diese Stätte bewohnten , verhältnismäßig gut unterrichtet sind . Einer der interessantesten Abschnitte der märkischen Geschichte , viel leicht der interessanteste , hat in einem Mitlebenden , dem Kleriker Engelbert Wusterwitz , einen Chronisten gefunden und unsere besten Spezialhistoriker , wie Raumer , Riedel , Klöden , haben das uns von Wusterwitz Überlieferte durch Heranziehung urkundlichen Materials bereichert und berichtigt . Wenn trotzdem hier abermals der Versuch einer Darstellung der Quitzowepoche gemacht wird , so geschieht es nicht , weil Neues vorläge , Neues , das vom Standpunkte der Forschung aus dazu auffordern könnte , sondern lediglich in der Absicht , den in kleinen und was schlimmer , in oft unterschiedslosen Details erstickenden Stoff übersichtlicher zu gestalten und durch größere Klarheit und Konzentration seine dramatische Wirkung zu steigern . Erst in den Schlußkapiteln dieses Aufsatzes werd ' ich in der angenehmen Lage sein , meinen Lesern auch minder bekannt Gewordenes , weil einer andern späteren Epoche Zugehöriges , aus dem berühmten Quitzowhause zur Kenntnis zu bringen . Wann die Quitzows , deren im Jahre 1295 zuerst Erwähnung geschieht , Dorf und Haus Quitzöwel in ihren Besitz brachten , ist nicht mit Bestimmtheit festzustellen gewesen , ebensowenig wie die Namen und Reihenfolge der Besitzer bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts . Wir wissen nur , daß , als Kaiser Karl IV. um die Mitte der siebziger Jahre nach Mark Brandenburg kam , Köne von Quitzow , ein » alter und hoflicher Reuter « wie der Chronist sich ausdrückt , auf Burg Quitzöwel saß . Das Ansehen , das er genoß , so groß es war , war ein rein persönliches und erwuchs ihm weder durch seinen keineswegs ausgedehnten Besitz , noch durch seine Geburt . Die Familie zählte zu den Ritterbürtigen , nicht aber zu den » Edlen « , stand vielmehr in Lehnsabhängigkeit vom Hause Putlitz , das seinerseits wieder bei den Mecklenburgischen Herzögen zu Lehn ging . In die vielen Fehden ebenso der Herzöge wie der Putlitze , sah sich Köne von Quitzow als mittel- und unmittelbarer Lehnsträger beständig hineingezogen , dabei » der Not , aber sehr wahrscheinlich auch dem eigenen Triebe gehorchend « . Mannigfach begegnen wir seinem Namen in Urkunden und Chroniken , die die Kämpfe jener Zeit beschreiben , aber so viel und oft er zu Kampf und Fehde draußen sein mochte , so viel war er doch auch daheim auf seinem Quitzöwelschen Hause , drin ihm , zu Beginn unserer Erzählung , zwei Knaben und eine Tochter heranwuchsen , Dietrich , Johann und Mathilde , von denen Dietrich 1366 , Johann 1370 , die Tochter aber , die sich später einem von Veltheim auf Schloß Harpke vermählte , wahrscheinlich zwischen 1366 und 1370 geboren war . Der Geburt zweier jüngerer Söhne werden wir in einem folgenden Kapitel Erwähnung tun . So war , soweit die Familie mitspricht , der Quitzöweler Hausstand um 1375 , ein Hausstand , der sich immer nur auf Wochen und Tage hin erweiterte , wenn die benachbarte Vetternschaft aus Stavenow , Rühstädt und Kletzke zu Begehung einer Familienfeier oder auch zu gemeinschaftlichem Kriegszuge vorsprach . Mit ihnen kamen dann die Putlitze , zwei Brüder , Achim und Busso , deren ohnehin intime Beziehungen zum Quitzöweler Hause noch wuchsen , als sich zwischen Busso von Putlitz ' ältestem Sohne Kaspar Gans und den beiden Quitzowschen Söhnen eine Freundschaft herausbildete , von der schon hier gesagt werden mag , daß sie , durch vier Jahrzehnte hin , alles Glück und Unglück des Lebens siegreich überdauerte . Zunächst nahm das vielfache Beisammensein der Knaben , wobei Quitzöwel die bevorzugte Stätte blieb , den Charakter einer gemeinschaftlichen Erziehung an , der es , unter den Plaudereien alter Burgknechte , nicht an Anregungen für die Phantasie fehlte . Dicht vor dem Dorfausgange lagen die Seegeberge , wo die diesseits der Elbe noch in Macht und Unabhängigkeit verbliebenen Wendenstämme den um 1056 über die Elbe vordringenden Sachsen eine große Schlacht geliefert und den Markgrafen Wilhelm , den Führer der Sachsen , besiegt und erschlagen hatten . Seine Leiche war nicht gefunden worden und Kaiser Heinrich III. hatte sich sowohl den Tod des Freundes , wie den Niedergang seiner Sache derart zu Herzen genommen , daß er darüber starb . Aber schon im nächsten Jahre war ein neues Sachsenheer über die Elbe gegangen und am Abhange derselben Berge , wo man das Jahr zuvor gestritten , war nun zum zweiten Male gekämpft und den Bergen selbst , auf denen man jetzt gesiegt hatte , der Name der » Sieg- « oder Seegeberge gegeben worden . Ausgepflügte Schwerter- und Panzerstücke bewahrheiteten das Erzählte . Das waren zurückliegende , gelegentlich auch wohl mit Sagenhaftem ausgeschmückte Vorgänge ; was aber die Gemüter mächtiger erregte , das war , wenn fahrende Leute des Weges kamen und nach Sitte der Zeit , in Liedern und Balladen , allerlei Geschehnisse berichteten , die sich fern und nah , ja nicht selten in unmittelbarster Nähe , zugetragen hatten . Unter diesen Vorgängen stand damals ein Kampf obenan , der zwischen den sogenannten Harzgrafen und den Stendalern ausgefochten worden war . Einer der Wernigeröder Grafen , dazu die Grafen von Regenstein und von Egeln , hatten sich mit Busso von Alvensleben auf Erxleben und zugleich auch mit Gebhard von Rundstede , der den Führer machte , zu einem Streifzug nach der Altmark hin verbunden , der denn auch wirklich am 3. November 1372 gegen die zur Altmark gehörigen Dörfer Schäpelitz , Badingen , Deetz und Garlipp unternommen wurde . Der Zug war sehr stark , gegen fünfhundert Mann , so daß die sich zum Widerstande zu schwach fühlenden Dörfer die Hilfe der Stendaler anriefen , die denn auch gewährt wurde . Sie kamen . An ihrer Spitze stand Werner von Calve , Bürger oder vielleicht auch Bürgermeister der Stadt . Bei Deetz traf er auf den Feind , der sich hier , samt dem zahlreich geraubten Vieh , hinter einem Berge gelagert hatte . Sofort ging er zum Angriff über , die Grafen in die