wunder , ob dort die Tochter einen Kilter hätte oder nicht . Es solle sie nicht fünf Minuten aufhalten . Uli ging . Kaum war er vom Wege ab , in einem dunklen Gäßchen , zwischen schwarzen Gebäuden , so pfiff ein Scheit ihm hart am Kopf vorbei , ein Streich surrete ihm im Nacken , ein anderer auf der Achsel . Rasch griff er ins Dunkel hinein , packte eine Hand mit einem Scheit , riß es aus derselben , tat zwei , drei tüchtige Schläge um sich , daß es klepfte , schmiß mit gewaltiger Kraft einen ihm im Wege stehenden Gegenstand weit in eine Hofstatt hinaus und war verschwunden , wie wenn ihn der Boden verschluckt hätte . Man hörte noch hie und da einen Tätsch , dann : » Nit , nit zDonner , ih bis ! « , flüsternde Stimmen : » Wo ist er , wo ist er ? Ih weiß ne niene meh , es isch , wie wenn ne dr Tüfel gno hätt ! Aber chumm hilf mr dr Karrer aufstellen , der hat ein Näggis erwütscht . Ich blüte auch wie eine Sau , aber dem Donner wollen wir es noch eintreiben . Wir wollen ihm vorlaufen und dann beim Türli ihm warten ; es müeßts dr Tüfel tue , wenn wir ihn dort nicht erwütschen , und dort wollen wir ihn dann salben , bis er zfrieden ist . « Sie liefen , taumelten , warteten beim Türli , aber kein Uli kam . Endlich wurde ihnen angst , er konnte vielleicht bewußtlos niedergefallen sein und nun erfrieren . Sie schlichen sich heim , und der Karrer fluchte in einem fort : E sellige Ketzer hätte er noch nie bekommen , und er wollte , Uli erfriere ; aber wenns dann nur nicht auf sie herauskäme , weil sie mit ihm aus dem Wirtshaus gegangen , es sei jetzt gar verflucht kalt i dr Kefi . Am Morgen erschraken sie heftig , als Ulis Stimme wie gewohnt aufrief . » Dä Dolder lebt scheints noch ! « sagte der Karrer zum Melcher . » Wie Tüfel ist der heimgekommen ? « Aber niemand konnte Bescheid geben . Sie fragten Uli , wie er heimgekommen , sie hätten ihm lange gewartet , doch umsonst ; er werde zu Kilt gewesen sein . Darauf erzählte Ulis Begleiter , wie es ihnen im Gäßchen ergangen , und klagte Uli an , daß er ihn im Stich gelassen und davongelaufen sei , ohne sich darum zu bekümmern , ob er zu Tod geschlagen wurde . Uli antwortete nicht viel , als daß jeder zu sich selbst sehen müsse . Er hätte übrigens nicht gewußt , wie ihm helfen , da er ihn gleich nicht mehr gesehen . Die Andern taten gar unbefangen und wünschten nur , daß sie dabeigewesen , denen hätten sie es zeigen wollen . Uli nahm das hin , ohne nach ihren Beulen zu fragen , ohne einläßlich über die Art seiner Heimkunft zu antworten . Vreneli , welches auf die Heimkehr der Abwesenden bange gewartet , hatte Uli zuerst und alleine heimkommen hören und schlief darauf ein . Am Morgen sah es einige blaue Beulen , und im Vorbeigehen sagte ihm Uli : » Du sollst Dank haben , du hast recht gehabt . « Aber mehr zu sagen schickte es sich nicht . Es wurde natürlich darüber gwunderig , und endlich gelang es ihm , von der einen Magd , die sich etwas auf Ulis Seite neigte , zu vernehmen , wie die Abrede gewesen , Uli recht tüchtig zu prügeln , nachdem man seinen Wein getrunken und mit Rühmen ihn recht zutraulich gemacht . Man habe das schon im Dorfe versucht , damit man die Schuld auf die Dorfbuben werfen konnte . Aber sie wisse nicht recht , wie es gegangen , und niemand könnte rechten Bricht geben . Es seien ein paar Streiche gewechselt worden , dem Karrer sei es gschmucht geworden , der Herdknecht sei unter einen Wagen gefahren wie aus einer Kanone , der Melcher habe ein Loch in den Kopf erhalten , daß das Blut herausgefahren sei wie aus einer Brunnröhre , aber keinen Uli hätte man mehr gemerkt , so daß sie fast glauben , sie hätten einander selbst geschlagen . Sie hätten ihm noch gepaßt beim Türli , aber kein Uli sei gekommen , dagegen habe er sie heute geweckt ; sie könnten gar nicht wissen , wie das gekommen , da auch sie Mägde , die auf der Straße geblieben , von Uli gar nichts gemerkt . Heute beim Betten habe sie Blut auf Ulis Hauptkissen gesehen , so daß sie glaube , er müsse doch dabei , gewesen sein . Aber wie es zugegangen , könne sie nicht sagen , und wenn man ihr den Gring abschreiße . Und niemand kam darüber . Auch Vreneli hätte es nie erfahren , wenn Uli es ihm später nicht selbst erzählt , wie er , nachdem er einige ausgewischt , unter das schwarze Dach eines Ofenhauses gestanden , weil er zu alt dazu gewesen , eine Schlägerei auf Tod und Leben fortzusetzen . Da , ganz an ihnen an , hätte er ihre Reden vernommen , ihre Stimmen gekannt und sei unvermerkt , aber schnell ihnen , die noch mit dem Karrer zu tun gehabt , vorausgekommen und heim , ehe sie daran gedacht . Es hätte ihn freilich gejuckt , selbst beim Türli zu lußen ; allein am Ende habe er gedacht , es könnte ein Unglück geben und am wöhlsten sei er daheim im Bett . Das habe ihm wieder die Augen aufgetan , was man den Leuten trauen könne und wie er hier zweg sei . Er solle nur nicht gerade erschrecken , sondern sich niemere nüt achten und seine Sache recht machen , so werde das schon gut kommen , sagte Vreneli . Dann aber sagte es auch der Mutter , was gegangen und wie die Diensten den Meisterknecht