören Sie doch ! Prinz Egon Minister ! Jeannette verwunderte sich , hielt eine solche Beförderung für eine Degradation , einen wirklichen Beweis der Armuth des Prinzen ... O weh ! sagte sie . Und heute , heute muß der Justizrath zehntausend Thaler an Lasally zahlen ... Das Alles an einem Tage ! Hackert erstaunte über die Zahlung an Lasally . Er kannte Schlurck ' s Geldverhältnisse besser als selbst die Justizräthin . Was für zehntausend Thaler ? fragte er . Jeannette berichtete von einer schrecklichen Scene , wo Lasally sich und Allen den Tod gewünscht hätte . Er wäre ruinirt , er hätte auf diese Heirath gehofft , er hätte sich lächerlich gemacht durch seine Langmuth ; er hätte den letzten Beweis seiner Geduld in der Sache gegen Hackert gegeben ... Ja , Fritz , sagte Jeannette , er will Sie doch noch an den Galgen bringen . Neumann sagt , Sie wären ' s auch werth ... man müßte Sie eigentlich auf ein wildes Pferd binden und dann ... Doch wol das Pferd peitschen und nicht mich wieder ? fiel Hackert grimmig ein . Ich rath ' Euch Gutes ! Ich hab ' eine Wuth auf Pferde und Lasally ' s rath ' ich die Hufeisen verkehrt anzunageln , daß ich nicht weiß , wohin er mit ihnen ausreitet - Lasally ' s mein ' ich . Jeannette schauderte vor dem jungen Mann , den sie jetzt bös , doch tückisch nannte