der Oberfläche , ward im November 1822 der Haken gefunden , einige Wochen später auch das noch fehlende Stück , das seinerzeit augenscheinlich die Stelle des Hakeneisens vertreten hatte , da es sich schaufelförmig und aus härterem Holze gearbeitet erwies . Welcher Zeit dieses primitive Ackergerät angehört , dürfte schwer festzustellen sein . 37 Die Götz-Hand ist wohl mindestens ein halbes Jahrtausend jünger . Sie ward im Februar 1836 bei der Schiffbarmachung des Rhins , innerhalb der Stadt Alt-Ruppin , dicht neben der langen Brücke gefunden . Diese eiserne Hand ist zum Festschnallen am linken Arm eingerichtet und hat , der Maschinerie nach , wahrscheinlich zur Führung des Zügels mit der Linken gedient . Der Rost hat an einzelnen Stellen das Innere offen gelegt und man sieht mit Hilfe dieser Öffnungen die kleinen Räder des Mechanismus , der sich in seiner Gesamtheit gut genug erhalten hat , um auch jetzt noch die gekrümmten und beweglichen Finger in jede beliebige Stellung bringen und in dieser fixieren zu können . Dies wird durch Schieben an einer Daumplatte und mittelst zweier Knöpfe an der Handwurzel bewirkt . Der letzte Gegenstand , über den ich berichten möchte , hängt verstaubt und verspinnwebt an einer Fensterwand und hat ebenso wenig gemein mit dem Bronzewagen Odins , wie mit der eisernen Hand irgendeines märkischen Götz . Es ist dies eine Rokokoschöpfung und zwar ein etwa 8 zu 4 Zoll großer Kupferstich , der folgende langatmige Unterschrift führt : » Berlins Menschenliebe kommt Ruppin in der Asche liegend zu Hilfe ; – die Hoffnung zeigt ihr Den , der es wieder erheben wird , Engel des Himmels freuen sich dieser Wohlthaten . Den abgebrannten Ruppinern gewidmet von D. Chodowiecki . « Eigentümlich wie diese Unterschrift ist das ganze Blatt . Die abgebrannte Ruppina liegt am Boden , der extravaganten Fülle ihrer Formen nach so unterstützungsbedürftig wie nur möglich . Nichtsdestoweniger erscheint Berolina , angetan mit Lorbeer und Mauerkrone , um der wohlkonservierten aber nackten Schwester ihr Gabenfüllhorn entgegenzutragen . Es scheint jedoch , daß jene ( Berolina ) beim Anblick der Schwester wieder schwankt und erst auf das Erscheinen der Menschenliebe wartet , die denn auch schließlich , halb zuredend , halb tatsächlich drängend , die Zögernde weiter vorwärtsschiebt . Diese drei Figuren bilden die eine Gruppe , neben welche sich , gut miteinander verbunden , eine zweite Gruppe stellt . Die zwischen Wolken ruhende Hoffnung ( in Wahrheit eine Pompadour , die sich auf Polstern streckt ) zeigt auf die Porträtbüste Friedrich Wilhelms II. , Palmen wachsen rätselhaft dazwischen und zu Häupten schweben Engel , die , jeder Askese los und ledig , in nächster verwandtschaftlicher Beziehung zu Amor und Amoretten stehen . Ein wunderliches Blatt : sinnreich , amüsant und von guter Technik , vor allem auch ( was ich nicht gering anschlage ) kühn und naiv zugleich . Im ganzen aber , trotz dieser und anderer Vorzüge , wenig erquicklich , mehr Karikatur als Kunst , und interessant allein in seiner Verschmelzung von Genie und Philistrosität , von künstlerischer Freiheit und politischer Befangenheit . Chodowiecki gilt als ein Meister ersten Ranges , und das Rokoko , das er vertritt , tritt eben jetzt wieder in die Mode . Gut ; ich unterwerfe mich den Tatsachen , den Konsequenzen einer natürlichen Entwicklung . Und doch wäre es hart , wenn es hundert Jahre nach Schinkel wieder dahin käme , daß die Berolina ( die » Menschenliebe « wie eine Stoßlokomotive hinter sich ) der nackt in Asche daliegenden Ruppina das Füllhorn ihrer Gnaden in Gestalt einer Pfefferkuchentüte darbringen und dabei der künstlerischen Zustimmung des Zeitalters sicher sein dürfte . 13. Am Wall 13. Am Wall Hier ist all mein Erdenleid Wie ein trüber Duft zerflossen ; Süße Todesmüdigkeit Hält die Seele hier umschlossen . Lenau Um die Stadt her , zwischen dem Rheinsberger und dem Tempeltor , zieht sich der mehrgenannte » Wall « , ein Überrest mittelalterlicher Befestigungen , jetzt eine mit alten Eichen und jungem Nachwuchs dicht bestandene Promenade der Ruppiner . Die Septembersonne tut ihr Bestes . Aber das Laub ist doch noch dicht genug , ihr den Zutritt zu wehren ; ein Dämmer liegt auf den Steigen und nur nach rechts hin , zwischen den Stämmen hindurch , blitzt es und flimmert es um einen ummauerten Park , dessen eine Seite bis an die Böschung des Walles tritt . Es lockt uns aus dem Dunkel ins Helle , die Parkpforte steht weit auf und an der sonnigsten Stelle Platz nehmend , saug ' ich das Licht ein , um das Frösteln loszuwerden , das mich auf der schattigen Wallpromenade beschlichen . Entzückend Bild ! Aus dem Rasengrunde vor mir wachsen allerlei Hagebuttensträucher auf , kahl und windzerfahren . In diesem friedlichen Augenblick aber hängen die roten Früchte still am Gezweig , und zwischen den Ästen spannen sich Spinneweben aus und schillern in allen Farben des Regenbogens . Hinter dem Buschwerk eine Mauer und hinter der Mauer Gemüsegärten mit Dill und Dolden in langen Reihen , und dann Stoppelfelder weit , weit , und am Horizont ein duftiges Blau und in dem Blau der schwarze Schindelturm einer Dorfkirche . Der Blick schweift darüber hin , aber immer wieder kehrt er bis in die nächste Nähe zurück und weilt auf einem Rasenteppich , der sich in Falten legt , als wären hier Beete gewesen , Beete , die neuerdings der gleichmachende Rasen unter seine Hand genommen . Hier und da eine Zypresse , halb verwildert , halb eingegangen , und daneben ein Stein , der aus dem Grase eine Hand hoch aufragt . Und nicht der Zufall warf ihn hierher . Erst kaum erkennbar in dem Moose , das ihn umkleidet , erkenn ' ich jetzt seine scharf behauene Kante . Die sagt , was es ist . Und wäre noch ein Zweifel , die seitab gelegene zweite Hälfte des Parkes würde mir Gewißheit geben . Unter den Bäumen hin und nur halb in ihrem Blätterschatten geborgen , erheben sich die Wahrzeichen solcher