die dunkle Erde streut , Und meiner Liebe Flamme höher treibt , Daß Dir ein Zeichen bleibt . In Liebesfurcht ich seh die Wolken jagen Dort überm Mond , daß er zu wanken scheint . Wohin , wohin will euch der Sturmwind tragen ? Zu meinem Lieben , der es treulich meint ! Der Blume Blätter werf ich in den Wind , Er bringt sie Dir geschwind . Der Liebe Furcht durchbebet mich so sachte , Zu schauen , ob mein Kind noch atmen kann , Es sah mich an , und drehte sich und lachte , Ich sah es schon wie Dich , wenn es ein Mann ; So schauet aus der Liebe ödem Haus Ein frommer Geist voraus . Wird Liebe Furcht , so laß die Furcht mich lieben , Und liebe mich , dieweil ich furchtsam bin , So kann die Furcht die Liebe nie betrüben , Und Furcht und Liebe haben gleichen Sinn , Es wächst die Furcht der Liebe zum Gewinn In Deiner Liebe Sinn . Fragen Sie sich selbst , ob ich länger von ihr bleiben konnte nach solcher Einladung ; denken Sie sich , mir zu Liebe hatte die liebe Frau die ersten Verse in ihrem Leben gemacht . Ich trat denselben Tag noch meinen Rückmarsch an ; mein Buch wurde nicht fertig gedruckt . Damals hab ich eine schöne Zeit mit ihr gelebt ; leider , daß uns die allergemeinste Ursache bald in Verlegenheit setzte . Ich hatte ein Landgut gekauft und war kein Landwirt , und meine Frau verstand bei dem besten Willen eben so wenig davon ; ich hatte viel bezahlt , verzehrte noch mehr und nahm nichts ein ; die Summe gezogen , mußte ich den Hof meinen Schuldnern überlassen und in die Stadt ziehen . Da jubelte mein ganzes Herz ; meine Frau war aber betrübt , sie machte mir so rührende Vorstellungen , daß ich ihr zuschwor , recht fleißig zu werden ; sie selbst fing an Kupferstiche zu meinen Gedichten recht artig zu radieren und die waren meist schon fertig , wenn das Gedicht erst zur Hälfte gelangte . Dann weckte sie mich immer früh auf , hatte schon mein Zimmer geheizt , mir Kaffee gekocht , und da sollte ich nun arbeiten , das war eine Sache zum Einschlafen ; in meinem Ärger über diese Behandlung und doch im Gefühle , wie es nicht anders gehen könne , schrieb ich eine Elegie vom Weber , den ich vorstellte , und von der Spinnerin , die meine Frau bezeichnet , welche ich Ihnen mit der rechten Betonung vorlesen will ; macht sie Ihnen Langeweile , so ist es meine Schuld . « Zwanzigstes Kapitel Der Weber und die Spinnerin Als ich Geselle noch war und webte geschäftig beim Meister , Sprang ich für Augenblickslohn oft zu der Tochter hinein , Immer fand ich die Braut beim schnurrenden spinnenden Rädchen , Ungeduldig einmal schwieg ich tückisch in mir ; Doch sie fragte mich nicht , da brach ich das Schweigen erglühend : » Wahrlich die Göttin tat recht , als sie Arachnen bestraft ; Denn nur Eitelkeit ist ' s , zu lieben und andres zu schaffen , Als das zierliche Werk , dessen Rädchen das Herz . « » Ungeschickter « , sie sagt , ganz ruhig beschaut sie den Faden , » Stören die Hände dich je , die beschäftigt im Werk ? Höre den ruhigen Takt , das Ungeordnete gleichend , Und das Auge , es weiß , was dir erlaubt sei dabei ! « - Wohl ich nützte auch gleich die zart mir gegebne Erlaubnis , Und ich gab ihr den Kuß , doch nur den Backen er traf . » Ach « , so seufzte ich dann , » kein duldendes Weibchen ich wollte , Sondern das harrend gelauscht , mich im Kommen umschließt ! « » Bläulich blühet der Flachs « , entgegnet sie , » Hoffnung der Liebe , Daß ein bräutliches Bett wachse in Blumen darauf ; Doch die Blume , sie täuschet , es fallen die bläulichen Blätter , Und der Faden erwächst unter der Blume versteckt , Tief gebücket wir ziehen ihn aus zum Brechen und Spinnen , Ehe die Blumen so hell stehen im Laken gewebt . Nun verzweifelst du schon , noch ehe dir Arbeit geworden , Und schon mürrisch du bist , eh ' noch gesponnen der Flachs . « - Und es brach ihr der Faden , da bat ich sie flehend um Gnade , Spann nun selber da an , wo ihr gebrochen das Herz ; Grob ward der Faden , ich glaub es , doch hält er länger und länger , Und sie zeigte mir ihn , streifig im Laken verwebt , Als ich zum eigenen Herd mir holte mein liebliches Bräutlein , Und das Bette so weiß stand in dem Zimmer bereit . Seit nun die webende Zeit uns einte , priesterlich segnend , Was die liebende Brust früher gesegnet in sich , Da vergaß ich so oft den Faden , vergaß auch die Lehre , Denn das Eigenste ist , was sich am leichtsten vergißt . Heute vergaß ich ihn ganz , als zürnend ich aufsprang vom Bette , Und im flatternden Hemd schimpfte die rastlose Frau , Die den Mund nur verschließt beim ersten Krähen der Hähne , Um zu sagen die Stund , die mich zum Webstuhl verbannt . » War es schimpflich dem Gott « , so rief ich , » zu spinnen beim Weibe , Ich ertrüg es so gern , denn ich säh dich dabei . Doch so muß ich zum Webstuhl , zu schauen die seidenen Faden Und du selber , du spinnst mich wie den Seidenwurm ein , Förderst dies flüchtige Rädchen vom Morgen bis wieder zum Abend , Wäre dies Rädchen entzwei : würde die Liebe mir neu ; Kurzweil wird dir zu lang , die lust ' gen Gesellen mir werden Alle jetzunder so fremd , fremd wird der kühlende