und sagen , er sei noch da . Sie aber tat erschrocken , daß er noch da sei , und fragte , was es ihm gegeben und warum er nicht wieder zu ihnen zurückgekommen , wenn er das Fahren nicht hätte mögen erleiden . Daß er dageblieben , hätte sie fry recht ungern , die Leute könnten meinen , sie vermöchten niemand mehr ein paar Tage zu haben ; wenn sie gewußt hätte , wie es gehen sollte , kein Hung hätte sie dazu bringen können , ihn gehen zu lassen , gäb wie er nötlich getan und es erzwängt hätte . Es sei gut , daß sie ungefähr ins Dorf gekommen sei , er könne gleich wieder mit ihr heimgehen , wenn es ihm nicht zu weit sei , zu laufen . Wenn sie es gewußt hätte , so hätte sie können das Wägelein nehmen . Resli trat nicht ein in » gewußt « oder » nicht gewußt « , aber das schlaue Gesicht der Krämerin hinter ihrem Fenster fiel ihm auf , und ob sie gekommen aus Gwunder , um seine Eltern zu sehen , oder wirklich , weil sie es ungerne hatte , daß er da im Wirtshause war , und Gelegenheit zur Entschuldigung finden wollte , erfuhr er ebenfalls nicht und frug auch nicht darnach , aber er tat sonst manierlich , wie junge Bursche wohl daran tun , denn einen Stein im Brette der Mutter zu haben , ist kein dumm Ding . » Potz Tüfel ! « fuhr auf einmal die Wirtin drinnen zweg , » redet dort nicht die Dorngrütbäuerin mit Eurem Sohne ? « » ' s ist nit möglich « , sagte Änneli , » oder wär es se ? « » Jo wäger « , sagte die Wirtin , » es ist se . Was will jetzt die im Dorfe ? Die kömmt sonst das ganze Jahr nicht dreimal ins Dorf , nicht einmal zChilche . « Unterdessen war Änneli aufgestanden , hatte das Fürtuch glatt gestrichen , und mit großer Freude im Gesicht ging es hinaus , stellte sich der Dorngrütbäuerin vor und nötete diese hinein , gäb wie die sich wehrte und doch gerne kam , aus Gwunder und auch der Leute wegen , damit die nicht meinten , es wäre da etwas Ungerades , und sie verbrülleten als wüste Leute . Sie mußte anesitzen , mußte sich vorlegen , einschenken lassen , und währenddem redete sie immer , wie man ihn tot gebracht und wie er ausgesehen , wie sie ihn gereinigt und wieder lebendig gemacht und wie ungerne sie ihn hätten gehen lassen , wie aber nichts zu machen gewesen ; wenn man ihn mit Ketten gebunden hätte , sie glaube , er hätte sie zerschrissen . Diese ungeforderten Entschuldigungen entwaffneten das gutmütige Änneli ; sie lobte und rühmte der Bäuerin Guttätigkeit , lobte und rühmte aber auch Resli und wie sie nicht mehr begehrt hätte , zu leben , wenn man ihn tot heimgebracht , und große Tropfen rollten ihr unterm Kinn zusammen . Es ging ihr auch so , sagte die Bäurin , obwohl es sie manchmal düeche , man wäre ohne King viel ruhiger . Seien sie klein , so seien sie einem den ganzen Tag unter den Füßen und man sei nur mit ihnen plaget ; seien sie groß , so liefen sie wo sie wollten , und ztot müsse man sich werchen und sinnen für z ' mache , daß ein jedes auch bekäme , daß es sein könnte . Denn öppe daß ein King weniger zwegkäme als sie , das möchten sie nicht ; wie man gewohnt sei , so sei man gewohnt , und anders käme es nicht gut . Das bildete den Übergang zur Erzählung , was sie hätten und wie sie King hätten die bsungerbar gfellig gewesen mit dem Heiraten , daß die jetzt noch reicher seien als sie . Änneli redete verständige Worte dazwischen , ließ sich aber nicht zu gleicher Ruhmredigkeit verleiten . Überhaupt bildeten die beiden Weiber einen großen Gegensatz , so etwa wie eine schöne gelbe Ankenballe mit einer angelaufenen Kaffeekanne ; hinter beiden steckt was , und zwar was Gutes , aber die eine hat ein appetitlich freundlich Ansehen und man sieht von weitem , was sie ist , bei der andern muß man zusehen , daß man sich nicht brämt , und kein Mensch , ders nicht erfahren , würde meinen , daß aus ihr was Gutes kommen könnte . Änneli war so schmuck und durchsichtig , für eine alte Frau noch so appetitlich , seine Rede langsam , aber bedeutsam , alle seine Bewegungen rund und gefällig , daß , wer ihns sah , Respekt vor ihm bekam und es begriff , wie man so einer rechten Frau Röcke anziehen kann , welche man will , und hinter allerlei Tische sie setzen kann , hinter Teetische und hinter Specktische , hinter Kuchitische und hinter Spieltische , und sie sitzt hinter jedem recht , zu jedermanns Respekt . Die Andere hatte auch allerlei an , aber es war nur so angewuschet , und nichts hatte den rechten , saubern Glanz ; sie machte alle Kleider zu Werktagskleidern , während an Änneli alle Kleider zu Sonntagskleidern wurden . Ihre Hände waren nicht ungewaschen , aber beim Waschen ging immer nur noch das Halbe ab . Die Nägel waren teils kurz , teils lang , und an allen war bald hier , bald dort was Überflüssiges . Das Gesicht war eben nicht häßlich , aber hochmütig , schien dazu auch klebrig ; sie sprach geläufig , aber ungern hörte man ihr zu und wußte nie , sollte man etwas glauben von dem , was sie sprach , oder nichts . Wo sie absaß , meinte sie , sie müsse zeigen , daß sie Dienste sei , und eben deswegen hielt man sie nie für das , was sie war , und wo sie absaß , saß sie ab , als wenn sie dahin