auch mehr zur Einbildungskraft der Quitzöwler gesprochen und in ihren Herzen eine lebhaftere Mißbilligung hervorgerufen haben mochte , so läßt sich doch annehmen , daß es den unter alltäglicheren Formen aus Rathenow Vertriebenen , soweit sie hilfesuchend anklopften , an Mitleid und Teilnahme bei der Bewohnerschaft der Burg nicht gefehlt haben wird . Aber Mitleid und Teilnahme waren nicht die Dinge , denen sich die Quitzowschen , auch wenn sie gewollt hätten , auf die Dauer hingeben durften , am wenigsten Köne von Quitzow , dessen spätere Lebensjahre , beinah mehr noch als die voraufgegangenen , ihn zu Bewährung kriegerischer Tat und Gesinnung aufforderten . Am meisten , als das Jahr 1391 einen speziellen Quitzowkrieg und zwar mit den Herzögen von Lauenburg und Lüneburg brachte . Was Veranlassung zu dieser Fehde bot , hüllt sich in Dunkel und mag auch im Dunkel bleiben . Es genügt für uns , daß Lüneburg mit einem Einfall in die Altmark und mit der Wegnahme verschiedener fester Plätze begann . Und kaum , daß Schnackenburg und Gartow ( das waren die Namen der festen Plätze ) genommen waren , als auch schon der Lauenburger Herzog Erich ebenfalls auf dem Plan erschien , um sich nach erfolgter Vereinigung mit den Lüneburgern , von der Altmark her gegen den älteren Johann von Quitzow , einen Bruder Könes von Quitzow , auf Schloß Kletzke , zu wenden . Alles , was Quitzow hieß , kam jetzt herbei , diese festeste Burg der Familie gegen die Doppelmacht der beiden Herzöge zu schützen , und nur Köne von Quitzow blieb aus , ein momentan überraschendes Ausbleiben , dessen Veranlassung indes sehr bald offenbar werden sollte . Denn als die Bedrängnis der Kletzker Burgleute , die , sich Luft zu schaffen , eben einen Ausfall planten , den höchsten Grad erreicht hatte , zeigte sich unerwartet ein Trupp Ritter und Reisiger im Rücken der Lauenburg-Lüneburger und brachte diesen , in ihr Lager einbrechend , eine Niederlage bei , deren Folge das Abstehen von einer Fortsetzung der Belagerung war . Die zum Entsatz Herbeigeeilten aber waren die Quitzöwler gewesen : Köne von Quitzow , samt Dietrich und Johann , die sich hier zum ersten Male an der Seite des Vaters bewährten . An die fünfzig Gefangene wurden eingebracht und tags darauf war Tedeum , wobei der alte Burgherr erst seinem Gott und bei dem sich anschließenden Festmahle der gesamten Vetterschaft dankte . Der eigentliche Held des Tages aber war Köne von Quitzow , der mit dieser Befreiung von Burg Kletzke nicht nur die letzte , sondern auch die beste kriegerische Tat seines Lebens getan hatte . Der Rest seiner Tage verlief ebenso friedlich wie häuslich und was sich von noch zu Nennendem ereignete , war recht eigentlich ein Hausereignis : im Sommer 1392 ward ihm abermals ein Sohn geboren , der vierte , der in der Taufe den Namen Henning empfing . Sechsundzwanzig Jahre nach Dietrich , zweiundzwanzig nach Johann geboren , sah er sich in die nun bald beginnenden Wirren und Kämpfe der eigentlichen Quitzowzeit nicht mit hineingezogen und überlebte den Ruhm und Niedergang seines Hauses . Als er drei Jahre alt war , starb der Vater : Köne von Quitzow , » der hofliche alte Reuter « . Und Hennings Brüder : Dietrich und Johann waren von Stund an die Häupter der Familie . 3. Kapitel 3. Kapitel Dietrich und Johann von Quitzow verheiraten sich . 1394 und 1400 Köne von Quitzow starb 1395 . Ein Jahr vorher war es ihm noch vergönnt gewesen , die Hochzeit seines Sohnes Dietrich mitzufeiern , der sich am Montage nach Mariä Heimsuchung , den 6. Juli 1394 , mit Elisabeth Schenk von Landsberg , Tochter des Schenken von Landsberg auf Schloß Teupitz vermählte . Dies umfangreiche Schloß , an der Grenze von Mark und Lausitz , würde zu festlicher Begehung der Hochzeit vollkommen ausgereicht haben , Rücksichten aber , die man auf den ausschließlich in der Priegnitz begüterten Anhang der Quitzowfamilie nehmen zu müssen glaubte , bestimmten den Vater der Braut , den alten Apitz von Schenk , die Hochzeit statt auf Schloß Teupitz lieber in Berlin stattfinden zu lassen , und zwar um so mehr , als der Bräutigam , Dietrich von Quitzow , den Wunsch ausgedrückt hatte , die Trauung durch den ihm und seiner Familie seit lange befreundeten Berliner Propst Ortwyn an Sankt Nikolai vollzogen zu sehen . Schon am Sonnabend den 4. Juli hatte sich die zahlreiche Verwandtschaft samt vielen ansehnlichen Freunden , geistlichen wie weltlichen Herren , in Berlin eingefunden . Von seiten der Quitzowfamilie waren es : Kuno von Quitzow auf Kletzke , Wedego von Quitzow auf Rühstädt , Klaus von Quitzow auf Stavenow und Lüdeke von Quitzow , Propst zu Havelberg , zu denen sich , um nur die hervorragendsten zu nennen , der Havelberger Bischof Johann von Wopelitz , ferner der Spiel- und Jugendgenosse der Quitzowschen Brüder Kaspar Gans zu Putlitz , sowie Hans von Rohr auf Schloß Meyenburg , Mathias Sternebeck und Hinrik Grumbkow gesellten . In gleicher oder noch größerer Zahl war der Anhang der Schenken von Landsberg erschienen , unter ihnen Heinrich und Hans von Schenk , Oheime der Braut , Konrad Abt von Zinna , Lippold von Bredow , Hauptmann der Mark , Otto von Kittlitz , Herr zu Baruth , Hans von Bieberstein , Herr zu Storkow und viele andere . Der Brautvater , Apitz von Schenk , hatte gemeinschaftlich mit den lausitzischen Herren , in einem guten und geräumigen Gasthofe Quartier genommen , da die Zimmer desselben aber trotz ihrer Zahl und Geräumigkeit nicht ausreichten , so war , für den eigentlichen Hochzeitstag , noch ein großes , in Nähe des Heiligengeisthospitals gelegenes Haus in der Spandauerstraße gemietet worden . Der abendliche , das Fest abschließende Tanz sollte dann , altem Herkommen gemäß , auf dem Rathause gehalten werden . Ebenso lieferte das Rathaus die nötigen Tischgerätschaften . Allerdings bestand auch um diese Zeit schon eine Verordnung , die dem immer mehr überhandnehmenden Aufwand entgegentreten sollte , diese