wohnte - man sah den Kirchthurm ihres Dorfes hinter einem Vorberge - er wollte dann allein nach Hause und Alles erklären ; oder er wolle Amrei gleich mit in ' s Haus nehmen , das heißt , sie sollte eine Viertelstunde vorher absteigen und als Magd in ' s Haus kommen . Amrei zeigte ihre ganze Klugheit , indem sie auseinandersetzte , was zu diesem Verfahren bestimme und was daraus hervorgehen könne . Halte sie sich bei der Schwester auf , so hätte sie zuerst eine Person zu gewinnen , die nicht die entscheidende sei und es könnte allerlei Hin- und Herzerrereien geben , die nicht zu berechnen wären , abgesehen davon , daß es in späteren Zeiten immer eine mißliche Erinnerung , und in der ganzen Umgegend ein Gerede bleibe , daß sie sich nicht geradezu in ' s Haus gewagt habe . Da scheine der zweite Weg besser . Aber es gehe ihr wider die Seele , mit einer Lüge in ' s Hans zu kommen . Freilich habe ihr die Mutter vor Jahren versprochen , sie in Dienst zu nehmen ; aber sie wolle ja jetzt nicht in Dienst und es sei wie ein Diebstahl , wenn sie sich in die Gunst der Eltern einschleichen wolle , und sie wisse gewiß , daß sie in dieser Verlarvung Alles ungeschickt thäte . Sie könne dabei nicht gradaus sein , und wenn sie dem Vater nur einen Stuhl stellen wolle , werfe sie ihn gewiß um , denn sie müsse immer dabei denken : du thust ' s , um ihn zu hintergehen . Und wenn alles Das auch noch ginge : wie sie denn vor den Dienstleuten erscheinen müsse , wenn sie später hören , daß die Meisterin sich als Magd in ' s Haus eingeschmuggelt habe und sie könne mit Johannes während der ganzen Zeit kein Wort reden . Diese ganze Auseinandersetzung schloß sie mit den Worten : » Ich hab ' dir das Alles nur gesagt , weil du auch meine Gedanken hören willst , und wenn du Etwas mit mir überlegst , so muß ich doch frei herausreden ; ich sage dir aber auch gleich : was Du willst , wenn du es fest sagst , so thue ich es , und wenn du sagst so , thu ' ich ' s auch . Ich folge dir ohne Widerrede und ich will ' s so gut machen als ich kann , was du mir auferlegst . « » Ja , ja , du hast Recht , « sagte Johannes im schweren Besinnen , » es ist Beides ein ungerader Weg , der erste weniger ; und wir sind jetzt schon so nahe , daß wir uns schnell besinnen müssen . Siehst du dort die Waldblöße da drüben auf dem Berg mit der kleinen Hütte ? Du siehst auch die Kühe , so ganz klein wie Käfer ? Da ist unsere Frühalm , da will ich unsern Dami hinsetzen . « Staunend sagte Amrei : » O Gott wohin wagen sich nicht die Menschen ! Das muß aber ein gut Grasgelände sein . « » Freilich , aber wenn mir der Vater das Gut übergiebt , führe ich doch mehr Stallfütterung ein , es ist nützlicher ; aber die alten Leute bleiben gern beim Alten . Ach ! Was schwätzen wir da ? Wir sind jetzt schon so nah . Hätten wir uns nur früher besonnen . Mir brennt der Kopf . « » Bleib ' nur ruhig , wir müssen uns in Ruhe besinnen ; ich habe schon eine Spur wie ' s zu machen wär ' , nur noch nicht ganz deutlich . « » Was ? Wie meinst ? « » Nein , besinn ' du dich ; vielleicht kommst du selber drauf . Es gehört dir , daß du ' s einrichtest und wir sind jetzt Beide so in Wirrwar , daß wir einen Halt dran haben , wenn wir Beide zugleich draufkommen . « » Ja mir fällt schon was ein . Da im zweitnächsten Ort ist ein Pfarrer , den ich gut kenne , der wird uns am besten rathen . Aber halt ! So ist ' s besser ! Ich bleib ' unten im Thal beim Müller , und du gehst allein hinauf auf den Hof zu meinen Eltern und sagst ihnen Alles gradaus , rund und klein . Meine Mutter hast du gleich an der Hand , aber du bist ja gescheit , du wirst auch den Vater so herumkriegen , daß du ihn um den Finger wickelst . So ist Alles besser . Wir brauchen nicht zu warten und haben keine fremden Menschen zu Hülfe genommen ! Ist dir das recht ? Ist dir das nicht zu viel ? « » Das ist auch ganz mein Gedanke gewesen . Aber jetzt wird nichts mehr überlegt , gar nichts ; das steht fest wie geschrieben und das wird ausgeführt , und frisch an ' s Werk macht den Meister . So ist ' s recht . O du weißt gar nicht , was du für ein lieber , guter , prächtiger , ehrlicher Kerl bist . « » Nein du ! Aber es ist jetzt Eins , wir sind jetzt Beide zusammen ein einziger braver Mensch und das wollen wir bleiben . Da guck , hier gieb mir die Hand , so , da die Wiese ist unser erstes Feld . Grüß Gott , Weible , so , jetzt bist du daheim . Und Juchhe ! da ist unser Storch und fliegt auf . Storch ! Sag ' grüß Gott ! Da ist die neue Meisterin . Ich will dir später schon noch mehr sagen . - Jetzt Amrei , mach ' nur nicht so lang oben und schick ' mir gleich Eins in die Mühle ; wenn der Roßbub daheim ist , am besten den , der kann springen wie ein Has ' . So , siehst du dort das Haus mit dem Storchennest und die zwei