herüber sprüht ins Leben ? - Das ist Gefühl , daß Bedrängnis das Feuer aus dem Stahl im Blut schlägt , ja das ist ' s allein ; - die geheime innerliche Überzeugung der lebendigen Mitwirkung aller Kräfte , daß alles tätig und rasch sei in uns , einzugreifen mit dem Geist , und die eigne irdische Natur wie ihr Besitztum und alles dran zu setzen . - Nun wohl , geistige Kraft , die die irdische zum eignen Dienst verwendet , die ist das einzige menschliche Glück . - Ja ich glaub , Besitz ist nur insofern Glücksgüter zu nennen , als sie uns gegeben sind , damit wir sie verleugnen können um der höheren Bedürfnisse der inneren Menschheit willen . - Dies Verleugnen , dies Dahingeben , daß es durch jene Glücksgüter in die Hand gegeben ist , uns über sie hinaus zu schwingen , das deucht mir göttliche Gabe , ach ! ach ! Die lassen wir aber fallen ; wir lassen die Begeisterung , die im Göttertrank des Glücks unsre Sinne durchrauschen dürfte - und fürchten uns davor , und wenn wir schon lüstern wären , doch deucht es gefährlich wie ein Gott trunken den Becher in die Weite hinzuschleudern , wenn er ausgetrunken ist . - Merk ' s , zu unserer schwebenden Religion gehört das auch , daß wir den Wein den Göttern trinken und trunken die Neige mitsamt dem Becher in den Strom der Zeiten schleudern . - So ist ' s , sonst weiß ich nichts , was glücklich wär zu preisen , als nur tatenfroh immer Neues schaffen und nimmer mit Argusaugen Altes bewachen . - Außerdem wüßt ich nichts , was mich anfechte , was ich möcht sein oder haben als nur mit meinem Geist durchdringen . - Von mir soll niemand hören , ich sei unglücklich , mag ' s gehen wie ' s will , und was mir begegnet im Lebensweg , das nehm ich auf mich , als sei ' s von Gott mir auferlegt . Merk ' s wieder , das gehört auch noch zu unserer schwebenden Religion - und mein inneres Glück , das mach ich mit den Göttern ab . Diese Momente , wo ein Gefühl : Göttertriebe seien in uns wach , dem Stolz das Gefieder aufblättert , daß die Gedanken Respekt vor uns haben , die gemeinen , - und uns aus dem Weg gehen . Ach , das ist ' s - dann steigt man allein auf die Berggipfel und atmet die Lüfte ein im Nachtwind , in denen der Genius uns anhaucht vor Lust und Dank , daß er ohne Sünde , ohne Verleugnung wiedergeboren ward in uns ; und dann weiht man aufs neue sich ihm und verschwistert sich mit sich selber , alles zu tragen , zu dulden . Nichts ist zu klein , was solche große Seelenkräfte in Anspruch nimmt , denn eben diese zu üben ist ja das Große ; und versäumen kann man nicht das Höhere um das Geringere , denn eben daß an das Geringe alle Seelenkraft gewendet werde , mit Fürsorge gleich der des Lebenspenders , das ist das wahre Opfer , was uns göttlich macht . » Man muß alles dem lieben Gott überlassen « , sagen die guten Christen - ja wohl , von ihm nehme ich an , was er mir zuerst entgegensendet , wozu die erste Regung meines Geistes mich mahnt , und lass ' auf dem Zeitenstrom mich dahinschwimmen , den er mir geschenkt , und ob ich da Früheres versäume oder Größeres , das kann ich nicht wissen , und wenn ' s ein Bienchen wär , das ohne meine Hilfe ertrinken müßte , so reich ich erst den Zweig ihm , sich zu retten , das ist das Fundament von meinem innerlichen Glück , überhaupt was sollt ich doch um irdisch Glück für Not haben , es ficht mich nicht an . Soll sich einer glücklich preisen , ich müßt ihn auslachen . - Sagt mir einer , dir geschieht nichts , die Tage gehen vorbei , und kannst dein Wirken nicht vereinen mit der Zeit , sie will nichts von dir , und läuft ihren Weg , sie hat taube Ohren im Gebrause aller , deren jeder einer für sich sorgend seine Stimme will geltend machen und sich durchfechten , nun , das ist mir nichts . - Ob handelnd oder fühlend , tiefempfindend mit dem Genius umgehen , das ist dasselbe , was ist denn Handeln anders als fühlbar werden das Rechte und es tun . Handeln ist nur der Buchstabe des Geistes , es ist noch nicht so süße als die heimliche himmlische Schule des Geistes . Wo ich auch hinaus denk , mir deucht nichts glücklicher als im Schatten liegen jener großen Linde unter ihren fallenden Blüten und durch ihr rauschend Gezweig dem Geliebten entgegen lauschen , dem heiligen Geist . Der ist mein Geliebter , der kommt und besucht mich jetzt in der heißen Jahreszeit , wenn ich im Boskett lunze , und es regnet Lindenblüten auf mich mit jedem leisen Lüftchen . Ach , er macht kein Wesen von der Weisheit , von Gottesgelahrtheit , von Tugend , von Religion . - Ich bin ihm recht , wie ich bin , er lacht mich aus , wenn ich belehrt sein will , und bläst mich an ; - » da hast du Weisheit , « sagt er . - Dann spring ich auf und glüh im Gesicht von seinem Hauch - ich lauf ins Haus , ich denk , wie bin ich doch glücklich ! - Ich werf mich auf die Erd mit dem Angesicht und küss ' die Erde . Das ist mein Gebet - wie soll ich ihn umfassen als bloß , wenn ich die Erde küss ' ? - Einsam - bin ich nicht - ist der Schatz überall , - die dritte Person in der Gottheit überall ; auch im Blumenstrauß vom Gärtner , der an