war seitdem fortgesetzt worden , insonderheit seit 1397 , wo beide Brüder einen mehrtägigen Besuch auf dem damals von Lippold von Bredow bewohnten Schloß Neustadt an der Dosse gemacht hatten . Als sie von diesem Besuche heimkehrten , stand es bei Johann fest , um die noch jugendliche Tochter des Hauses werben und in der Bredowfamilie selbst festen Fuß fassen zu wollen , worin er sich durch seinen Bruder Dietrich , dem nichts wünschenswerter erschien , als eine derartige Verschwägerung , von Anfang an unterstützt sah . Auch auf Bredowscher Seite zeigte man sich einer Verbindung mit dem mehr und mehr zur Macht und Geltung kommenden Quitzowschen Hause geneigt . Wann die förmliche Verlobung stattfand , wird nicht gemeldet , dagegen wissen wir , daß im August 1400 die Hochzeit in Stadt Brandenburg gefeiert wurde . Die Gäste waren zum großen Teil dieselben , wie sechs Jahre früher bei der Dietrich von Quitzowschen Vermählung , nur die lausitzischen Elemente fehlten und wurden durch verschiedene havelländische Familien , unter denen , außer den Bredows selbst , die Rochows und Stechows obenan standen , ersetzt . Die sich über mehrere Tage hin ausdehnenden Festlichkeiten entsprachen im wesentlichen dem , was wir bei Gelegenheit von Dietrich von Quitzows Hochzeit schilderten , und nur in der Mitgift zeigte sich ein Unterschied . Diese war zunächst auf eine hohe Geldsumme festgesetzt worden , als aber die Zahlung derselben an allerlei Schwierigkeiten scheiterte sah sich Lippold von Bredow bewogen , seinem Schwiegersohne das von Anfang an von diesem bezogene Schloß Plaue zu vollem Besitz zu bewilligen . Über die Tatsache , daß diese Bewilligung mit vielleicht zweifelhaftem Rechte geschah , weil der Erzbischof von Magdeburg sich als rechtmäßigen Herrn des Schlosses betrachtete , geh ' ich hier hinweg , weil das Hineinziehen oder gar die Betonung solcher nebenherlaufenden , wenn auch relativ wichtigen Dinge , den Überblick über den ohnehin an Zersplitterung und unausgesetzten Zickzackbewegungen leidenden Quitzowstoff beständig aufs neue stört . Es kann uns genügen , daß Lippold von Bredow Schloß Plaue tatsächlich abtrat und daß Johann von Quitzow , unmittelbar nach der Hochzeit , wenn auch damals noch nicht als Schloßherr , seinen Einzug in dasselbe hielt . Dieser Einzug im Sommer 1400 in Schloß Plaue , das von jenem Tage an noch vierzehn Jahre lang von den Quitzows gehalten wurde , war der entscheidende Moment im Leben der beiden Brüder und führte , wie zunächst zu Macht und Größe derselben , so schließlich zu beider Demütigung und Untergang . 4. Kapitel 4. Kapitel Die Quitzows auf ihrer Höhe . 1410 Der Einzug in Schloß Plaue war der entscheidende Moment im Leben der Quitzows . So schloß unser voriges Kapitel . Dietrich , der ältere , der bedeutendere , jedenfalls der politisch-planvollere der beiden Brüder , kehrte von Brandenburg bzw. von Schloß Plaue nach Quitzöwel zurück und auf dieser Rückfahrt mochten sich ihm zum ersten Male Gedanken und Wünsche , die bis dahin ein bloßes Spiel seiner Phantasie gebildet hatten , als zu verwirklichende vor die Seele stellen . Und nach Lage der Sache mit gutem Grunde . Denn er durfte sich mehr oder weniger schon damals neben seinem persönlichen auch ein politisch-militärisches Übergewicht zuschreiben , ein Übergewicht , das politisch in seiner Günstlingsstellung zu Markgraf Jobst von Mähren , 4 dem damaligen Landesherrn der Mark ( dessen beständiger Geldverlegenheiten er sich allzeit hilfreich erbarmte ) , militärisch aber zu nicht unwesentlichem Teil in der strategischen Beschaffenheit der ihm zur Verfügung stehenden festen Punkte seinen Grund hatte . Zog man nämlich eine Schräglinie durch die Mark , so war er es , der die beiden Flügel und mit diesen zugleich auch das Zentrum in Händen hielt . Freilich war nur ein Bruchteil davon sein eigen , aber der Einfluß , den er im Westen ( Priegnitz ) auf die gesamte Quitzowsche Vetterschaft samt Kaspar Gans zu Putlitz , im Osten ( Lausitz ) auf die Schenken von Landsberg und ihren Anhang , im Zentrum ( Plaue mit Havelland ) auf seinen Bruder Johann und die reich begüterten Bredows übte , war so groß , daß er diese bundesgenössische Kraft seiner eigenen ohne weiteres zurechnen konnte . Das tat er denn auch , und weil sich kein Fehler in seine Berechnung einmischte , so begann jetzt von 1400 bis 1410 eine Periode beispielloser und , soweit man Kleines mit Großem vergleichen darf , an die Napoleonische Zeit 5 erinnernder Erfolge . Diese zehn Jahre heißen die Quitzowzeit und bilden ein wenigstens zunächst noch des tragischen Ausgangs entbehrendes Drama , darin folgende Mitspieler auftraten : Albert , Erzbischof von Magdeburg ( bis 1403 ) ; Günther von Schwarzburg , Erzbischof von Magdeburg von 1403 ab ; Johann und Ulrich , Herzöge von Meckelnburg- Stargard und Statthalter ( 1401 ) in Mark Brandenburg ; Günther , Graf von Schwarzburg , Vater des Magdeburgischen Erzbischofs und Statthalter ( 1403 ) in Mark Brandenburg ; Swantibor , Herzog von Pommern-Stettin und Statthalter ( 1409 ) in Mark Brandenburg samt seinen Söhnen Otto und Kasimir ; Barnim und Wratislaw , Herzöge von Pommern- Wolgast ; Rudolph und Albert , Herzöge zu Sachsen ; Ulrich und Günther , Grafen zu Lindow und Ruppin ; Henning von Bredow , Bischof zu Brandenburg ; Heinrich Stich , Abt zu Kloster Lehnin . Eine lange Reihe sich um die beiden Hauptgestalten gruppierender Personen ! Träfe sich ' s nun so , daß diese Dramatis personae unausgesetzt und ausschließlich an der Seite der Quitzows oder aber umgekehrt unausgesetzt und ausschließlich gegen dieselben gekämpft hätten , so würde sich in der Erzählung dieser Kämpfe , trotz ihrer großen und verwirrenden Ähnlichkeit untereinander , doch mit Hilfe von Scheidungs- und Gruppierungskunst , etwas wie Klarheit herstellen lassen , da sich es aber leider so trifft , daß die gesamte Reihe der vorstehend aufgeführten weltlichen und geistlichen Machthaber , je nach Vorteil und Sachlage , Bundesgenossen oder Widersacher , will also sagen heute quitzowsch und morgen antiquitzowsch waren , so haben wir in der Geschichte dieser endlosen Überfälle