, ich war an Ihrer Thür eines Tags , wo man sagte , Sie wären ausgegangen ; ich kam dann zwei oder dreimal wieder hin und setzte mich mit den Kindern auf die Stufen und meinte immer , Sie sollten aus der Thür treten - aber es ward mir nicht so gut . « - » Warum ließt Ihr mich nicht rufen ? « - » Liebe Lady « , sagte Cecile mit einem Lächeln stolzer Demuth , » die Leute hätten Wunder denken können , warum ich Sie sprechen wollte . Aber viel habe ich an Sie gedacht . Man sagt : des Fremdlings Odem ist kalt ; aber gewiß , Sie können mir glauben , mein Herz ist für Sie warm gewesen , seit ich Sie zuerst sah . « - » Ich glaube es , Cecile ; es gibt nicht viele Herzen , wie das Eure . « - » Das letzte Mal , wie ich Euch sah , Lady , wart Ihr bleich wie ein Schneeglöckchen , so daß ich meinte , es könne Euch ein böser Blick getroffen haben . « - » Verdirbt ein böser Blick andrer Haut , als dessen , der ihn haben mag ? « fragte ich ungläubig . - » Ein böser Blick kann einen Stein spalten , sagt man in Glen Eredine « , antwortete mit ernstem Kopfschütteln Cecile . » Wenn Sie es aber annehmen wollten , so hätte ich wohl etwas , das Sie gegen alles Unheil schützen könnte . « Sie suchte nun lange in ihrem Bettstroh und fand endlich etwas , das ungefähr wie ein Feuerstein aussah . » Wenn Sie dieses in Ihren Unterrocksbund nähen wollen « , sagte sie mir ihn darreichend , » kann Niemand Ihnen mehr schaden . « - » Dank , liebe Cecile ! aber wenn ich Euch den Schatz nehme , kann er Euch ja fehlen . « - » O mein Herzblättchen ! « ( Kalb meines Herzens , ist der Gaelische Ausdruck ) rief Cecile innig , » es ist meine Pflicht , alles für Euch zu thun , und gewährt mir Gott erst , wieder nach Glen Eredine zu kommen , so werde ich vielleicht mehr können . « Ich mußte innerlich lachen über den Stellvertreter der Vorsehung , mit dem mich diese gute Seele beschenkt hatte , dachte aber doch , daß er immer so wirksam , wie jede andre menschliche Weisheit , zu wirken vermöchte ; da aber ein Versuch , Cecilens Aberglauben zu bestreiten , ihr Vertrauen zu mir hätte erschüttern können , nahm ich ihren » Elfen-Pfeil « , wie sie den Stein nannte , dankbar auf , und fragte sie dagegen , wenn sie nach ihrer Heimath abzureisen gedächte . - » Ich weiß nicht « , antwortete sie seufzend , » das Wetter ist klar und schön , und ich sehne mich nach Haus ; aber ... sehen Sie ... ich fürchte , es möchte Jemmy nicht lieb seyn , wenn er mich in Eredine wüßte . « - » Wie wäre das möglich ? « - » Ich weiß nicht « , antwortete sie halb lächelnd und blickte vor sich hin , dann tief seufzend und an ihrem Schürzenband drehend , » sehen Sie , Lady , ich habe einen Freund in Glen Eredine , ich ... ich ... « - » Um so besser , Cecile , das kann Euch nicht vom Nachhausegehen abhalten . « - » Ja , ich will sagen ... einen Junggesellen , ... den ich hätte freien sollen , wenn es also beschlossen gewesen wäre . « Nun seufzte sie wieder . - » Sollte Euch Euer Mann nicht trauen , Cecile ? « - Augenblicklich war ihre Verlegenheit verschwunden , sie sah mir fest in ' s Gesicht und sagte : » Nein , Lady , so schlecht werde ich nimmermehr von ihm denken , so verkehrt ist er nicht . Aber er könnte meinen , dort würde mir das Herz schwer seyn , so lange er so weit weg ist - denn leider ist der arme Junge nie mehr recht bei sich , seitdem der Vater mich dem Jemmy zur Frau gab - ach er will sich nicht abwehren lassen , immer nach mir zu sehen und mit dem kleinen Kenneth da ( ihrem Knaben ) zu spielen und unsre Kühe Abends nach Hause zu treiben , und seit der Vater starb , läßt er sich nicht hindern , meiner Mutter den Torf zu stechen , obgleich ich nie mehr ein Wort zu ihm sprach , weder Gutes noch Böses , seit dem Tag ... « - Hier fuhr sie mit ihrem Aermel über ihre Augen und setzte dann leise hinzu : » Nun , es war Gottes Wille , und der führt alles zum Besten . « - » Aber wart Ihr denn nicht ein bischen hartherzig , daß Ihr so einen treuen Liebhaber verließt ? « - » O Gott , Lady , was konnte ich thun ? Ich sah wohl , daß er nicht für mich passe . Seine Eltern sind nur Fremde , mit Erlaub , und ich , wenn ich ' s gleich selbst sage , bin mit den besten Familien im Lande verwandt . Da begreifen Sie ja , daß es mein Vater nie zugeben konnte . « - » Und Ihr gehorchtet Euerm Vater , gute Cecile ? « sagte ich , tief beschämt über das pflichtgemäße Betragen dieser ungebildeten Frau , in Vergleich mit meinem eignen Benehmen . - » Ach , Lady , ich war ja sein Kind « , antwortete Cecile , » außerdem wußte ich , Robert war mir nicht bestimmt ; das wußte ich - wohl wußte ich das . « - Sie wiederholte diesen Satz auf alle Weise , indeß ich über meinen unseligen Ungehorsam nachsann , denn Cecile hätte lieber zehnmal dasselbe gesagt , als dann , wenn sie die Unterhaltung übernommen , eine Lücke im